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Machtwechsel: Ab 1. Mai übernimmt Markus Böck (vorne) die Geschäfte im Oberschleißheimer Rathaus. Christian Kuchlbauer ist nach einer Amtszeit nicht wiedergewählt worden.

Mit 54,1 Prozent

Bürgermeisterwahl: Aus dem Nichts ins Rathaus: Markus Böck (CSU) entthront Amtsinhaber

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Sensationssieg in Schleißheim: Der CSU-Senkrechtstarter Markus Böck hat Christian Kuchlbauer (FW) aus dem Amt verdrängt. 

Oberschleißheim – Oberschleißheim hat einen neuen Bürgermeister. Markus Böck (CSU) löst Amtsinhaber Christian Kuchlbauer (FW) nach sechs Jahren ab. Der im ersten Wahlgang vor zwei Wochen noch hinter Kuchlbauer (59) platzierte Böck brachte es in der gestrigen Stichwahl auf 54,1 Prozent der Stimmen. Kuchlbauer kam auf 45,9 Prozent.

Mit dem 43-jährigen Böck entschieden sich die Wähler für den von nahezu allen Parteien propagierten Wechsel im Rathaus. SPD und FDP hatten sich zwischenzeitlich für den CSU-Kandidaten ausgesprochen, die Grünen sich einer Empfehlung enthalten.

“Kleine Sensation“

Unmittelbar nach der Entscheidung um 19.14 Uhr sprach Böck von einer „kleinen Sensation“. In den zurückliegenden Monaten hatte er während des Wahlkampfs zwar deutlich an Format gewonnen. Der Malus eines Notnagels aber, der von der CSU erst auf Drängen des Kreisvorstands und nach heftiger Schelte aus Berlin nominiert worden war, haftete ihm an. Hinzu kommt, dass Böck im benachbarten Hackermoos und nicht in Oberschleißheim lebt, die Wahl in der Öffentlichkeit zum Kampf eines Auswärtigen gegen den alteingesessenen, im Ort verwurzelten Amtsinhaber stilisiert worden war.

Um so größer die Freude, nachdem der letzte von zehn Briefwahlbezirken ausgezählt war. „Das Ergebnis spiegelt den Wunsch der Oberschleißheimer nach einem Wechsel wider“, frohlockte Böck, der CSU-Senkrechtstarter. „Darüber bin ich froh.“

Amtsinhaber Kuchlbauer: „Mein Leben wird jetzt deutlich entspannter sein.“

In Zeiten von Corona war weder Böck noch Kuchlbauer ein regulärer Wahlkampf möglich. Beide betonten, den persönliche Kontakt mit dem Wähler vermisst zu haben. In den 14 Tagen seit dem ersten Wahlgang, als Kuchlbauer noch mit fünf Prozent vor dem Herausforderer abschloss, hatte sich der amtierende Bürgermeister als Krisenmanager ins Zeug gelegt. „Wahlkampf an sich, das war für mich nebensächlich!“ Um so mehr ist ihm die Enttäuschung über die Niederlage anzumerken.

„Dass es eng wird, war mir klar“, sagte Kuchlbauer gestern Abend. Obwohl nun auch SPD und FDP gegen ihn standen, rechnete er sich dennoch gute Chancen aus. Immerhin: „Mein Leben wird jetzt deutlich entspannter sein.“ Ob er sein Mandat im Gemeinderat annimmt, vermochte Kuchlbauer im Eindruck der Niederlage nicht zu sagen. Seinem Nachfolger prognostiziert er eine schwierige Zeit. „Ich beneide ihn nicht.“

Über alle Stichwahl-Ergebnisse informieren wir in unserem Ticker.

Am 1. Mai beginnt die Amtszeit von Markus Böck. Um einen möglichst nahtlosen Übergang zu gewährleisten, will sich der 43-Jährige mit seinem Vorgänger detailliert absprechen. Böck teilte mit, die Tagespolitik trotz Corona nicht hintanstellen zu wollen. „Schnellstmöglich brauchen wir ein neues Gewerbegebiet“, kündigte er an: „Oberschleißheim hat jede Menge Baustellen. Es gibt viel zu tun.“

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