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In Oberschleißheim erwartet, in Wien gelandet

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Zwei sind einer zu wenig:
           Ingrid Lenz-Aktas und Vural Öger diskutieren ohne Otto Schily, dessen Platz frei bleibt. 
            Foto: Michalek
Zwei sind einer zu wenig: Ingrid Lenz-Aktas und Vural Öger diskutieren ohne Otto Schily, dessen Platz frei bleibt. Foto: Michalek

Oberschleißheim - Vergeblich haben rund 70 Besucher der Podiumsdiskussion im Oberschleißheimer Bürgersaal auf Otto Schily gewartet.

Der Bundestagsabgeordnete sollte als Moderator durch die Veranstaltung führen, wenn der SPD-Abgeordnete des Europaparlaments, Vural Öger, und die Bundestagskandidatin für die SPD München-Land, Ingrid Lenz-Aktas, über die Bedeutung von Identität und Integration in Europa diskutieren.

Zunächst hieß es, Schilys Ankunft verzögere sich wegen des Unwetters um eine halbe Stunde. „Da man das Publikum nicht so lange warten lassen kann“, schlüpfte Lenz-Aktas kurzerhand in die Rolle der Moderatorin und warf die Frage nach den Schwierigkeiten eines Türkei-Beitritts in den Raum.

Das größte Problem sieht der EU-Abgeordnete und Unternehmer Öger („Öger-Tours“) in der bislang noch nicht vollständigen Ratifizierung des Lissaboner Vertrages. Denn „solange er nicht in Kraft tritt, wird es keine Erweiterung geben.“ Die Vorzüge des Lissaboner Vertrages lägen in der Beschlussfähigkeit. Beitritte könnten dann per Mehrheitsbeschluss erfolgen.

Außerdem verhindere die „heftige Angstmacherei“ eine bessere Integration. Die Türkei nur wegen ihrer Religion kategorisch abzulehnen, hält Öger für falsch. Schließlich leben „die Türken nicht nach dem Koran“. Vielmehr bestimme auch deren Leben ein Grundgesetz. Das größte Problem läge eher in den schlechten Erfahrungen mit den Migranten. Ihnen müsse man eben das Gefühl vermitteln, dass sie dazugehören.

Die Hoffnung auf ein baldiges Erscheinen des ehemaligen Bundesinnenministers zerschlug sich mittlerweile endgültig. Lenz-Aktas las von einem Zettel ab, den sie kurz zuvor erhalten hatte: „Otto Schily ist in Wien gelandet. Flug umgeleitet.“ Das schlechte Wetter hatte den Münchner Flughafen knapp eine Stunde lahmgelegt.

Das Publikum trug es mit Fassung und lauschte Ögers Aussagen zur bevorstehenden Europawahl. Erbost zeigte er sich darüber, dass die Türkeifrage als Wahlkampfthema genutzt werde. Schließlich gebe es andere Probleme, wie etwa die Finanzkrise oder die Arbeitslosigkeit. Allerdings müsse man auch der geringen Wahlbeteiligung bei Europawahlen begegnen.

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