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Verzögerungen bei der Genehmigung

Ämter prüfen Ofen für Tierkrematorium

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Seit über einem Jahr ist die Verbrennungsanlage für Kleintiere im Gewerbegebiet Oberschleißheim genehmigt. Doch von einem Tierkrematorium ist am Bruckmannring noch nichts zu sehen. Nun kommt es erneut zu Verzögerungen.

Der Grund ist ein neuer, von dem in Miesbach ansässigen Unternehmen beantragter, Verbrennungsofen. Allein beim Genehmigungsverfahren für diesen Ofen seien mehr als ein Dutzend Abteilungen in unterschiedlichen Ämtern involviert, klagt Mitgesellschafter und Geschäftsführer der „Tierkrematorium im Münchner Norden-Oberschleißheim GmbH“ Klaus Göck. Vom Landesumweltamt bis zum Wasserwirtschaft, Lärmschutz, Brandschutz oder Naturschutz – „wer nur entfernt mit uns zu tun hat, will beteiligt sein. Da könnten Sie wahnsinnig werden.“ Jedes dieser Ämter sähe sich berufen, sich in irgendeiner Weise mitzuteilen. „Und wir müssen jedem antworten.“

Dabei entsteht im neuen Ofen eine Hitzeentwicklung von bis zu 1100 Grad, da dürfte nichts übrig bleiben, was als Schadstoff übel riechen könnte. Energie soll obendrein eingespart werden. In der Anlage sollen Haustiere bis zur Größe eines Hundes kremiert werden. Betreiberin Tanja Huber-Schurkus versichert gegenüber den Münchner Merkur, dass der Ofen EU-Normen einhalte und sich unterhalb gültiger Grenzwerte bewege. Von dem Begriff einer „Tierkörperbeseitigungsanlage“ distanzierte sich Huber-Schurkus mit Nachdruck: „Bei dem Begriff hat es mich gefroren.“ Von Anfang an hatten sich die Gemeinderatsmitglieder gegen ein Tierkrematorium in Oberschleißheim ausgesprochen. Im vergangenen April kassierte die Regierung von Oberbayern den Beschluss des Bauausschusses aus dem Sommer 2014. Gegen den Willen von Bürgermeister und Gemeinderat erteilte der Bezirk der Anlage grünes Licht. Die Sorge um Schadstoffemissionen und einem Wertverlust benachbarter Grundstücke teilt die Regierung von Oberbayern nicht. Der Bezirk verzichtete sogar auf eine Umweltverträglickeitsprüfung.

Von Anfang an hatten sich die Gemeinderatsmitglieder gegen ein Tierkrematorium in Oberschleißheim ausgesprochen. Im vergangenen April kassierte die Regierung von Oberbayern den Beschluss des Bauausschusses aus dem Sommer 2014. Gegen den Willen von Bürgermeister und Gemeinderat erteilte der Bezirk der Anlage grünes Licht. Die Sorge um Schadstoffemissionen und einem Wertverlust benachbarter Grundstücke teilt die Regierung von Oberbayern nicht. Der Bezirk verzichtete sogar auf eine Umweltverträglickeitsprüfung.

Seit Frühjahr 2014 liebäugelt die Miesbacher Tierbestatterin Tanja Huber-Schurkus (38) mit dem früheren Autohaus am Bruckmannring 36. Ursprünglich sollte das Tierkrematorium bereits am 15. April 2014 seinen Betrieb aufnehmen.

Doch auch nach der Genehmigung durch den Bezirk rührte sich im Norden Oberschleißheims nichts. Gerüchte machten die Runde, wonach die Pläne sich zerschlagen hätten. Geduldig hatte Geschäftsführer Klaus Göck seinerzeit noch die Vorzüge einer gründlich arbeitenden Bürokratie gepriesen: Um Bedenken von Kritikern der Anlage umfassend auszuräumen, gehe die Genehmigungsbehörde eben sehr akkurat vor. Damals zeigte Göck noch Verständnis für die Behörden. Inzwischen scheint seine Geduld auf eine harte Probe gestellt.

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