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Streitpunkt Nummer eins: die Zukunft des Bahnhofs Oberschleißheim.  

Räte werfen im Untätigkeit vor

Bahnhof-Zukunft: Heftige Kritik am Bürgermeister 

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Heftiger Gegenwind für Kuchlbauer: Der Bürgermeister muss sich in Sachen Tieferlegung des Bahnhofs ganz schön was anhören im Gemeinderat. 

Oberschleißheim – Der Gemeinderat Oberschleißheim geht auf Konfrontationskurs mit der Deutschen Bahn – und mit dem Bürgermeister. Die im Herbst 2016 empfohlene Tieferlegung des Bahnhofs scheint derweil ferner denn je. Denn Ratsmitglieder fast aller Fraktionen fordern Nachbesserungen, auf die sich die Deutsche Bahn kaum einlassen dürfte.

Status quo ist: Eine Machbarkeitsstudie empfahl im Oktober 2016, die Schienen in einem 1700 Meter langen Trog zu versenken. Das ist Grund- und Ausgangslage für die Deutsche Bahn. Bei dieser Variante würden die Gleise aus Richtung München auf Höhe des Ortseingangs abwärts führen und unter dem Dachauer Kanal mit sechs Metern den tiefsten Punkt zu erreichen. Dort beginnt der 210 Meter lange Bahnsteig des unterirdisch gelegenen Bahnhofs. Auf Höhe des heutigen Bahnhofs kommen die Schienen an die Oberfläche.

Eine Variante, die von Anfang an und bis heute für Missfallen in Oberschleißheim sorgt. Als problematisch wird besonders von den Grünen gesehen, dass ein Großteil der Strecke mit Lärmschutzwänden ausgestattet werden soll. Die Befürchtung: Das würde die Teilung des Orts zusätzlich verstärkten. Die Fraktionen verständigten sich zwar darauf, das Konzept auf Grundlage der Studie fortzuentwickeln, doch Kritik und Ängste sind groß: Weshalb den derzeitigen Bahnhof aufgeben, der für 5,5 Millionen Euro saniert wurde? Versinkt die Gemeinde im überörtlichen Verkehr, sobald die Schranke an der B 471 überflüssig wird?

Es wird viel und oft gestritten: Den sanierten Bahnhof möge man erhalten oder im Fall der Verlegung ins Untergeschoss nahe der B 471 für einen zweiten Halt im südlichen Gewerbegebiet sorgen – oberirdisch. So die Forderungen der einen. Eine zweite Fraktion bevorzugt einen tiefergelegten Bahnhof zwischen B 471 und dem heutigen Gebäude.

Obwohl sich bis heute nichts getan hat, gerät nun Bürgermeister Christian Kuchlbauer (FW) ins Kreuzfeuer der Kritik. Wie eine Standarte würde er die favorisierte Variante der Machbarkeitsstudie vor sich hertragen, sagte Peter Benthues (CSU). Anstatt sich an geeigneter Stelle für Alternativen einzusetzen, habe er untergeordnete Stellen bloß ein paar Mails versenden lassen. Vor allem habe er es versäumt, namhafte Vertreter der Uni auf seine Seite zu ziehen. Noch deutlicher wurde Gisela Kranz (CSU): Es liege ihr fern, Rathaus-Sprecherin Doris Rohe Untätigkeit vorzuhalten. „Sie tun sicher mehr als andere in verantwortlicher Position.“

In dem Zusammenhang verwies Markus Büchler (Grüne) auf die Anstrengungen, die Kirchheims Bürgermeister Maximilian Böltl (CSU) über das „Bündnis Ost“ mit Bürgermeistern, Landräten und Unternehmerverbänden zum Ausbau der S2-Ost unternommen habe. In Oberschleißheim biete sich auch ein Bündnis – aus LMU, Flughafen und Gewerbeverband – an.

Die Vorwürfe wies Kuchlbauer zurück. Selbstverständlich führe er Gespräche an oberster Stelle. „Ohne Geld aber geht nichts.“ Zudem dürfte sich die Bahn von der Empfehlung der Studie nicht abbringen lassen, meint er. „Sie wollen den zweiten Halt? Dann gibt es keine Tieferlegung.“ Gleiches gelte für den Bahnhof, der in Richtung B 471 verlegt würde. Er verdeutlichte: „Die Bahn hat kein Interesse an einer Veränderung.“ Selbst wenn die Schranke an der B 471 eines Tages 60 Minuten dicht sein sollte. „So lange die Züge rollen und Gewinn abwerfen...

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