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Massiven Protest gab es von den Gästen gegen das Aus des "Kreuzhofs". Letztlich vergebens.

Nach ewigem Hin und Her ums Gasthaus

Endgültiges Aus für den "Kreuzhof"

Oberschleißheim – Nun ist es endgültige Gewissheit: Der "Kreuzhof" macht dicht. Nach langem Kampf und Hin und Her muss die Traditionswirtschaft einer Tankstelle weichen.

Lange Zeit war unklar, wie es mit dem „Kreuzhof“ in Oberschleißheim weitergeht. Jetzt ist es gewiss: Zum Ende des Jahres macht das Wirtshaus endgültig dicht. Ein Schock für die Wirtsleute, Angestellten und Gäste. „Ich kann es immer noch nicht wahrhaben. Ich fühle mich momentan wie in Trance“, sagt Wirt Volker Kurz. „Uns nimmt das alle sehr mit.“ 

Erst kürzlich erreichte ihn die Nachricht, dass die geplante Tankstelle nun tatsächlich realisiert werde. Gleichbedeutend mit dem Aus des Traditionshauses. Traurige Gewissheit einerseits, eine kleine Erleichterung für Monika und Volker Kurz andererseits. Zu lang zog sich die Entscheidung über die Zukunft des Gasthofs an der B 13 hin. „Wenn man jetzt weiß, dass Schluss ist, kann man sich wenigstens darauf einstellen.“

 Ein Riesenschock war es allemal. Auch für das Personal. Die 20 Mitarbeiter konnten es anfangs gar nicht glauben. „Irgendwo hat jeder natürlich noch gehofft, dass wir doch bleiben können. Man klammert sich an jeden Strohhalm.“ Vergeblich. Eine kurzfristige Verlängerung des Ende Dezember auslaufenden Pachtvertrages über 2015 hinaus hätte Volker Kurz auch nicht verwundert. „Bis jetzt war es ja immer so, dass kurz vorher doch noch etwas kommt. Das machen wir schon seit drei Jahren so mit. Diesmal nur leider mit negativem Ausgang.“ 

Dass für sie im Kreuzhof Schluss ist, wusste das Paar schon länger. Seit Sommer 2014 stand fest, dass an gleicher Stelle eine Tankstelle entstehen soll. Fraglich war nur wann. Zwischenzeitlich machten Gerüchte die Runde, dass es dem französischen Ölkonzern „Total“ finanziell nicht besonders gut gehe, Hoffnung kam auf. Die Tankstelle kommt jetzt doch, noch ist zwar unklar wann, aber das Wirtshaus muss weichen. 

Das sorgt für Unverständnis. „Die Gäste waren entsetzt“, erzählt Kurz. „Die sagen: Wir brauchen keine neue Tankstelle.“ Nur 500 Meter entfernt gibt es eine „Shell“. Beliebt war der „Kreuzhof“ bei den Gästen nach wie vor, obwohl „ja niemand wusste, wie es weitergeht“. „Wahnsinnige Einbrüche“ gab es daher nur bei größeren Veranstaltungen, die langfristig geplant werden müssen. Ein bisschen Hoffnung kann der Wirt den Gästen dennoch machen. Die Suche nach einer Alternative läuft auf Hochtouren, wenn auch bislang noch ohne Erfolg. Eines steht aber fest: „Wir wollen im Münchner Norden bleiben".

fp

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