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Geschlossene Schranke in Oberschleißheim: „Man sitzt auf heißen Kohlen“

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Von: Charlotte Borst

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Wolfgang Schnell plädiert für ein neues Rettungszentrum.
Wolfgang Schnell plädiert für ein neues Rettungszentrum. © Gefö

Wegen der Bahnschranke kann die Oberschleißheimer Feuerwehr die Zehn-Minuten-Hilfsfrist bei den meisten Einsätzen nicht einhalten. Jetzt muss gehandelt werden.

Oberschleißheim – Als Sofortmaßnahme sollen Einsatzkräfte mobile Arbeitsplätze im Feuerwehrhaus erhalten. Kommandant Wolfgang Schnell wüscht sich aber noch eine andere Lösung.

Können sich die Oberschleißheimer eigentlich noch auf die Feuerwehr verlassen?

Selbstverständlich. Wir kommen, löschen und retten. Der erste Einsatzwagen hält ja auch die Zehn-Minuten-Frist in der Regel ein, er ist besetzt mit Einsatzkräften, die in der Nähe des Feuerwehrhauses wohnen und eine kurze Anfahrt haben. Aber bei der Überprüfung durch den Feuerwehrbedarfsplan gilt die Zeitspanne, bis alle Fahrzeuge vor Ort sind. Da brauchen wir leider länger, bis auch die Drehleiter ankommt.

Wie erleben Sie es, wenn bei 70 Prozent Ihrer Einsätze die Bahnschranke im Weg ist?

Man sitzt auf heißen Kohlen. Erst steht man da und denkt, wo bleiben die Kameraden bloß, von denen die meisten aus dem Westen der Gemeinde kommen und schon bei der Fahrt zum Feuerwehrhaus über die Bahnlinie müssen. Und dann müssen wir auf dem Weg zum Einsatz meistens ja wieder durch die Schranke, die sehr oft geschlossen ist. Aber die meisten Einsatzkräfte fahren auf dem Weg zum Feuerwehrhaus normalerweise über die Brücke, die wegen Sanierungsarbeiten gerade gesperrt ist. Mir ist aber zu Ohren gekommen, dass auf der Brücke über die Bahnlinie, nur noch Tempo 30 erlaubt sein soll, wenn sie wieder geöffnet wird. Das kommt erschwerend dazu.

Was wäre Ihre Wunschlösung?

Ich plädiere für ein großes Rettungszentrum im Westen der Gemeinde. Dafür wurden ja schon Standorte ausgelotet, an denen man die Anfahrtszeit verkürzen könnte. Hier könnten dann auch BRK und Polizei einziehen, die größere Räume suchen und dasselbe Problem mit den Einsatzzeiten haben. So hätte die Gemeinde auch Mieteinnahmen. Außerdem könnten wir den Notarzt-Einsatzwagen unterbringen, für den die Berufsfeuerwehr München im Norden einen Standort zur Miete sucht. Gut wären in diesem Zuge auch Wohnungen für Einsatzkräfte, um Feuerwehrleute am Ort zu halten.

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