Feuerwehr Oberschleissheim 

Hohe Mieten gefährden Jugendarbeit

Die Feuerwehr Oberschleißheim investiert viel Zeit und Mühe in die Jugendarbeit. Doch was passiert, wenn die Jugend zwar ausgebildet ist, dann aber wegzieht, weil im Landkreis Wohnen nicht mehr bezahlbar ist?

Oberschleißheim– Der Mangel an bezahlbarem Wohnraum im Landkreis München hat auch die Feuerwehr erreicht. Die Freiwillige Feuerwehr (FFW) Oberschleißheim beklagt den Verlust von „gut ausgebildetem Personal“. Denn viele können sich den Wohnraum im Landkreis finanziell nicht mehr leisten.

Wie der stellvertretende Kommandant, Michael Bayer, sagte, sind gerade junge Feuerwehrkräfte kaum mehr in der Lage, die hohen Mietkosten zu stemmen. Die mit „großer Sorge“ beobachtete Entwicklung trifft die Schleißheimer Wehr insbesondere in der Jugendarbeit: 15 Jugendliche zwischen zwölf und 16 Jahren gehören der Jugendgruppe an. Jeden Dienstag trainieren sie die „Grundtätigkeiten des Feuerwehrhandwerks“. Die Feuerwehr organisiert zudem Jugendzeltlager, Feuerwehrtage und einen Wissenstest mit Nachbarwehren aus Unterschleißheim und Riedmoos. Doch wer garantiert, dass die aufwendig ausgebildeten jungen Feuerwehrleute die Region nicht verlassen, sobald sie ihr Brot und die Miete selbst verdienen müssen?

Hoffnung dagegen setzt die FFW in den vom Gemeinderat verabschiedeten Feuerwehrbedarfsplan. Der bis 2020 geltende Fünfjahresplan soll ein angemessenes Niveau bei Ausbildung, Mannschaftsstärke, Technik und Ausrüstung sicherstellen.

In ihrer Leistungsfähigkeit sehen sich die Feuerwehren Oberschleißheim und Badersfeld durch der Bedarfsplan bestätigt, insbesondere bei der Einhaltung der gesetzlichen Hilfsfristen: Binnen zehn Minuten muss die Feuerwehr jeden Ort ihres Einsatzgebiets erreichen. „Wir werden über Piepser alarmiert“, erläuterte Bayer. „Der Bäcker, die Bankkaufmann oder der Ingenieur fährt dann auf schnellstem Wege zum Feuerwehrhaus, schlüpft in seinen Schutzanzug und hilft dem, der Hilfe benötigt.“

Im zurückliegenden Jahr musste die FFW Oberschleißheim 430 mal ausrücken. Nachhaltig in Erinnerung geblieben ist der 6. Juni, als der Alarm sechs Mal schellte. Gern denkt Bayer an Einsätze zurück, die auf besondere Weise schutzbedürftigen Kreaturen galten: Drei Ringelnattern, allerlei Vögel, eine Katze und ein Igel haben ihr Leben der Schleißheimer Wehr zu verdanken.  an

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