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Stark mit Rad: Florian Ohnesorg (Mitte) mit seinem Gesellenstück, das ihm den Europasieg in der Fachrichung „Fahrradtechnik“ brachte. Innungsgeschäftsführer Thomas Karr (l.) und Georg Schlagbauer, Präsident der Handwerkskammer München und Oberbayern, gratulieren.

Freisprechungsfeier in Oberschleißheim

145 Gesellen blicken optimistisch  in die Zukunft

Oberschleißheim - 145 Auszubildende der Innung Mechanischer Metallhandwerke und der Innung für Kälte- und Klimatechnik haben bei der Freisprechungsfeier im Bürgerhaus Oberschleißheim ihre Gesellenbriefe erhalten. Darunter ein Europameister der Fachrichtung „Fahrradtechnik“.

 Das pechschwarze Mountainbike, das Florian Ohnesorg (26) auf der Bühne des Großen Saals im Oberschleißheimer Bürgerhaus abstellte, konnte sich sehen lassen. Nachdem der aus Ingenried bei Schongau stammende 26-Jährige seine Gesellenprüfung mit einer glatten Eins abgeschlossen hatte, vertrat er seine Innung bei den Leistungswettbewerben der Handwerkskammer. Als Bundessieger reiste er schließlich ins tschechische Brünn, wo er mit „ganz großem Abstand“ den Titel holte, wie der Fachgruppenleiter „Zweiradmechanik“, Gunnar Reifenrath, sagte. Ohnesorgs Kommentar via Mail aus dem schönen Brünn: Er habe sich tierisch gefreut, den Preis nach Oberbayern zu holen. Ohnesorg bemüht sich gerade, seinen Meister zu machen. Wie er sagt, hat er bereits drei von vier Prüfungen bestanden. Am 1. April folgt der vierte und letzte Test. Bei dem Mountainbike handelt es sich um das Meisterstück des 26-Jährigen. In nur acht Stunden habe er das mit 22 Gängen versehende Hochleistungsrad zusammengebastelt, sagtt er. Die 145 Gesellen, die während der Freisprechungsfeier ihren Brief in Empfang nahmen, stehen vor der Entscheidung, die Florian Ohnesorg für sich schon gefällt hat: Meisterbrief, Studium oder in den Beruf, fasste Georg Schlagbauer ihre Möglichkeiten zusammen. Der Präsident der Handwerkskammer für München und Oberbayern hat seine, 24 Jahre zurückliegende, Freisprechung noch gut in Erinnerung: „Sie haben sich für zwei topmoderne Berufe entschieden“, rief er den Gesellen zu. Als angehende Zweiradmechaniker und als Mechatroniker für Kältetechnik hätten die jungen Menschen eine Eintrittskarte erworben in krisensichere Jobs. Gerade Fahrräder würden von immer größerer Bedeutung für den Straßenverkehr, schloss sich der Münchner Stadtrat Alexander Reissl der Ansicht Schlagbauers an. In der Forschung gehe ohne Kältetechnik nichts mehr. Für die Zukunft empfahl er den Gesellen, „am Ball zu bleiben“, möglichst vielseitig Qualifikationen zu erwerben, sich stetig fortzubilden. Innungsgeschäftsführer Thomas Karr pries die „außergewöhnlichen Leistungen“, die die Azubis mit der Gesellenprüfung gezeigt haben. Schlagbauer und Reissl öffneten den Gesellen im Anschluss die Augen für Betätigungsfelder außerhalb ihres Jobs. Präsident der Handwerkskammer und Stadtrat legten ihnen nahe, sich auch ehrenamtlich zu engagieren. Ob in berufsständischen Organisationen, Vereinen oder in der Kirche – die Gesellschaft brauche das Ehrenamt. „Vielleicht interessieren Sie sich auch für Politik“, regte Reissl an. Als Gastgeber war Oberschleißheims Bürgermeister Christian Kuchlbauer (FW) bemüht, es den Auszubildenden schön zu machen bei ihrer Feierstunde in Oberschleißheim. Gut möglich, dass auch er dabei an die Zukunft dachte. Gerade Handwerksbetriebe sorgten in ihren Heimatgemeinden für Arbeitsplätze, sagte er. Kuchlbauer verhehlte nicht, dass er selbst gern mehr davon am Ort hätte.

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