+
So soll die Autobahnanschlussstelle Oberschleißheim nach dem Umbau ausschauen.

„Antworten auf meine Fragen aber hatten die nicht“

A 92-Ausbau: Die Bedenken bleiben - Gegner fordern Umdenken

  • vonAndreas Sachse
    schließen

Ihre Bedenken konnte ihnen der Erörterungstermin zum sechsspurigen Ausbau der A 92 nicht nehmen. Die Gegner forder daher ein komplettes Umdenken in der Verkehrsplanung.

Oberschleißheim – Nach dem Erörterungstermin zum sechsspurigen Ausbau der A 92 scheinen die Gegner der Ausbaupläne desillusioniert. „Die waren ja nicht unnett“, resümiert Gabriele Kämpf im Anschluss an den Termin bei der Regierung von Oberbayern. Niemand aber glaubt inzwischen mehr ernsthaft daran, das Vorhaben stoppen zu können.

Sie hatte durchaus den Eindruck gewonnen, erzählt die Sprecherin der Initiative Oberschleißheim, das ihr die Leute vom Bezirk und der Autobahndirektion tatsächlich zugehört hätten. „Antworten auf meine Fragen aber hatten die nicht.“ Was wenn in zehn Jahren der Flüsterbelag den Dienst versagt? Wohin mit den 100 000 Autos, die ab 2030 jeden Tag auf die überlastete A 99 drängen? Für Kämpf steht fest: Fließendes Wasser findet seinen Weg. „Die fahren dann in Oberschleißheim raus.“ Und was mag wohl geschehen, wenn der Verkehr der dann bis Oberschleißheim vierspurig ausgebauten B 471 auf die zwei Spuren innerorts trifft?

A92-Ausbau: Privatleute und Initiativen finden Gehör bei der Regierung

Kämpf ruft zu einem totalen Umdenken auf: Weg vom Individualverkehr. Stattdessen mehr Radfahrer, Tram und Busse. Statt einer vierspurigen B 471 sollte ein E-Bus auf eigener Spur zwischen Dachau und Oberschleißheim pendeln. Für derart große Projekte wie dem Kleeblatt sei kein Platz mehr. „Statt weiter Flächen zu verbauen, sollten wir versiegelten Raum aufreißen.“

Auch interessant: Nach Rewe-Absage: Das plant Penny in der neuen Oberschleißheimer Ortsmitte

Nach den Gemeinden fanden zuletzt auch Privatleute und Initiativen Gehör bei der Regierung von Oberbayern. Über Sinn und Unsinn der Veranstaltung mag Kämpf aber lieber nicht nachdenken. Schon Anfang Mai hatte Bauoberrat Stefan Rinderer vom Staatlichen Bauamt Freising der vierspurigen B 471 einen „gesetzesähnlichen“ Charakter zugewiesen (wir berichteten). Wer sollte da noch am Ausbau der A 92 zweifeln? Was Kämpf vielleicht am meisten stört, ist, dass die Gemeinde ihrer Ansicht nach nicht nur auf einem Auge blind ist.

Lärmschutz am Kleeblatt: „Unglaublich hässlich.“

Auch Markus Büchler (Grüne) fällt es schwer, zu glauben, dass kaum jemand in Oberschleißheim an die Folgen der Ausbaupläne zu denken scheint. „Ein paar Jahre und ein paar Millionen Euro später ist die Kapazität des Kleeblatts bei dem steigenden Verkehrsdruck ausgereizt“, sagt Büchler: „Dann stehen wir da, wo wir heute stehen.“ Der reinste Schildbürgerstreich, findet der Landtagsabgeordnete. „Und denkt denn keiner an die Optik?“ Eine Frage, die Büchler ebenfalls beschäftigt. Dadurch, dass das ausladende Kleeblatt so weit in die Höhe reiche, würden auch Lärmschutzwände zu hoch reichen. Oberschleißheim wäre im Westen zugemauert: „Unglaublich hässlich.“

Das könnte Sie auch interessieren: 

„Irrsinn“ - Trotz Bürgerentscheid: Kommt in Oberschleißheim doch der Bahntunnel?

Büchler plädiert für einen zweiten Autobahnanschluss. Eine A 92-Auffahrt bei Riedmoos würde viel Druck von der Gemeinde nehmen. „In den Gewerbegebieten dort entstehen die Jobs.“ Die Westumfahrung wäre überflüssig. Stattdessen müsste man künftig damit rechnen, dass der Verkehr von der sechsspurigen A 92 über die vierspurige B 471, von Ampeln ungebremst, in den Ort drängt. Die Auffahrt Riedmoos rechnet sich aber angeblich nicht. „Die ziehen ihre schlechte Planung durch“, bemängelt Büchler.

Lesen Sie auch: Gemeinderat vertagt Debatte um Moos-Haide-Park - Naturschützer wittern Kalkül

an

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Coronavirus im Landkreis München: Zwei weitere Fälle
Das Coronavirus ist immer noch präsent im Landkreis München. Doch die Infektionen werden deutlich weniger. Alle Informationen gibt es hier im Ticker.
Coronavirus im Landkreis München: Zwei weitere Fälle
Rolle rückwärts beim Hagelschutz: Darum darf BMW nun doch Netze über Parkplatz spannen
Nachdem die Garchinger Stadträte die Pläne zunächst abgelehnt haben, nun doch das Okay: BMW darf seinen Parkplatz in Hochbrück mit einem Netz überspannen. Das ist der …
Rolle rückwärts beim Hagelschutz: Darum darf BMW nun doch Netze über Parkplatz spannen
Mehr Hilfe für suchtkranke Jugendliche
Alkohol, Drogen und das Smartphone: Die Zahl suchtkranker Jugendlicher schnellt auch im Landkreis in die Höhe. Es fehlt an ausreichend Beratungsstellen. Die Grünen …
Mehr Hilfe für suchtkranke Jugendliche
Traum vom Viktualienmarkt geplatzt
Es sollte ein kleiner Viktualienmarkt werden. So stellte sich Giacomo Vitales vor sieben Jahren den Bahnhofsvorplatz in Unterhaching vor – der seiner Familie damals …
Traum vom Viktualienmarkt geplatzt

Kommentare