So soll das Gebiet aussehen: Die grau-beige markierten Flächen sollen die Wohngebiete für 1400 Menschen darstellen und um den historischen Kern des ehemaligen Klosters Mittenheim herum gebaut werden.
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So soll das Gebiet aussehen: Die grau-beige markierten Flächen sollen die Wohngebiete für 1400 Menschen darstellen und um den historischen Kern des ehemaligen Klosters Mittenheim herum gebaut werden.
So wurde das Kloster Mittenheim (rechts) mit Klosterklause und kleinen Betrieben zwischen 1721 und 1745 auf einer historischen Karte dargestellt.
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So wurde das Kloster Mittenheim (rechts) mit Klosterklause und kleinen Betrieben zwischen 1721 und 1745 auf einer historischen Karte dargestellt.

Großprojekt

Gut 1400 neue Einwohner in Mittenheim

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615 Wohnungen für rund 1410 Bewohner – dieses Großprojekt „Quartiersentwicklung Mittenheim“ ist im Gemeinderat Oberschleißheim auf Skepsis gestoßen. Das würde ein Wachstum der Einwohnerzahl von zehn Prozent bedeuten.

Oberschleißheim –Der katholische Männerfürsorgeverein (KMFV) muss noch Überzeugungsarbeit leisten für eine politische Mehrheit für das geplante Wohnbaugebiet.

Die Planung des KMFV sieht vor, dass auf dem 19 Hektar großen Gelände zum Siedlungsbestand von 3,5 Hektar noch weitere fünf Hektar Wohnbebauung dazu kommen sollen. Auf diesen Flächen sollen in drei- bis fünfgeschossigen Gebäuden 615 Wohnungen entstehen. Der gemeinnützige Verein möchte rund um das ehemalige Klostergelände zu großen Teilen bezahlbaren Wohnraum für sozial schwache und wenig Geld verdienende Menschen schaffen.

Es soll keine Sozialsiedlung werden

KMFV-Vorsitzender Ludwig Mittermeier betonte, dass keine Sozialsiedlung entstehe. Er reichte der Gemeinde und den Nachbarn die Hand: „Wir legen bewusst keine fertige Planung vor, sondern eine Diskussionsgrundlage.“

Diese wurde dann von den Oberschleißheimer Gemeinderäten auch intensiv besprochen. Peter Lebmeir (CSU) kritisierte, dass die finanziell nicht auf Rosen gebettete Gemeinde Gewerbegebiete benötige und keine neuen Wohnflächen. Er verwies darauf, dass die Oberschleißheimer mit Steuereinnahmen von 1100 Euro pro Einwohner deutlich unter dem Landkreisdurchschnitt (2700 Euro) liegen.

Viel Kritik an der Dimension

Die Gemeinderäte brachten in zahlreichen Wortmeldungen mehrere Gründe vor, weswegen sie das große Bauprojekt kritisch sehen. Dritter Bürgermeister Hans Hirschfeld (FW) befürchtet, dass die westlichen Siedlungen Einschränkungen bei der Planung der Umgehungsstraße bedeuten könnten. Erich Elsner sah unterdessen die Gefahr, dass die Siedlung sich zum sozialen Brennpunkt entwickeln könnte. Markus Büchler (Grüne) macht sich mit Blick auf den Business Campus in Unterschleißheim Sorgen, dass dieses Mittenheimer Bauprojekt der „Auftakt zum Verschmelzen der beiden Orte“ sein könne. SPD-Fraktionssprecher Sebastian Spirkl sieht ein Missverhältnis zwischen der Dichte der Wohnbebauung zu den anderen Bereich Oberschleißheims.

Gelobt wurden von allen Seiten die drei großen Grünanlagen, die einen hohen Freizeitwert des Gebietes sichern würden. „Wir sind überaltert und die Kinder von Oberschleißheimer Familien ziehen alle weg“, gab Bürgermeister Christian Kuchlbauer (FW) zu bedenken.

Peter Benthues (CSU) lobte den Entwurf für Mittenheim: „Diese Mischung ist eine Weiterentwicklung unserer Gemeinde.“

Informationsabend

Nach der Vorstellung im Gemeinderat lädt der Katholische Männerfürsorgeverein (KMFV) nun auch zum öffentlichen Dialog ein, um über die Wohnbaupläne rund um das ehemalige Mittenheimer Kloster zu sprechen. Die Veranstaltung ist angesetzt für den Mittwoch, 31. Mai, von 18.30 bis 21 Uhr im Hans-Scherer-Haus (Mittenheim 38). Bei der Informationsveranstaltung werden den Bürgern erst die detaillierten Planungen vorgestellt und diese dann ausführlich diskutiert. Die Nachbarn des Geländes wurden alle schon persönlich eingeladen. Alle Bürger Oberschleißheims sowie Vertreter von Vereinen und Organisationen sind eingeladen, ihre Meinung zu den Ideen des KMFV zu äußern.

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