Kinder lieben Kunst

In die Welt des Malers Paul Klee können Kinder eintauchen bei Workshops des Oberschleißheimer Tourismus-Vereins.

Von andreas Sachse

Oberschleißheim – Kultur aus der eigenen Heimat versucht der Tourismus-Verein Oberschleißheim Kindern und Jugendlichen nahezubringen. So hat das vierköpfige Projektteam eine Ausstellung rund um den Maler Paul Klee mit Workshops bereichert. Schulen in Unter- und Oberschleißheim sind als Partner mit von der Partie. Das Ganze läuft unter dem Titel „Tourismus dahoam“.

Im Oktober 2015 unterzeichnete Bayerns Heimatminister Markus Söder (CSU) im Speisesaal des Neuen Schlosses Kooperationsverträge, die das Projektteam mit zwei Schulen geschlossen hatte. Das Bayerische Heimatministerium fungiert seitdem als Schirmherr von „Tourismus dahoam“.

Der Arbeitskreis „Tourismus und Schule“ aus dem Oberschleißheimer Tourismus-Verein hatte sich um die Zusammenarbeit mit der Therese Giehse-Realschule in Unterschleißheim und der Oberschleißheimer Grundschule Parksiedlung bemüht. Die Kooperationsverträge regeln die grundsätzliche Bereitschaft für künftige Projekte aus dem Bereich Kultur. Demnächst folgt ein Vertrag mit der Grundschule Berglwald in Oberschleißheim.

Als Schwerpunktthema angeboten hat sich der Maler Paul Klee, der vor 100 Jahren auf dem Schleißheimer Militärflugplatz als Soldat stationiert war. Leben und Werk des Künstlers sind Gegenstand der Ausstellung mit dem Titel „Kunstflug“, die seit dem 15. Dezember in der Flugwerft des Deutschen Museums Oberschleißheim gezeigt wird (wir berichteten). Der weltbekannte Künstler hatte seinen Kriegsdienst mit dem Anstreichen von Flugzeugen verbracht. Untergekommen war Klee in der Dachauer Straße 37. Sein Zimmer ist in der Ausstellung nachempfunden.

Rund um den großen Maler hat der Arbeitskreis Aktionen und Workshops für Schulkinder organisiert. Unter Überschriften wie „Malen und Zeichen“ oder „Plastisches Gestalten“ leiten Künstler und eine Goldschmiedin die Schulkinder an. Das originelle Programm sieht auch kreative Kindergeburtstage vor. In der Klee-Ausstellung sind zudem Beiträge von Grundschülern aus Oberschleißheim zu sehen.

Die öffentliche Reaktion verblüfft die Initiatoren über die Maßen. „Damit hätten wir nicht gerechnet“, sagte Arbeitskreis-Mitglied Ingrid Lindbüchl. Nach kurzer Zeit bereits hätte Schulen aus der ganzen Region ihr Interesse bekundet. Anfragen kommen aus Erding, Herrsching, Eching und Garching. „Das hat uns gezeigt, dass Angebote wie dieses einfach fehlen. Schulen gieren danach.“ Und es werden immer mehr. Dieser Tage meldete sich eine vorschulische Fördereinrichtung aus dem Bereich der Sonderpädagogik. Lindbüchl, die in einem Schulkindergarten in Eching beschäftigt ist, will mit ihrer Gruppe ebenfalls an dem Projekt teilnehmen.

Angesichts der Nachfrage hätten sich die Initiatoren allerdings ein wenig mehr Unterstützung gewünscht. Die Gemeinde habe zwar einige Transporte übernommen, teilte Lindbüchl mit. „Mehr aber auch nicht.“ Materialien hat sich das ehrenamtlich tätige Team bei Gewerbebetrieben erbeten. „Im November und Dezember hatten wir jeden Tag mit der Ausstellung zu tun“, sagte Lindbüchl. Und: „Die Künstler müssen wir natürlich bezahlen.“ Froh sei man daher auch über die Unterstützung aus dem Deutschen Museum, das Leihgebühren in Höhe von 17 000 Euro erlassen hat, unter anderem für Kunstdrucke Klees.

Die Ausstellung

„Kunstflug“ mit 125 Kunstdrucken und einer Foto-Galerie der Lebensstationen Klees ist bis 31. März zu sehen, täglich von 9 Uhr bis 17 Uhr. Informationen zu Workshops, Aktionen und Sonderführungen gibt es unter www.tourismus-schleissheim.de. Anmeldungen unter workshop@t-schleissheim.de. Kindergeburtstage mit der Oberschleißheimer Künstlerin Brigitte Forstner können gebucht werden unter jbforstner@web.de.

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