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Jede Münze muss mancher Schleißheimer umdrehen.

Spendentopf für schnelle Hilfe an Bürger

100 000 Euro für Schleißheimer in Not

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Wenn Oberschleißheimer in finanzieller Not stecken, kann der Spendentopf helfen. Stolze 100.000 Euro sind drin - und 70.000 Euro wurden schon ausbezahlt.

Oberschleißheim – Gegenseitige Hilfe ist in Oberschleißheim selbstverständlich: Im Spendentopf für „Familien in Not“ befinden sich 100 000 Euro. Das Schönste: „70 000 Euro haben wir für schnelle Hilfe ausgegeben“, berichtet Bürgermeister und Schirmherr des Projekts, Christian Kuchlbauer (FW). Damit konnte vielen Familien in der Gemeinde das Leben ein Stück weit erleichtert und ihnen große Sorgen genommen werden.

Acht Jahre ist es her, dass in der Jugendfreizeitstätte „Planet O“ beschlossen wurde, notleidenden Menschen in Oberschleißheim zu helfen. Das Betreuerteam um Deniz Dadli und Jugendliche aus dem „Planet O“ engagieren sich seit langem für Projekte in Indien, im Senegal und auf Haiti. „Die Sache hat eine Eigendynamik entwickelt“, sagt Dadli. Er war überzeugt, dass dieses Engagement auch vor Ort greifen würde: „Oberschleißheim für Oberschleißheimer – Familien in Not“ heißt das Projekt.

Lange fragen musste das „Planet O“-Team nicht im Ort: Der katholische Pfarrverband war sofort bereit, mitzuhelfen. Die Kirche ist Kooperationspartner.

Glücklich: Deniz Dadli, Bürgermeister Christian Kuchlbauer und Pfarrer Ulrich Kampe freuen sich über die 100.00 Euro.

Beim Spendenprojekt geht es in erster Linie darum, auf schnellem Wege unbürokratisch zu helfen. „Armut ist in Deutschland längst angekommen“, sagt Dadli. Doch Armut ist ein Tabuthema. „Keiner würde zugeben, kein Geld für die Miete zu haben.“ Es ist gar nicht leicht, von Nöten zu erfahren. Im „Planet O“ erfährt Dadli davon über die Jugendlichen, Pfarrer Ulrich Kampe spitzt die Ohren, wenn er in der Schule unterrichtet.

Er erzählt von einer alten Dame, die sich ewig lange mit einer defekten Brille plagte. Der Bügel war gebrochen, die Kasse habe sich geweigert zu zahlen. So hielt die Dame tapfer durch, schweigend. Die Not war ihr peinlich. Monat um Monat legte sie ein paar Münzen für die Reparatur zurück. „Ihr fehlten nur 10, 20 Euro“, sagt Kampe. Für so manchen eine große Summe.

Kampe und Dadli sind im Notfall stets erreichbar – selbst sonntags können Hilfesuchende im Pfarrverband oder im „Planet O“ anrufen. Hilfe wird zeitnah gewährt, unter Umständen binnen weniger Stunden. Niemand muss einen Antrag ausfüllen. Anonymität bleibt gewahrt.

Als Bürgermeister Kuchlbauer vor drei Jahren ins Rathaus einzog, waren 50 000 Euro auf dem Spendenkonto. „Bis zur nächsten Wahl wollte ich 100 000 Euro in der Kasse sehen“, sagt er. Dieses Ziel ist in der Hälfte der Zeit erreicht. Damit habe er nicht gerechnet, aber es „wäre doch schön, wenn wir in den nächsten drei Jahren auf 150 000 Euro kommen“.

Meist werden Summen zwischen 30 und 800 Euro ausbezahlt – fürs Schullandheim, für Schulbücher oder die defekte Brille, sagt Dadli. Und oft kommt etwas zurück. Zum Beispiel von der alten Dame, erzählt Pfarrer Kampe. „Ein Anwalt bat nach ihrem Tod um unsere Kontonummer.“ Ihr Nachlass ging an „Familien in Not“.

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