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Buntes Leben an der Ruderregatta-Strecke:  Die „Munich Beach Resort GmbH“ hat dort das „Isle of summer“-Festival veranstaltet und will das Areal am liebsten auch im Winter nutzen. Die Tennishallen von Nici Pilic wären dafür ideal geeignet.

Ausbau geplant: Noch mehr Spiel und Spaß an der Ruderregatta-Strecke

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Oberschleißheim - Seit drei Jahren gibt es ein kleines Strandparadies am Rande der Oberschleißheimer Ruderregatta-Strecke. Drei Freunde aus Dachau hatten 2013 dort rund 2000 Tonnen Sand aufgeschüttet und das kleine Sport und Freizeit-Paradies geschaffen. Die Gemeinde hatte das Projekt stets wohlwollend begleitet.

Bisher allerdings mit Ein-Jahres-Verträgen. 2015 dann erhielten die Betreiber, mittlerweile als „Munich Beach Resort GmbH“ (MBR) eingetragen, zum ersten Mal einen Vertrag über fünf Jahre. Jetzt soll das Projekt noch einmal ausgebaut werden. Und der Gemeinde gefällt es. 

Schon mit der Unterschrift des Fünf-Jahres-Vertrages haten die Betreiber investiert: sie erweiterten die sechs Sandplätze, renovierten die Bar und schafften sich den Slogan „hang loose, zefix“ an. Jetzt soll die Anlage noch einmal wachsen: MBR will die Tennishallen der ehemaligen Tennisakademie von Niki Pilic nutzen.

Bereits im Februar hatten die Gemeinderäte im Bauausschuss Umbauplänen von MBR zugestimmt. In der ehemaligen Tennisakademie soll Besuchern witterungsunabhängig Fun und Sport ermöglicht werden. Geplant ist ein Kinderspielparadies. Die Gastronomie wird ausgebaut. Vorgesehen ist außerdem ein Cateringbetrieb. Die zu einem Eventpark umfunktionierte Anlage soll für Firmen- und Privatveranstaltungen geöffnet werden. Gäste können auf dem Gelände Zimmer mieten. Insgesamt wollen die Betreiber dann wesentlich witterungsunabhängiger planen können. Abgesehen von dem Strand will die in Windach ansässige Gesellschaft im Außenbereich der Anlage unter anderem sechs Beachvolleyballfelder betreiben, einen Beachsoccerplatz, eine 18-Loch-Golfanlage, Eissportbahnen und eine Kletterecke. 

Die Genehmigung für MBR ist zwischenzeitlich aber abgelaufen. Um sich dauerhaft an der Dachauer Straße 35 niederlassen zu können, verlangt das Landratsamt von der MBR-Geschäftsführung eine detaillierte Beschreibung der künftigen Nutzung. Die Gemeinde schließt sich der Forderung aus München an. Eigentümer des Olympia-Geländes ist das Sportamt München. 

Probleme mit der Nutzung indes äußerte in der jüngsten Sitzung des Bauausschusses Peter Benthues (CSU). Besonders sauer stoßen dem Gemeinderat die vorgesehenen Öffnungszeiten auf. Von 9 Uhr bis 0.30 Uhr, feiertags und am Wochenende bis 1.30 Uhr, soll auf der Ruderregatta-Anlage Spiel und Spaß angesagt sein. Schon jetzt sei der Lärm bisweilen unerträglich, sagte Benthues. Und das sei weder den benachbarten Badersfeldern noch den Bewohnern der Quartiere im Westen der Gemeinde zuzumuten. Benthues gab an, aus Erfahrung zu sprechen. Der Gemeinderat wohnt in West-Oberschleißheim. Er wolle bestimmt nicht den Spielverderber geben, fügte Benthues an. „Ich sehe hier aber eine ganz erhebliche Ausweitung als Vergnügungspark.“ Die Entscheidung für MBR fiel schließlich gegen die Stimme von Benthues. Dass die Gemeinderäte der Gesellschaft schon im Februar gestatteten, das Gelände zu nutzen, kümmerte Benthues nicht. „Ich habe nicht dafür gestimmt“, rief er. 

Mit ihrer Entscheidung stellt die Gemeinde einen Bebauungsplan und die Änderung des Flächennutzungsplans in Aussicht. Der Investor ist aufgerufen, den Auflagen des Landratsamtes Folge zu leisten. Lärmemissionen sind Gegenstand des nun folgenden Verfahrens. Das „Munich Beach Resort“ müsse als Bereicherung für Oberschleißheim betrachtet werden, argumentierte etwa SPD-Sprecher Florian Spirkl. „Wir wollen doch Kultur im Großraum München.“ Da sollte man schon hinnehmen können, wenn es ein, zwei Mal im Jahr etwas lauter wird.

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