Andacht vor dem Kalvarienberg: Unten vor der Kapelle steht ganz vorne Pfarrer Ulrich Kampe.
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Andacht vor dem Kalvarienberg: Unten vor der Kapelle steht ganz vorne Pfarrer Ulrich Kampe.
23 Stufen führen auf den Kalvarienberg im Berglwald. 
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23 Stufen führen auf den Kalvarienberg im Berglwald. 
Walburga Lebmeir (66) und ihr Mann Georg (67) sind jedes Mal dabei bei der kleinen Wallfahrt, spüren, wie sich die andächtige Stimmung langsam aufbaut beim Weg durch den dunklen Wald. 
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Walburga Lebmeir (66) und ihr Mann Georg (67) sind jedes Mal dabei bei der kleinen Wallfahrt, spüren, wie sich die andächtige Stimmung langsam aufbaut beim Weg durch den dunklen Wald. 
Für Stella Tadic (20) war es das erste Mal. Im vergangenen Jahr noch hat sie Ostern bei den Großeltern in Bosnien verbracht.
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Für Stella Tadic (20) war es das erste Mal. Im vergangenen Jahr noch hat sie Ostern bei den Großeltern in Bosnien verbracht.
Helga Schell (46) aus Lustheim war auch zum ersten mal dabei.
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Helga Schell (46) aus Lustheim war auch zum ersten mal dabei.

Wallfahrt

Andacht mit dem Gekreuzigten im Berglwald

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Walburga Lebmeir (66) liebt die sich aufbauende, andächtige Stimmung, während die Pilger sich ihrem Ziel im düsteren Berglwald nähern.

Oberschleißheim – Die kleine Oberschleißheimer Wallfahrt zum Kalvarienberg war im 21. Jahr seit der Premiere 1996 gut besucht. „Und nur ein einziges Mal in all den Jahren ist die Ölbergandacht ausgefallen“, sagt Walburga Lebmeir. Das Sturmtief „Niklas“ hatte Gründonnerstag 2015 verhindert, dass sich die Gläubigen nach der Messe zum letzten Abendmahl in Maria Patrona Bavariae auf den Weg durch das kleine Wäldchen bei Oberschleißheim zum Kalvarienberg machen konnten, wo der Tradition folgend, die Ölbergandacht gefeiert wird. Und in all den Jahren sind Walburga Lebmeir und ihrem Mann Georg (67) vor allem die „ergreifenden Momente“ in Erinnerung geblieben, die einzigartige Atmosphäre dieser Wallfahrt.

Pilger nehmen Neuling Helga Schell in ihre Mitte 

Das Besondere hat auch Helga Schell (46) gesucht. Die 46-jährige Pflegewissenschaftlerin aus dem Ortsteil Lustheim war heuer zum ersten mal dabei. Ihre Premiere wäre beinah in ein Abenteuer ausgeartet. Helga Schell ist gern mit dem Rad unterwegs. Im dunklen Wäldchen ist die Orientierung aber bnicht so einfach. „Ich hätte nicht gewusst, wo der Kalvarienberg ist“, sagt Helga Schell. Die Pilger nahmen sie in ihre Mitte und die Lustheimerin war froh, dabei zu sein: „Ich wollte schon immer mitmachen, fand aber nie die Gelegenheit.“ 

Karl Anzenberger bereitet alles vor

Während die Wallfahrer sich dem Kalvarienberg nähern, hat Karl Anzenberger (65) seine Aufgabe bereits erledigt. Vor vielen Jahren adoptierte man den heute 65-Jährigen im benachbarten Waldrestaurant „Bergl“; Karl nahm den Kalvarienberg mit den drei Kreuzen unter seine Fittiche. Die Fackeln brennen. Es ist eine fast sternenklare Nacht, unter der Pfarrer Ulrich Kampe die Pilger auf der von Karl vorbereiteten kleinen Rasenfläche zur Ölbergandacht versammelt. Karl denkt an diesen riesigen, wundervollen Mond, der im Jahr vor Sturm Niklas über dem Gekreuzigten zu schweben schien. „Da hast gemeint, die Kapelle brennt, so schön war das!“ Die Ignatius-Kapelle gegenüber dem Kalvarienberg betrachtet Karl Anzenberger als sein besonderes Ziehkind.

Während Peter Benthues, der die Wallfahrt 1996 ersann, an die Menschen erinnert, die im zurückliegenden Jahr religiösen Extremisten zum Opfer gefallen sind, steht Karl Anzenberger oben auf dem Berg, blickt die 23 Stufen hinab und denkt an das immer schneller sich drehende Rad der Zeit. „Eben war noch Weihnachten, bald ist Pfingsten und wieder ist ein halbes Jahr vorbei. Und jedes Jahr wieder erwartest Du etwas Besonderes.“

Studentin Stella Tadic (20) will wiederkommen

Dinge, die in Erinnerung bleiben. Niklas, der volle Mond, die Sterne am Himmel. Ergreifende Momente, die auch Stella Tadic (20) in der Gründonnerstag-Nacht sucht. Die 20-jährige BWL-Studentin ist zum ersten Mal am Berg und als letzte den Pilgern die 23 Stufen hinauf zur Gruppe der Gekreuzigten gefolgt. Die vergangenen Jahre hat sie Ostern bei ihren Großeltern in Bosnien verbracht. Die ganze Familie ist sehr gläubig, und Stella denkt an Oma und Opa. Diese Nacht am Kalvarienberg aber war etwas Besonderes für sie. Im nächsten Jahr ist wieder dabei. Da mag das Wäldchen den Wallfahrern noch so düster erscheinen.

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