Die A92 bei Riedmoos - noch ist sie vierspurig, die Autobahndirektion Südbayern plant den sechsspurigen Ausbau.
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Die A92 bei Riedmoos - noch ist sie vierspurig, bald soll sie sechsspurig werden.

Umweltschützer lehnen Bauprojekt ab

A 92-Ausbau: Der Widerstand wächst

  • vonAndreas Sachse
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Eine weitere Schleißheimer Bürgerinitiative lehnt die Pläne zum sechsspurigen Ausbau der A92 ab. Und bekommt Rückendeckung von den Landtags-Grünen.

BI-Sprecherin Gabriele Kämpf: Das Vorhaben ist rückwärtsgewandt

Oberschleißheim – Die Debatte um den Ausbau der A 92 schlägt mit Wucht in Oberschleißheim auf. Unlängst hat die „Initiative Natur und Verkehr Oberschleißheim“ Teile der Pläne im Gemeinderat kritisiert. Eine weitere Bürger-Vereinigung lehnt den Ausbau vollständig ab.

Die Bürgerinitiative (BI) „Oberschleißheim soll nicht weiter zerstört werden“ macht seit Jahren Front gegen die A 92-Pläne. Für Sprecherin Gabriele Kämpf ist der sechsstreifige Ausbau nicht zeitgemäß. Das Vorhaben fuße auf einer veralteten Gesetzgebung aus einer Zeit, als der Klimawandel noch kein Thema war.

„Initiative Natur und Verkehr Oberschleißheim“: Voll-Kleeblatt ist „überdimensioniert“

Die Initiative hat die Landtags-Grünen auf ihrer Seite. Der verkehrspolitische Sprecher, der in Oberschleißheim lebende Markus Büchler, nannte das Ausbauvorhaben „aus der Zeit gefallen“. Claudia Köhler, haushaltspolitische Sprecherin der Fraktion, sähe die über 100 Millionen Euro, die für den Ausbau anfallen, lieber in Lärmschutz, den ÖPNV und alternative Antriebe investiert.

Schon im Gemeinderat hatte sich Widerstand gegen Teile der Ausbaupläne artikuliert. Den als Voll-Kleeblatt geplanten A 92-Anschluss kritisiert die „Initiative Natur und Verkehr Oberschleißheim“ (INVO) als überdimensioniert (wir berichteten). Die Verlegung der St 2342 als Westumfahrung an die A 92 sei unnötig. INVO vertritt die von den Oberschleißheimer Grünen geteilte Ansicht, dass die Westumfahrung durch einen Autobahnanschluss Riedmoos überflüssig würde.

Anders als die Grünen im Landtag stellen sich die Schleißheimer Grünen nicht gänzlich gegen den Ausbau. Der Ortsverband unterstützt die Forderung der Gemeinde nach mehr Lärmschutz und einer Garantie für unter der A 92 verlaufende Versorgungsleitungen, stellt sich aber gegen Voll-Kleeblatt und Westumfahrung. Die Gemeinderatsfraktion sieht sich in einem Zwiespalt gefangen. Die Räte beklagen den zusätzlichen Flächenverbrauch; ohne A 92-Ausbau aber kein Lärmschutz. „So sehen wir uns gezwungen, die Kröte zu schlucken“, skizziert Helga Keller-Zenth die missliche Lage der Schleißheimer Grünen.

100 000 Autos mehr

Die BI „Oberschleißheim soll nicht weiter zerstört werden“ wertet die Ausbaupläne als rückwärtsgewandt. 100 000 Autos zusätzlich pro Tag – „wo sollen die denn hin?“, fragt sich Gabriele Kämpf. Die Antwort liefert sie gleich mit: „Staus schon jetzt jeden Tag auf der A 99, der B 471 und in Oberschleißheim. Wahnsinn!“

Gegenwärtig läuft das Planfeststellungsverfahren mit dem Ziel, Baurecht zu schaffen für den Ausbau zwischen Feldmoching und dem Neufahrner Kreuz. Der Freistaat setzt darauf, „zumindest vorübergehend eine ausreichend leistungsfähige und verkehrssichere Infrastruktur“ zu schaffen“.

Für vorübergehende Lösungen ist nach Ansicht von BI-Sprecherin Kämpf aber nicht die Zeit. „Wir brauchen die Verkehrswende jetzt, dürfen Flächenversiegelung nicht mehr zulassen.“ Dass Planungen, die auf „30 Jahre alten Gesetzen“ fußen, zu vorübergehenden Lösungen führen, ist laut Kämpf kein Wunder.

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