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Neue Klangdimensionen: Die Hochberger Soat’nmusi, hier in der Besetzung mit zwei Zithern, besteht seit 30 Jahren. Die Gruppe spielt hin und wieder auch in Besetzung mit einer Zither und einer Querflöte. 

Ein Gefühl von Geborgenheit

Elisabeth Rehm, bekannte BR-Moderatorin, ist zu Gast in Oberschleißheim. Und sorgt mit ihrer Liebe zur Volksmusik und mit nachdenklichen Texten für eine besondere Stimmung.

Oberschleißheim – Die bekannte BR-Moderatorin Elisabeth Rehm führte durch das bayerische Adventskonzert im Oberschleißheimer Bürgerhaus. Die Garmisch-Partenkirchnerin leitet seit mehr als 15 Jahren Volksmusiksendungen.

Die prominent besetzte Gästeliste ließ Telefondrähte schon zum Vorverkauf glühen. Nicht alle Tage treten Künstler, die man sonst nur im TV zu sehen bekommt, vor der eigenen Haustür auf: Der Mittenwalder Dreigesang, die Hochberger Saitenmusi, die Werdenfelser Bläser und natürlich auch der Familiendreigesang Rehm. Gaby Hohenberger, in der Gemeinde Oberschleißheim für Kultur zuständig, berichtete von Anfragen weit über die Region hinaus.

Das Werdenfelser Land, das man in Oberbayern gemeinhin auch das Zugspitzland nennt, gilt von je her als Nährboden für Volksmusik mit Anspruch. Davon abgesehen, dass man sich im Landkreis Traunstein eher dem Chiemgau zugehörig fühlt, wie die Mitglieder der Hochberger Saitenmusi nicht zu erwähnen versäumten, traten die Gäste auf der Bühne als Einheit auf.

Das Programm folgte dem Konzept vorweihnachtlicher Besinnung: Zwei, drei Musikstücke, gefolgt von einem Text, der auf die „staade Zeit“ einstimmen sollte: „Liegt’s an dem komischen Wort Advent“, rezitierte Elisabeth Rehm einen der ausgewählten Texte: „Daran vielleicht, dass es anfängt zu schneien, dass es nach Zimt duftet und nach selbst gebackenen Keksen? Woher kommt das Gefühl von Geborgenheit? Woran liegt’s, dass Menschen wieder menschlich werden?“

Seit ein paar Jahren kommentiert Elisabeth Rehm auch den Trachten- und Schützenumzug beim Münchner Oktoberfest. Groß geworden ist sie in Garmisch als Tochter von „Waggi“ Rehm, einem der bundesweit populären „Brüder Rehm“, die das Jodeln zur Kunst erhoben haben. „Waggi“, seine Ehefrau Hildegard und Tochter Elisabeth formieren den Familiendrei- beziehungsweise -viergesang, in Oberschleißheim ergänzt durch Max Wank, Ehemann von Elisabeth. Schwester Steffi fehlte diesmal.

Mit den Werdenfelser Bläsern, dem vokalen Dreigesang aus Mittenwald, den klassisch instrumentalisierten Rehms und den Hochbergern ist es dem Schleißheimer Kulturteam gelungen, ein gut durchkomponiertes Gesamt-Ensemble auf die Bühne zu stellen. Volksmusikalisch neue Klangdimensionen erschloss dabei die Hochberger Soat’nmusi mit Harfe, Hackbrett, Zither und Contrabass. Ein funktionierender Kontrast zu den Bläsern und dem feinen Dreigesang.

Mit Hilfe von Texten, die die Ängste der Kinder vor Knecht Ruprecht und dem Krampus behandelten und Widersprüche zwischen der Konsumgesellschaft und der staaden Weihnachtszeit thematisierten, brachte Rehm das Publikum zum Nachdenken. Weil fast jede dieser Geschichten auch einen Grund zum Lachen bot, sicherte sie sich die Aufmerksamkeit der Zuhörer.  an

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