Letzte Gnadenfrist für Wirte des „Kreuzhofs“

Oberschleißheim -

Oberschleißheim - Der Kreuzhof bleibt zumindest bis Ende des Jahres. Grundstückseigner Alexander Hickl sagte zu, den Wirtsleuten so viel Zeit wie möglich einzuräumen. Dann muss die Gastwirtschaft einer Tankstelle weichen. Hickl und Vertreter des Tankstellen-Multis „Total“ präsentierten dem Oberschleißheimer Hauptausschuss einen überarbeiteten Bebauungsplan. Der berücksichtigt alle kritischen Hinweise der Gemeinderäte, die einen ersten Entwurf im November abgelehnt hatten.

Entgegen der Novembersitzung, als die Fraktionen mit ihrer Entscheidung gegen den „Total“-Plan ein Zeichen zum Erhalt der beliebten Traditionsgaststätte setzen wollten, hielten sich die Gemeinderäte dieses Mal zurück. Einzig Helga Keller-Zenth (Grüne) erkundigte sich nach einer möglichen Koexistenz von Tankstelle und Gasthof, musste sich aber mit dem Hinweis auf fehlenden Platz und Lärmschutzvorgaben aus dem benachbarten Unterschleißheim zufrieden geben. Als Unternehmer würde Hickl gern beiden Betrieben einen Pachtvertrag anbieten, wie er dem Ausschuss versicherte. Der für die Bäume auf dem Kreuzhof-Gelände gültige Bestandsschutz reduziere die nutzbaren Flächen aber auf 3000 von ursprünglich über 6000 Quadratmetern. Sobald die Tankstelle kommt, muss der Kreuzhof weichen. Hickl versicherte dem Münchner Merkur, für die Wirtsleute soviel Zeit wie möglich herauszuhandeln. Wirt Volker Kurz bestätigt, den Vertrag mit einer Laufzeit bis Ende 2014 unterzeichnen zu wollen. Dass man 450 000 Euro investieren müsse, um den Kreuzhof flott zu machen, sei aber nicht richtig. „Diese Investitionen haben nichts mit unserer Konzession zu tun.“ Bei der Summe handele es sich um eine Kalkulation der Spaten-Brauerei. Etwa 450 000 Euro wären nötig, um den Kreuzhof komplett zu sanieren. „Dafür bräuchten wir natürlich einen langfristigen Vertrag.“

In dem Durcheinander um Betriebsschließung und Fristverlängerung haben die Wirtsleute Kundschaft verloren. „Wir bekommen Anrufe von Leuten, die nicht wissen, ob wir noch offen haben.“ Monika Kurz spricht von erheblichen Einbußen insbesondere bei Festen und Veranstaltungen. Mittlerweile läuft der Betrieb auf Grundlage einer zweiten Fristverlängerung bis Ende Juni. Der neue, bis Ende Dezember laufende Vertrag bedeutet die dritte Verlängerung. Allein schon der Angestellten wegen sei dieser Zustand ohne Planungssicherheit kaum erträglich, sagt Monika Kurz. Und dennoch hoffen die Wirtsleute auf eine weitere Verlängerung, darauf, dass es nach Dezember irgendwie weiter geht. „Das ist wie nach Strohhalmen greifen“, räumt Volker Kurz ein. an

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