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Taktgeber: Pfarrer Johannes Hagl dirigiert die Schlosspfeiffer.

50 Jahre Priester: Fest in Oberschleißheim

Pfarrer Hagl liebt seine Kritiker nieder

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Oberschleißheim - Seelsorger, Clown, soziales Gewissen: Pfarrer Johannes Hagl wurde vor genau 50 Jahren zum Priester geweiht. Doch nicht jedem passt sein Stil.

Das Fest zum 50-jährigen Priesterjubiläums lässt Pfarrer Johannes Hagl an dem Ort ausklingen, an dem er seine erste Messe hielt: in der Pfarrkirche Maria Patrona Bavaria. Dort bestieg der Oberschleißheimer am 3. Juli 1966 als Priester erstmals eine Kanzel. 

In fünf Jahrzehnten stand Hagl im Münchner Raum und in Markt Schwaben Hagl fünf Gemeinden vor. Als er 2005 in den Ruhestand ging, kehrte er zurück nach Oberschleißheim. Ein Mensch, der die Füße hochlegt, ist Hagl aber nicht. „Alle Gemeinden waren wie Familie für mich“, sagt der Pfarrer. Diesem Motto bleibt er als Pfarrer im Ruhestand (i.R.) treu.

Johannes Hagl nimmt seine Seelsorger-Aufgaben sehr ernst. Er besucht Alte und Kranke, beschäftigt sich mit Kindern, setzt sich für sozial Schwache ein. Besonders ernst nimmt er seinen Dienst für diejenigen, die der Weg ins Abseits, ins soziale Elend führt. Johannes Hagl ist bekannt für seine Arbeit im Katholischen Männerfürsorgeverein, mit alleinstehenden, obdachlosen und alkoholkranken Männern.

In diesem Sinne trifft des Weihbischofs Wolfgang Bischofs Beschreibung vom Weggefährten Hagl als einen, der mit dem Glauben nicht hausieren geht, den Kern. Hagl geht es um unmittelbare Hilfe. In Markt Schwaben sind unvergessen seine Auftritte bei Pfarrfesten und Feiern als Clown. Mit dem Verein „Luzia Sonnenkinder“ sammelte er in Oberschleißheim Geld für einen schwerkranken Buben. In Südamerika unterstützt Hagl ein Waisenhaus und hierzulande macht er sich für Flüchtlinge stark. „Als das Wort Asyl noch nicht in aller Munde war, hast Du Dich für Einrichtungen in Markt Schwaben und der Lerchenau eingesetzt“, erinnert Weihbischof Bischof.

Dem Pfarrer i.R. ist anzumerken, dass er aus dieser Arbeit ebenso Kraft schöpft wie aus der Familie. Sogar aus Irland ist eine Verwandte zum Jubiläum angereist. Hagl ist stolz, Teil einer Großfamilie zu sein. Gerade hat sein zwölfter Großneffe das Licht der Welt erblickt.

Pfarrer Hagl ist ein leidenschaftlicher Verfechter der Ökumene. Weihbischof Wolfgang Bischof weiß: „Dadurch hast Du Dir nicht nur Freunde gemacht.“ Gefragt, ob er die Pfarrstelle wechseln wolle, habe Hagl kopfschüttelnd entgegnet: „Jetzt, da ich alle meine Kritiker niedergeliebt habe, soll ich gehen? Es ist nicht leicht, als Mensch Pfarrer zu sein. Schwer ist es, als Pfarrer Mensch zu bleiben.“ Johannes Hagl ist diese Gratwanderung gelungen.

Andreas Sachse

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