Immer wieder werden in Oberschleißheim Bäume gefällt. Der Gemeinderat hat das jetzt mit einer Verordnung gestoppt. (Symbolbild)
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Immer wieder werden in Oberschleißheim Bäume gefällt. Der Gemeinderat hat das jetzt mit einer Verordnung gestoppt. (Symbolbild)

Bußgeld bis zu 50 000 Euro

Hausbesitzer: Bäumefällen nun verboten

  • Max Wochinger
    vonMax Wochinger
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Oberschleißheim bekommt eine Baumschutzverordnung. Sie tritt bereits am Freitag in Kraft. Für Besitzer von Eigenheimen hat sie weitreichende Konsequenzen.

Oberschleißheim – Sonnenschein und Temperaturen um die 17 Grad: Das Frühlingswetter treibt Hausbesitzer vor die Tür. Vielerorts hört man nun Kettensägenmotoren – Bäume werden abgesägt. Der Gemeinderat in Oberschleißheim stoppt jetzt das Fällen: Das Gremium beschloss am Dienstag erstmals eine Baumschutzverordnung. Sie tritt am Freitag in Kraft. Der Erlass betrifft vor allem Hausbesitzer mit einfachem Bebauungsplan.

Von morgen an ist es den Oberschleißheimern ohne vorherige Genehmigung verboten, Bäume mit einem Stammumfang von mindestens 80 Zentimetern zu entfernen. Geschützt sind künftig auch mehrstämmige Gehölze, wenn die Stammumfänge in Summe 80 Zentimeter breit sind sowie alle Ersatzpflanzungen.

Keine Regel ohne Ausnahme

Ausnahmen gibt es, wenn etwa Bäume Menschen oder Sachen gefährden, wenn Bäume krank sind oder die Stromversorgung zum Haus gefährdet ist. Von der Verordnung ausgenommen sind zudem fast alle Obstbäume. Verstöße gegen die Verordnung bestraft die Gemeinde mit Ordnungswidrigkeiten in Höhe bis zu 50 000 Euro. Das Landratsamt muss die Verordnung noch prüfen.

15 zu 8 für die Baumschutzverordnung

Ohne Kartierung der Bäume macht die Verordnung wenig Sinn.“

Casimir Katz (FDP)

Die Gemeinderäte stimmten mit 15 zu 8 Stimmen für die Verordnung. Der Großteil der CSU-Mitglieder war dagegen, zu hoch sei der Verwaltungsaufwand, hieß es aus ihren Reihen. „Ohne Kartierung der Bäume macht die Verordnung wenig Sinn“, kritisierte Casimir Katz (FDP). Johann Negele (Freie Wähler) fragte deshalb: „Warum sollen wir eine Verordnung erlassen, wenn man sie nicht kontrollieren kann?“

Casimir Katz von der FDP sieht die Baumschutzverordnung kritisch.

Hohenberger: „Bäume sind teils kulturhistorisch bedeutsam“

Die Sozialdemokraten wollten weitere Fällungen in der Gemeinde verhindern. „Die Widerstände, die es früher in der SPD gab, gibt es nicht mehr“, sagte Fraktionsvorsitzender Florian Spirkl. Gaby Hohenberger (Grüne) hatte bereits 1994 einen Antrag im Gremium gestellt, damals mit großer Mehrheit abgelehnt. „Bäume in der Gemeinde sind teils kulturhistorisch bedeutsam“, sagte sie. Hohenberger freute sich über die Verordnung, in einer späteren Sitzung müsse sie aber nachjustiert werden.

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