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Das Oberschleißheimer Rathaus. 

Gemeinderat

„Genosse Trend war nicht für uns“

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SPD büßt im Schleißheimer Gemeinderat zwei Sitze ein – Grüne schrammen knapp an sechs Sitzen vorbei.

Oberschleißheim – Die Fraktionen im Schleißheimer Gemeinderat rücken enger zusammen. Verlierer ist die SPD, die zwei Mandate und damit die Mehrheit verliert. Während CSU und FW ihre Position mit jeweils sechs Sitzen halten, gewinnen die Grünen einen fünften Sitz dazu. Als Gewinner der Wahl darf sich neben den Grünen die FDP feiern lassen. Die Liberalen verdoppeln ihre Mandate, sitzen künftig zu zweit im Gremium.

In absoluten Zahlen darf sich die CSU als Sieger der Wahlen feiern. Von insgesamt 4992 Wählern entschied sich nahezu jeder vierte (24,9 Prozent) für die Christsozialen. Der Vorsprung gegenüber den FW (22,8) scheint komfortabel. Unter dem Strich aber bringen die 2,1 Prozent nichts Zählbares ein. Beide Fraktionen verharren in alter Stärke, führen mit je sechs Mandaten den Gemeinderat an.

SPD-Sprecher Florian Spirkl führt das Ergebnis auch auf die Bundespolitik zurück

Mehrheitsfraktion ist mit sieben Sitzen bisher die SPD. Nach 18 Jahren unter SPD-Bürgermeisterin Elisabeth Ziegler bis 2014 und weiteren sechs Jahren, in denen man zumindest die stärkste Fraktion stellte, fallen die Sozialdemokraten mit fünf Sitzen ins zweite Glied zurück. SPD-Sprecher Florian Spirkl führt das Ergebnis auch auf die Bundespolitik zurück: „Genosse Trend war nicht für uns.“ Trost schöpft er aus dem Bewusstsein, sieben Punkte über dem Bundes-Wert zu liegen.

Gleich auf mit den Grünen, droht das angeknackste sozialdemokratische Selbstwertgefühl weiteren Schaden zu nehmen in dem Wissen, dass die Grünen sogar einen halben Prozentpunkt (22,7) mehr auf sich vereinen. Noch enger geht es bei den Grünen selbst zu. 0,1 Prozent oder 49 Stimmen (!) fehlen zu den FW und damit zu sechs Sitzen.

Bar jeder No,t im Gerangel um die Führung im Gemeinderat zu punkten, erringen die Liberalen einen Achtungserfolg. Mit FDP-Sprecher Casimir Katz neben Gemeinderätin Irene Beck erreicht die FDP ihr Ziel, fortan zu zweit liberale Politik in Oberschleißheim zu machen. „Natürlich hätten uns drei Sitze noch mehr Spaß gemacht“, scherzt Katz. Mit zwei Sitzen habe man das gesetzte Ziel aber erreicht.

deutliche Verschiebungen innerhalb der Liste

Zu teils deutlichen Verschiebungen kam es innerhalb der von den Fraktionen aufgestellten Listen. Der größte Sprung gelang einem FW-Kandidaten, der sein Mandat eigentlich längst an den Nagel hängen wollte. Johann Negele (FW) schafft es von Listenplatz 20 auf fünf. Ebenfalls bei den FW springt Florian Wagner von acht auf zwei, damit als Neuer in den Gemeinderat. Für die CSU landet der auf neun gesetzte Peter Benthues auf Platz drei. Nach 30 Jahren Gemeinderat will sich der 82-Jährige in den kommenden sechs Jahren vornehmlich der Seniorenarbeit widmen. Als eine der wohl größten Überraschungen patzt SPD-Vorsitzender Maximilian Weiß. Der auf Rang fünf gesetzte Weiß rutscht ab auf die sieben. Und damit aus dem Rat.

FDP und Grüne gewinnen je ein Mandat 

Der Bürgermeister:

Christian Kuchlbauer (FW) oder Markus Böck (CSU) 

Der Gemeinderat: 

CSU: Angelika Kühlewein, Stefanie Haselbeck, Peter Benthues, Stefan Hagl, Florian Spängler, Christian Ampenberger

FW: Christian Kuchlbauer (falls nicht Bgm.), Florian Wagner, Hans Hirschfeld, Stefan Vohburger, Johann Negele, Lena Negele, (Nachrücker: Thomas Laser)

Grüne: Ingrid Lindbüchl, Christoph Münster, Fritz-Gerrit Kropp, Gabriele Hohenberger, Helga Keller- Zenth

SPD: Florian Spirkl, Harald Müller, Irene Bogdain, Erich Elsner, Brigitte Scholle. 

FDP: Casimir Katz, Irene Beck.

Die Ergebnisse

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