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Aus dem Jahre 1935 stammt diese Aufnahme des Klosters Mittenheim, von Westen gesehen.

300-Jahr-Feier mit Kardinal Marx

Kloster Mittenheim wechselt 14 Mal den Besitzer

Oberschleißheim - Kardinal Reinhard Marx feiert am kommenden Donnerstag ein doppeltes Jubiläum mit den Schleißheimern: 300 Jahre Kloster Mittenheim und 60 Jahre Hans-Scherer-Haus; diese Einrichtung hat ihren Sitz im alten Kloster, in dem im Laufe der Jahrhunderte auch schon eine Stahlfabrik ihren Sitz hatte.

Zum dreihundertsten Male jährt sich der Tag, an dem die Gemeinde die Frohbotschaft eines Kloster-Neubaues erhalten sollte. Am 2. September 1716 unterschrieb der bayerische Kurfürst Max Emanuel vor dem Landgericht Dachau ein Protokoll. Darin verpflichtete er sich, dass er „gesonnen sei, zu Schleißheim für zehn Patres und zwei Laienbrüder ein Kloster samt Kirche zu errichten“.

Haus für die Franziskaner

Anlass für dieses Vorhaben war damals ein festlicher Gottesdienst im Münchner Franziskaner-Kloster St. Anna. Sowohl die Chormusik als auch die Predigt erweckten bei dem kriegserprobten Haudegen und Landesherren den sehnlichsten Wunsch, für die Ordensleute etwas Gutes zu tun. Zur Ehre Gottes, der seligsten Jungfrau und des Heiligen Vaters Franziskus wählte er ein Gelände in Mittenheim aus, wo sich bereits jenseits der Straße seit 1600 eine Franziskus-Klause befand. 

Nach dem Vorbild Kloster Ettals

Als Baumeister und Architekt erhielt der Oberhofbaumeister Enrico Zuccalli (1642 – 1724) die ehrenvolle Aufgabe, etwas Besonderes zu schaffen. Er orientierte sich vermutlich an dem Grundplan der von ihm zuvor erbauten Klosterkirche in Ettal. Der dreiflügeligen Anlage war auf der Westseite eine Kirche mit querovalem Grundriss mit sechs Kapellen vorgelagert. Als der in Paris ausgebildete Joseph Effner (1687 – 1745) in den Jahren 1735/37 einen Hochaltar einbaute, rühmte er die Größe und Ansehnlichkeit des Baues. 

Kirche 1804 abgerissen

Leider machte der Sturm der Säkularisation auch in Schleißheim nicht Halt. Die Franziskaner als Bettelorden mussten bereits 1802 auf ihr Hab und Gut verzichten und sich in ihr Stammhaus nach Ingolstadt zurückziehen. Die mächtige Kirche mit einer Länge von 22 und einer Breite von 19 Metern wurde bereits 1804 abgerissen. Die restlichen Klostergebäude erlebten in den Folgejahren in rascher Folge nicht nur einen Besitzerwandel, sondern auch eine abenteuerliche Nutzungsänderung und Umbauten.

Stahlfabrik produzierte im alten Gemäuer

So lässt sich unter anderem eine Stahlfabrik nachweisen, die ihr Produkt sogar bis nach Amerika verkauft haben soll. Als letzter beziehungsweise vierzehnter Eigentümer der Immobilie trennte sich Prinz Karl Biron von Curland von dem ehemaligen Kloster, zudem auch eine riesige Grundfläche gehört. Seit dem 12. Juli 1953 ist dort der Katholische Männerfürsorgeverein München e.V. zum Wohle vieler Männer aktiv, die nicht auf der Sonnenseite des Lebens stehen. Sowohl das 300-jährige Klostergründungsjubiläum als auch die 60-jährige erfolgreiche Arbeit des „Hans Scherer Hauses“ nimmt die Erzdiözese München-Freising zum Anlass, am 14. Juli eine gebührende Feier zu organisieren. Dabei werden auch umgebaute Gebäude geweiht.

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