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Einzug in das Bruckmann-Gebäude: Die additive Fertigung sollen zunächst 80 Mitarbeiter in den mehr als 6000 Quadratmeter großen Hallen vorantreiben. Die Eröffnung ist für Anfang 2019 geplant.

BMW baut auch in Oberschleißheim

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Oberschleißheim– BMW kommt – nach Unterschleißheim – jetzt auch nach Oberschleißheim. Die Gemeinde reagiert euphorisch. Für zehn Millionen Euro soll auf dem ehemaligen Bruckmann-Areal ein Campus der additiven Fertigung für Autoteile entstehen. Nach „Tenneco“ und „Würth“ ist BMW der dritte große Name in dem Gewerbepark an der Mittenheimer Straße. Additive Fertigung, das bedeutet in dem Fall, dass die BMW-Group ihre technologische Kompetenz im Bereich des 3D-Druckverfahren in Oberschleißheim konzentrieren will. Damit wird die Gemeinde zum Standort für eine bedeutende Zukunftstechnologie. BMW hat bereits begonnen, einzelne, im 3D-Druckverfahren hergestellte Teile in Autos einzubauen, wie etwa beim neuen „BMW i8 Roadster“. Gegenüber den herkömmlichen Kunststoffspritzgussteilen weisen 3D-Bauteile nach Unternehmensangaben weniger Gewicht bei gleichzeitig deutlich höherer Stabilität auf. Die an bionischen, also den Konstruktionen der Natur angelehnte Geometrie des Bauteils wurde für den 3D-Druck optimiert.

In dem vor rund zwei Jahren von „Beos“ erworbenen, insgesamt 27 000 Quadratmeter großen Gewerbepark in der Ortsmitte wird BMW mit zunächst 80 Mitarbeitern in das Bruckmann-Gebäude mit mehr als 6000 Quadratmetern einziehen. Die Eröffnung ist für Anfang 2019 geplant. Der neue Campus dient BMW als Pilot zur weiteren Erforschung neuer Technologien der additiven Fertigung. Im Mittelpunkt steht die Produktion von Teilen für die Prototypenfertigung, die Serienproduktion und für individualisierte Fahrzeugteile. Der Campus soll zudem als interdisziplinäre Schulungs- und Projektfläche für Entwicklungsingenieure dienen. „Beos“ ist ein in Berlin ansässiger Projektentwickler mit Niederlassungen und Projekten in der ganzen Republik.

Oberschleißheims Bürgermeister Christian Kuchlbauer (FW) sprach von einem „schönen Erfolg“ für Oberschleißheim. „Das ist etwas, das uns weiterhilft.“ Dabei denkt Kuchlbauer nicht nur an Gewerbesteuern. „Ein Zukunfts-Campus von BMW wertet die Gemeinde auf“, sagte er.

Ähnlich äußerte sich der Oberschleißheimer Gewerbeverbands-Chef Walter Klar: „Für Oberschleißheim ist das eine sehr interessante Sache.“ Im 3D-Druck sieht Klar die Zukunft der Automobilproduktion. „Und natürlich ist es gut, dass BMW nicht nur in Unterschleißheim präsent ist.“ Was das hinzugewonnene Renommee betrifft, mag Bürgermeister Kuchlbauer in dieselbe Richtung denken. Auf dem Business Campus sammelt der große Nachbar aus dem Norden Gewerbesteuerzahler in Serie. Da wird es Zeit, dass Oberschleißheim nachzieht.

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