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Unterkunft auf Zeit: Die Container am Heuweg kommen wieder weg.

Oberschleißheim will Container am Heuweg abbauen

Asylunterkunft am "Holzgarten": Umzug im Sommer

Oberschleißheim – Nach massiven Verzögerungen ist nun der Sommer das Ziel: Dann sollen 224 Flüchtlinge in den "Holzgarten" ziehen.

Im Sommer sollen Flüchtlinge in feste Unterkünfte am „Holzgarten“ wechseln. Das zumindest hofft Landrat Christoph Göbel (CSU). Die als Provisorium am Heuweg aufgestellten Container würden dann abgebaut. Und zwangsweise würden Asylbewerber auch nirgendwo in Privathäuser einquartiert. 

Landrat Göbel deutete bei der Veranstaltung der CSU an, endlich Licht am Ende des Tunnels zu sehen: Eigentlich hätten die auf zehn Jahre ausgelegten, merklich stabileren Unterkünfte am „Holzgarten“ bereits zum Winterbeginn, spätestens aber Neujahr bezogen werden sollen. Nachdem aber zunächst die „Bayerische Verwaltung staatlicher Schlösser, Gärten und Seen“, der das als „Holzgarten“-Gelände an der Bahnhofstraße gehört, mauerte, verzögerten dann europarechtliche Vorgaben für die Ausschreibungen das Projekt. Zuletzt sah sich die Gemeindeverwaltung schließlich genötigt, die Genehmigung für das Provisorium am Heuweg bis September 2016 zu verlängern. Die ursprüngliche Genehmigung war zum 31. Dezember 2015 ausgelaufen. Das Landratsamt wünschte sich eine Verlängerung bis Ende dieses Jahres, doch die Gemeinde lehnte ab.

Die erste europaweite Ausschreibung der in Ständerbauweise geplanten Häuser im vergangenen Jahr blieb erfolglos. „Wir haben viel Zeit verloren“, sagte Göbel. Für die derzeit laufende Ausschreibung gibt es elf Bieter. Der Landrat hofft auf ein „leistungsfähiges, wirtschaftliches Angebot“. Bis Sommer könnten die Gebäude dann stehen.

224 Asylbewerber sollen in die Unterkünfte am „Holzgarten“ an der Bahnhofstraße ziehen. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt sind für Oberschleißheim heuer insgesamt 280 Flüchtlinge vorgesehen, davon 50 Minderjährige ohne erwachsene Begleitung auf dem Gelände der Jugendbegegnungsstätte am Tower.

Sobald die rund 100 Bewohner der Container am Heuweg umgezogen zum „Holzgarten“ sind, wird das Provisorium geschlossen, die Container werden abgebaut. „Es gibt keine parallele Belegung“, sicherte Göbel zu.

Und zu keinem Zeitpunkt sei daran gedacht worden, Privatleute zu zwingen, Flüchtlinge aufzunehmen. Manfred Brunner (CSU) teilte mit, gerade von älteren Bekannten „voller Sorge“ darauf angesprochen worden zu sein. Berichte über Flüchtlingsströme und von Unterkünften, die aus den Nähten platzen oder fehlen, treiben die Bürger um. „Die Leute haben Angst“, sagte Brunner. Und nichts sei schlimmer als schlechte Informationspolitik. „Menschen, die Angst haben, weil die Politik ihnen nicht die Wahrheit sagt, laufen dort hin, wo wir sie nicht haben wollen."

Schlechte Informationspolitik mag Göbel sich nicht nachsagen lassen. „Ich werde alles dafür tun, solche Ängste nicht zu bedienen.“ Auch dem Landkreis fehlt es vor allem an dezentralen Unterkünften. Grund zur Sorge bestehe aber nicht. Bei 335 000 Einwohnern leben aktuell 5000 Flüchtlinge im Kreis. Göbel betonte: „Ich bin gottfroh, dass wir uns für Traglufthallen entschlossen haben.“ Nur deshalb sei man in der Lage, demnächst die letzte noch belegte Schulturnhalle in Unterschleißheim frei zu geben.

Andreas Sachse

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