Ungewohnt beim Bierbrand, ist die starke Schaumbildung beim Befüllen der Destille 
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Ungewohnt beim Bierbrand, ist die starke Schaumbildung beim Befüllen der Destille 

Schnaps aus Gerstensaft

Gastro-Lockdown lässt Bier schlecht werden: Brauerei mit „hochprozentiger“ Rettungsidee

Viele Brauereien müssen ihr Fassbier aufgrund des Corona-Lockdowns in der Gastronomie wegschütten. Bei der Remonte Brauerei in Oberschleißheim hat man sich jetzt auf Bierrettungsmission begeben.

Oberschleißheim - Auch die Genossenschaft der Schleißheimer“ Remonte Brauerei“ stand vor diesem Problem, dass der anhaltende Lockdown wegen der Corona-Pandemie in Deutschland auslöste: Das Mindesthalbarkeitsdatum läuft ab, und das Bier darf nicht mehr verkauft werden. Doch das wollte man dort so nicht hinnehmen: Die Vorsitzenden Thomas Haselbeck und Florian Trost, der auch der „ Braumeister von Remonte Bräu Schleißheim ist, sowie Aufsichtsrat Alexander Bauer hatten eine Idee.

Corona-Lockdown in der Gastro: 200 Mass Helles werden in Schnaps verwandelt

Dabei kam es ihnen entgegen, dass es in Oberschleißheim eine Schlossbrennerei gibt, für die Alexander Bauer als Betriebsleiter des Schleißheimer Hofgartens zuständig ist. So wurde der Versuch „Remonte Bierbrand“ gestartet und gut 200 Mass „Remonte Urhell“ wurden in der schlosseigenen Destille in hochprozentigen Schnaps verwandelt. Einige Monate muss der jetzt noch lagern, ehe er auf Trinkstärke verschnitten und abgefüllt werden kann. „Das Destillat hat einen vielversprechenden Geschmack nach Hopfen und Malz, sowie eine unvergleichliche Honignote“, beschreibt Remonte-Braumeister Florian Trost und ist sichtlich begeistert.

Florian Trost (l.) und Alexander Bauer beim Destillieren des Remonte-Fassbieres

Bierrettung nach Corona-Lockdown: Gemeinsame historische Wurzeln

Durch ehrenamtliches Engagement, durch das die junge Brauereigenossenschaft ja getragen wird, konnte auch die finanziell Belastung für die Genossenschaft in überschaubaren Grenzen gehalten werden. Brennereileiter Alexander Bauer führte mit Florian Trost die beiden Brände komplett in seiner Freizeit durch, lediglich die der Schlossbrennerei entstandenen Auslagen wurden erstattet. „Diese Zusammenarbeit hat darüber hinaus auch noch eine besondere historische Brisanz“, erklärt Bauer. Denn die Schleißheimer Schlossbrennerei und die ehemalige Schlossbrauerei, die später als Remontedepot -Brauerei Schleißheim überregionale Bekanntheit erlangte, hat bis ins 16. Jahrhundert zurückgehende, gemeinsame Wurzeln. „Unsere Schlossbrennerei“, sagt Bauer, „ist den historischen Quellen zufolge ja aus einem alchemistischem Labor, in dem auch Schnaps gebrannt wird, hervorgegangen.“ Später hat man dann dort, neben dem Obst aus der Schlossanlage, dann wohl hauptsächlich auch anfallende Biertreber und Bierrückstände aus der Schlossbrauerei zu Schnaps verarbeitet.  

mm

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