Vom Brachland zur Steuerquelle: Auf dem Areal nahe der A92 (Hintergrund) soll ein Gewerbegebiet entstehen. gerald förtsch
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Vom Brachland zur Steuerquelle: Auf dem Areal nahe der A92 (Hintergrund) soll ein Gewerbegebiet entstehen.

„Die Leute sollen zu uns kommen“

Südlich der B471: Investor will „Premium-Gewerbegebiet“ bauen

  • vonAndreas Sachse
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Ein Investor will im neuen Schleißheimer Industrieareal südlich der B 471 hauptsächlich forschende Betriebe ansiedeln. Der Bürgermeister hält ihn für einen „hervorragenden Partner“.

Oberschleißheim – Ein Gewerbe-Entwickler aus Gilching (Kreis Starnberg) hat sich dem Schleißheimer Gemeinderat als Investor vorgestellt. Die „Asto Business Group“ soll Flächen im Süden der B 471 als eine Art Premium-Gewerbegebiet gestalten.

Das 15 Hektar große Areal gegenüber der Ertlsiedlung gilt als das wohl letzte potenzielle Gewerbegebiet für Oberschleißheim. Die Lage im Landschaftsschutzgebiet ist jedoch umstritten. Erst unlängst beantragte der Gemeinderat, die Flächen aus dem Schutzstatus herauszulösen. Nichts spricht dagegen, dass der Kreistag dem Wunsch entspricht. Mit dem Verlust an geschützter Natur können sich in Schleißheim zumindest die Grünen nicht arrangieren. Wegen der Nähe zur Autobahn argwöhnt die Fraktion zudem, dass der Wunsch nach einem klimaneutralen, durch einen Branchen-Mix aus leichter Produktion, Forschung und Entwicklung gerichteten Premium-Gewerbegebiets keineswegs ein Selbstläufer sei.

„Irgendwann müssen die Flächen besetzt werden“

Helga Keller-Zenth erinnerte an frühere Erfahrungen mit einem anderen Gewerbegebiet, als Premium-Mieter trotz jahrelangem Werbens ausblieben. „Irgendwann müssen die Flächen besetzt werden.“ Keller-Zenth ist überzeugt, dass sich der günstigen Verkehrslage wegen, vor allem Speditionen und dergleichen um einen Platz in dem Gewerbegebiet bewerben dürften.

Derlei Fehlentwicklungen soll „Asto“ von Vornherein entgegenwirken. Die Firma kann auf erfolgreiche Projekte verweisen, auf Erfahrungen mit kommunalen Gewerbegebieten. In Martinsried etwa, wo Biotech im Zentrum steht. Medizintechnik und Pharma in Erlangen. Dazu Luft- und Raumfahrt im Asto-Park in Oberpfaffenhofen. Die Gewerbe-Entwickler setzen auf „Anker-Mieter“, wie Siemens in Erlangen. Um prominente Mieter stellt „Asto“ den Rest des Gewerbegebiets zusammen.

Asto ein „hervorragender Partner“

Das Gewerbegebiet im Süden der B 471 hat Bürgermeister Markus Böck (CSU) längst zur Chefsache erkoren. Die Gemeinde braucht Bares. Die Möglichkeiten, an Steuergelder zu gelangen, sind allerdings rar. In „Asto“ sieht Böck einen „hervorragenden Partner“.

Konzeptionelle Vorstellungen passen offenkundig zusammen, weshalb man sich im Rathaus sehr gut vorstellen könnte, „Asto“ in dem Gewerbegebiet dauerhaft als Quartiersmanager zu beschäftigen. Wie der Gemeinde ist den Gilchingern an produzierenden Mietern gelegen, an forschenden Betrieben, möglichst mit eigenem Labor. „Asto“ ist an Synergieeffekte mit dem nahen Campus gelegen: Tiermedizin, Umweltthemen, Gesundheit und Lebensmittelsicherheit. Ein diesbezüglich ausgerichtetes Gewerbegebiet sollte über die Region hinaus ein Alleinstellungsmerkmal besetzen, warb „Asto“: „Innovatives Handwerk“ könnte man als Zulieferer gewinnen.

Cafés und kleine Shops geplant

Das Gewerbegebiet selbst soll mit viel Grün, mit Cafes und kleinen Shops einen hohen Grad an Aufenthaltsqualität vermitteln. Leih-Räder, Kinderbetreuung, attraktive Freizeitangebote, Studentenwohnungen; geht es nach „Asto“, soll das Gewerbegebiet einem belebten Ortsteil gleichen. „Wir wollen offen sein für Jedermann“, sagte der Geschäftsführende Gesellschafter, Ekkehart Fabian. „Die Leute sollen zu uns kommen. Asto schwebt eine enge Verzahnung des Gewerbegebiets mit dem Rest der Gemeinde vor.

Was die nächsten Schritte betrifft, hielten sich die Gilchinger Investoren bedeckt. Für einen detaillierten Zeitplan sei es noch zu früh.

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