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Stillstand am Bruckmannring: Seit Monaten stehen die Gebäude der Druckerei in Oberschleißheim leer. Jetzt hat das Berliner Unternehmen „Beos“ das gesamte Areal gekauft.

Das ehemalige Bruckmann-Gelände ist verkauft

Neuer Gewerbepark soll bereits 2017 öffnen

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Oberschleißheim - Ein neues Gewerbegebiet mit 386000 Quadratmetern Fläche ist die Hoffnung Oberschleißheims auf eine bessere Zukunft mit steigenden und breiter aufgestellten Steuereinnahmen. 

Ein geplanter Gewerbepark mit dem Berliner Projektentwickler BEOS bringt gleich eine Reihe von Vorteilen mit sich. 

Das Unternehmen hat das Bruckmann-Areal erworben und kann mit der Gestaltung des Gewerbeparks direkt beginnen, weil das notwendige Baurecht vorhanden ist. Geplant ist, nur einen kleinen Teil der Bestandsgebäude wegzureißen und neu zu bauen, während große Bereiche generalsaniert werden. Bürgermeister Christian Kuchlbauer rechnet nicht mit Schwierigkeiten bei den notwendigen Nutzungsänderungen, die der Oberschleißheimer Gemeinderat zu beschließen hat. Das Ziel des Investors, bereits im ersten Quartal 2017 die ersten Mieter in Oberschleißheim an der Mittenheimer Straße zu begrüßen, sieht Kuchlbauer als absolut realistisch an. BEOS entwickelt im Norden Münchens mit Oberschleißheim derzeit einen zweiten großen Gewerbepark neben der Gemeinde Neufahrn. Dort wurde das ehemalige Avon-Gelände gekauft für ein ähnliches Konzept, das einen Gewerbemix für mittelständische Unternehmen vorsieht. Neufahrn und Oberschleißheim sind dann Projekte sechs und sieben der seit genau drei Jahren bestehenden Regionalniederlassung BEOS Süd.

Katja Rüdiger, die Leiterin von BEOS Süd, erklärt, dass das Unternehmen sofort überzeugt war vom Standort Oberschleißheim. Für die Vermietung habe man sich im Geschäftsplan zwei bis drei Jahre Zeit gegeben, was aber wohl deutlich schneller gehen dürfte. „Die Nachfrage bei uns ist größer als das Angebot“, sagt Rüdiger. Künftigen Mietern möchte sie Immobilien anbieten, in denen Firmen mit maßgeschneiderten Lösungen wachsen können. Demnächst gibt es ein Gespräch zwischen BEOS-Vertretern und der Gemeinde zum Austausch über potenzielle Mieter. Bei ersten Unterredungen machte der Bürgermeister bereits deutlich, Gewerbe wie Speditionen an der Stelle auf keinen Fall haben zu wollen. Christian Kuchlbauer betont aber auch, dass der Gewerbepark keine Konkurrenz zu dem in Unterschleißheim geplanten Büropark nach dem Vorbild des Garchinger Business-Campus sein wird. Oberschleißheim habe mehr gewerblichen Mix, der aber auch deutlich weniger Belastung für die Umwelt bedeutet. Bis Ende 2015 war auf dem Bruckmann-Gelände noch eine Druckerei, die nicht leise war. Der Bürgermeister sieht durch die Entwicklung mit dem künftigen Gewerbepark auch positive Effekte für die nur wenige Meter entfernten Wohngebiete. „Für Mittenheim wird die Nachbarschaft zu dem Gewerbegebiet nun angenehmer“, prognostiziert Kuchlbauer. Und für die finanziell nicht auf Rosen gebettete Gemeinde Oberschleißheim besteht nun wieder Hoffnung, etwas näher an die vielen wohlhabenden Nachbarn im Münchner Norden heran zu rücken. Bürgermeister Kuchlbauer hofft auf steigende Einnahmen, auch wenn sich der Gewerbepark an der Mittenheimer im Gemeindehaushalt frühestens in fünf Jahren auswirken wird. Der Rathauschef verbindet mit der Modernisierung des Gewerbegebietes auch die Hoffnung, dass die Gewerbesteuereinnahmen der Gemeinde Oberschleißheim künftig breiter aufgestellt werden und nicht mehr komplett von wenigen, großen Zahlern abhängig sind.

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