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Umbauarbeiten: Die Fassade der Grundschule Parksiedlung ist eingerüstet. Hier wird saniert. Im Herbst sollen dann auch die Arbeiten f ür den Anbau beginnen.

Fehler in der Kommunikation

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Die Gemeinde will die Grundschule Parksiedlung in Oberschleißheim neu strukturieren. Vom Elternbeirat gab es dafür scharfe Kritik. Jetzt räumt die Gemeinde Versäumnisse ein.

Oberschleißheim – Die Zukunft von Grundschule und Hort in der Parksiedlung in Oberschleißheim ist offen. Die Gemeinde räumt Fehler in der Kommunikation mit den Eltern ein, hätte sich aber eine sachlichere Intervention des Elternbeirats gewünscht.

In der vergangenen Woche hatte der „Gemeinsame Elternbeirat der Oberschleißheimer Schulen und Kinderbetreuungseinrichtungen“ einen sofortigen Stopp der Bauarbeiten an der Grundschule gefordert. Die Gemeinde plant einen Ausbau der Schule. In einen neuen Anbau sollen Hortkinder aus dem alten, dem sogenannten roten Schulhaus ausziehen. Im Gegenzug würde das Hortgebäude von der Schule genutzt werden. Der Elternbeirat beklagt, in die Pläne nicht einbezogen worden zu sein. Die „Mehrheit der betroffenen Familien“ lehne den geplanten Anbau ab. Im September sollten eigentlich die Arbeiten dafür beginnen.

Im November 2015 hatte der Gemeinderat die Ausbaupläne beschlossen. Vom Prozess der Entscheidungsfindung allerdings war die Öffentlichkeit ausgeschlossen worden. Das Rathaus räumt inzwischen Fehler ein: „Es ist versäumt worden, mit Eltern zu sprechen“, sagt Rathaussprecherin Doris Rohe und kündigt einen Umschwung im Umgang mit den Eltern an: „Wir müssen jetzt sehr viel reden.“

In den kommenden Wochen wird sich herausstellen, ob das Klima für den von der Gemeinde gewünschten „Kommunikationsprozess“ nicht schon vergiftet ist. Das Rathaus wirft den Eltern Polemik vor. Weder Bürgermeister Christian Kuchlbauer (FW) noch seine Sprecherin, Doris Rohe, nehmen dem Elternbeirat ab, dass die Mehrheit der Familien den Anbau tatsächlich ablehnt, wie in dem Protestschreiben formuliert. „Ich habe selbst Kinder an der Schule“, sagt Rohe.

In einem „Workshop“ hatten Gemeinderäte und Verwaltung die Ausbaupläne im Herbst 2015 beraten. Kuchlbauer teilte mit, die Schulleitung informiert zu haben. Die Ergebnisse seien anschließend veröffentlicht worden. Der Bürgermeister fragt sich daher, weshalb die Eltern sich erst eineinhalb Jahre später in einem öffentlichen Protest an die Verwaltung wenden. Wenige Wochen vor Beginn der Bauarbeiten.

Die Eltern widersprechen: Frühzeitig habe man versucht, Einfluss auf die Gestaltung der Schule und des Horts zu nehmen. Anfragen habe das Rathaus jedoch ignoriert. Der Elternbeirat wünscht einen zukunftsfähigen Ausbau der Schule, keine Zergliederung auf zwei Gebäude. Hortkinder sollen im Hort bleiben, Schüler in der modernisierten Grundschule.

Entschieden ist anscheinend nichts. Rohe sagt: „Es gibt noch Spielräume.“ So sei der Workshop seinerzeit zwar mit der Empfehlung geendet, die Schule um einen Anbau für Hortkinder zu erweitern. Eine spätere Nutzung durch die Schule sei aber ebenso denkbar. „Baulich ist das möglich.“

Nach den Auseinandersetzungen der jüngsten Zeit ist man im Rathaus offenkundig um eine Lösung bemüht, „mit der Eltern leben können“. Zwischen den Zeilen zeichnet sich aber ab, dass die Gemeinde an ihrem Entwurf gerne festhalten würde. „Sicher, da ist die Zweiteilung in Schule und Hort, die auf den ersten Blick keinen Sinn ergibt“, sagte Rohe. Ergänzt aber auch: Betroffen seien lediglich Ganztagsschüler.

Es wäre nicht das erste Mal in der Geschichte der Gemeinde Oberschleißheim, dass eine Schule auf zwei Standorte verteilt würde. Die Grundschule residierte einst in dem neuen und dem alten Schulgebäude, dem heutigen Hort. Von Beschwerden zur damaligen Zeit weiß Bürgermeister Kuchlbauer nach eigener Aussage nichts.

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