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Bundes-Kunstpreis für zwei Mitglieder des "Atelier hpca"

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Rose für den Preisträger: Patrick Siegl (r.) bekommt die Blume vom Ehrenbürger der Stadt Radolfszell, Werner Messmer.
Rose für den Preisträger: Patrick Siegl (r.) bekommt die Blume vom Ehrenbürger der Stadt Radolfszell, Werner Messmer.

Oberschleißheim - Peter Caesar (64) und Patrick Siegl (22) aus Oberschleißheim haben den Bundes-Kunstpreis für Menschen mit geistiger Behinderung erhalten. Die beiden Bewohner des Heilpädagogischen Centrum Augustinum (HPCA) bekamen je 300 Euro, eine Urkunde und Rosen für ihre künstlerische Arbeit.

Seit dem Jahr 1978 vergibt die Stadt Radolfzell im zweijährigen Rhythmus die Auszeichnung. Die Preisverleihung an 23 Künstler aus ganz Deutschland fand unter der Schirmherrschaft von Bundesministerin Ursula von der Leyen statt.

Die beiden Oberschleißheimer arbeiten im „Atelier hpca“. Die dort betreuten geistig behinderten Künstler leben in einer Ateliergemeinschaft, außerdem gibt es eine Galerie und eine Kunstsammlung. Patrick Siegl und Peter Cäsar arbeiten mit besonderen künstlerischen Techniken, sagt Klaus Mecherlein, der Leiter des „Ateliers hpca“. Beide haben ganz unterschiedliche Ansätze: Patrick Siegl, der erst seit zwei Jahren künstlerisch aktiv ist, konzentriert sich auf die asiatische Kultur. Er verwendet sich wiederholende Formelemente, die er unter anderem mit Farbflächen verbindet. Auf diese Weise entstehen Szenen asiatischen Lebens. Den Bundes-Kunstpreis erhielt er für die Arbeit „The Battle of Xian Zhou“. Der 22-Jährige ist zudem erster Preisträger des Kunstpreises der Lothar-Späth-Stiftung 2013.

Im Gegensatz dazu steht die Kunst von Peter Cäsar, der bereits seit dem Jahr 1992 im Atelier arbeitet. Seine Fähigkeit ist es, das Wesentliche einer Sache mit wenigen bildnerischen Mitteln herauszuarbeiten. Seine Bilder bestehen aus Farb-Flächen-Einheiten, durch deren Überlagerungen sich die Formgrenzen von Motiven ergeben. Diese stilistische Eigenheit hat er seit eingien Jahren mit hohem ästhetischem Reiz in der Kaltnadelradierung weiterentwickelt. Weil er die Blätter später mit Farbstiften koloriert, erhalten sie einen ganz eigentümlichen, sehr unmittelbaren Charakter.

Insgesamt hatten 256 geistig behinderte Künstler aus dem gesamten Bundesgebiet ihre Werke eingereicht. Darunter fanden sich sehr unterschiedliche Stücke, wie grafische Darstellungen, Collagen, Drucke und Skulpturen.

Die Arbeiten sind bis 23. Juni in der städtischen Galerie Villa Bosch in Radolfzell zu sehen. Geöffnet ist die Ausstellung von Dienstag bis Sonntag sowie an Feiertagen in der Zeit von 14 Uhr bis 17.30 Uhr, donnerstags bis 19 Uhr.

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