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High-Tech-Campus Oberschleißheim

Nach Absage im April: BMW kommt doch ins Münchner Umland - und lässt sich das 10 Millionen kosten

  • vonAndreas Sachse
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Nach einer Absage im April wird BMW sich nun doch im Münchner Umland niederlassen. In Oberschleißheim soll ein neuer High-Tech-Campus entstehen des Auto-Konzerns entstehen.

  • BMW kommt doch nach Oberschleißheim.
  • Vor sechs Monaten hatte BMW die Pläne zunächst fallen lassen.
  • Durch spezielle Verträge bindet sich BMW auf bis zu 20 Jahre an den neuen Standort.

Oberschleißheim – Auf dem Gelände des früheren Bruckmann-Areals in Oberschleißheim bei München sind mit Tenneco und Magna bereits zwei etablierte BMW-Partner tätig. Mit der neuen BMW-Niederlassung ist der vor gut drei Jahren von dem Projektentwickler „Beos“ erworbene, 27.000 Quadratmeter große Gewerbepark in der Mittenheimer Straße komplett. Außer Tenneco, Magna und dem BMW-Campus haben sich im so genannten „Druckwerk“ auch der Werkzeug-Großhandel Würth und das Einrichtungshaus Designfunktion angesiedelt. Räumlichkeiten des Gewerbeparks werden zudem vom Münchner Kulturzentrum Gasteig als Lager genutzt. Die Berliner Beos AG entwickelt und bewirtschaftet bundesweit gemischt genutzte Gewerbeobjekte.

BMW in Oberschleißheim: Zehn Millionen Euro Investitionssumme

BMW lässt sich sein Engagement in Oberschleißheim zehn Millionen Euro kosten. Ursprünglich hätte der Campus Anfang des Jahres eingeweiht werden sollen. Aus, wie es heißt, „baulichen Gründen“ verschob sich der Termin. Bei BMW geht man inzwischen davon aus, den Betrieb im ersten Quartal kommenden Jahres, spätestens im Juni, zu eröffnen. Auf 6000 Quadratmeter sollen 80 Mitarbeiter beschäftigt sein.

Ansiedlung im „Druckwerk“ - Trost für Bürgermeister Kuchlbauer

Nachdem BMW im Frühjahr einen Standort im Norden der Gemeinde abgesagt hat, reagiert man im Rathaus um so erleichterter, dass der Konzern am „Druckwerk“ festhält. Dass die BMW-Group ihre technologische Kompetenz im Bereich des additiven Manufacturings in Oberschleißheim konzentrieren will, ist für Bürgermeister Christian Kuchlbauer (FW) mehr als ein kleiner Trost für die vor einem halben Jahr geplatzten Verhandlungen. Die kurzfristige Absage von BMW hatte unter anderem zu enormen Streitigkeiten geführt. 

Lesen Sie auch: BMW plant in München ein neues Forschungszentrum (FIZ). Bis 2050 sollen an die 41.000 Menschen in dem neuen BMW-Zentrum in München arbeiten. Und eine ganz neue Infrastruktur entstehen. Eine Stadt in der Stadt.

Optimierung für 3D-Druck: Leichte Bauteile von hoher Stabilität

Die additiven Fertigung wird gemeinhin mit dem 3D-Druck gleichgesetzt. Aus unterschiedlichen Materialien, aus Kunststoffen, Metall und Verbundwerkstoffen, werden Autoteile geformt, wie heute schon beim neuen BMW i8 Roadster. Gegenüber herkömmlichen Verfahren weisen 3D-Bauteile weniger Gewicht bei deutlich höherer Stabilität auf. Die an Konstruktionen aus der Natur angelehnte Gestalt der Bauteile wird für den 3D-Druck optimiert. Die neuen Bauteile sollen laut BMW sowohl in kleiner Stückzahl als auch in Serie produziert werden.

Es entsteht ein richtiger Campus - BMW plant Ausbildung in Oberschleißheim

Wie Konzern-Sprecherin Carolin Seidel betonte, befasst BMW sich im „Druckwerk“ nicht allein mit Forschung und Produktion von 3D-Druckverfahren. „Stellen Sie sich das wie einen Campus vor.“ In Zusammenarbeit mit Hochschulen will BMW auf dem Gelände Mitarbeiter ausbilden. Geplant ist eine interdisziplinäre Schulungs- und Projektfläche für Entwicklungsingenieure.

„Es tut sich was am Ort“, resümiert Bürgermeister Kuchlbauer. Dank der von Beos angeworbenen Unternehmen würde Oberschleißheim gewaltig aufgewertet. Als besonderen Erfolg wertet Rathaus-Sprecherin Doris Rohe, dass die Unternehmen durch langfristige Verträge zwischen zehn und 20 Jahre an den Standort gebunden sind.

Lesen Sie auch: BMW will sparen - das bringt schmerzhafte Einschnitte mit sich. Nun sollen wohl auch explizit Hochqualifizierte betroffen sein. Doch der Betriebsrat kündigt Widerstand an.

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