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Eine Million Euro mehr erwartet Oberschleißheim für heuer.

Oberschleißheim erwartet eine Million Euro mehr als geplant

Gewerbesteuer-Plus ist ein Rätsel

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Wo kommt sie bloß her, die Million? Erklären kann sich Oberschleißheim die Mehreinnahmen nicht so recht. Die Vermutung: ein Steuertrick der Unternehmen.

Oberschleißheim – Ausgerechnet die Gewerbesteuern fließen in Oberschleißheim in einem außergewöhnlich hohem Ausmaß. Und keiner weiß so recht, warum. Mit sechs Millionen Euro könnte die Gemeinde zum Jahresende eine Million Euro über dem Plan liegen.

Im Rathaus reibt man sich die Augen. Seit Jahren sucht Oberschleißheim nach Wegen, um die spärlich fließenden Gewerbesteuern anzukurbeln. Gewerbegrund ist aber rar in der Gemeinde. Und dann bringt Kämmerer Robert Schuhbauer anlässlich seines Halbjahresberichts eine höchst erfreuliche Nachricht mit in den Finanzausschuss: Die Gewerbesteuern boomen wie nie. Das Phänomen zu erklären, fällt auch Bürgermeister Christian Kuchlbauer (FW) schwer. „Wir wissen nicht, woran das liegt.“ Der Kämmerer vermutet: Wirtschaftlich könnte es für ortsansässige Unternehmen besser laufen als erwartet. Sie zahlen also auch mehr Steuern.

Möglicherweise aber steckt dahinter auch nur ein Steuertrick. Eine Raffinesse gewinnorientiert denkender Unternehmer, die einen Weg gefunden haben, um ihr Geld optimal zu verzinsen.

Trick mit den Erstattungszinsen

Und das geht so: Eine Firma rechnet ihre Erträge hoch, höher als wirklich erwartet, die Steuerlast steigt folglich. „Das Finanzamt prüft solche Angaben nicht und passt die Steuern lediglich an“, erläuterte Schuhbauer. 15 Monate nach Ablauf eines Kalenderjahres, in dem die Steuer entstanden ist, werden auf diese Beträge Erstattungszinsen fällig, pro Monat 0,5 Prozent. Nach einem halben Jahr wären es drei Prozent, nach einem Jahr schon sechs. Nach zwei Jahren kämen also zwölf Prozent zusammen. Zinsen, von denen ein Sparer derzeit nur träumen kann. Und die Gemeinde profitiert von steigenden Gewerbesteuern.

Natürlich geht der Unternehmer ein Risiko ein. Die Wirtschaft im Landkreis könnte in einer Art und Weise boomen, dass das Geld auf dem Markt besser investiert wäre. „Da ist viel Glaskugelleserei bei“, konstatierte Schuhbauer. Aber es gilt: „Geld muss arbeiten“, fügte Bürgermeister Kuchlbauer hinzu.

Dieses Credo der Firmen könnte der Gemeinde ein deutliches Plus bringen. Bis Ende des Jahres wird sich wohl herausstellen, wie es für die Gemeinde bei den Gewerbesteuer-Einnahmen tatsächlich aussieht. Denn abgerechnet wird am Jahresende. Schuhbauer äußerte sich aber zuversichtlich, den Haushaltsplan für 2017 zu knacken. „5,8 bis 6 Millionen Euro können wir erreichen.“ 

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