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Grüne Oberschleißheim: Sechs Sitze im Gemeinderat sind das Minimum

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Die gute Stimmung im Land und die spezielle Oberschleißheimer Situation lassen die Grünen nach den Sternen greifen. Im Kampf um das Rathaus strebt Ingrid Lindbüchl (53) wenigstens die Stichwahl an.

Oberschleißheim– Das sind ganz neue Töne von grüner Seite in Oberschleißheim. Nach SPD (7 Sitze), CSU und Freie Wähler (beide 6) rangiert man im Gemeinderat mit vier Mandatsträgern gegenwärtig auf Platz drei. Sechs Sitze gibt Lindbüchl als Minimalziel für die Kommunalwahlen am 15. März 2020 aus.

Umwelt, Klima, Energie: Nie zuvor waren grüne Themen beim Wähler so gut gelitten. Ordentlich Rückenwind, der nach Ansicht von Kreisfraktionssprecher Christoph Nadler (63) auch in Oberschleißheim kräftig bläst. Der grüne Landratskandidat moderierte die Veranstaltung des Ortsverbands. „In der Bevölkerung ist angekommen, wo die Kompetenzen liegen“, sagt er.

Die spezifische Schleißheimer Situation dürfte der Partei ebenfalls zugute kommen. Nachdem sich CSU, SPD und zuletzt Freie Wähler (FW) jahrzehntelang im Rathaus ablösten, scheint ein grüner Bürgermeister nicht mehr abwegig zu sein. Die CSU verzichtet ganz auf einen Kandidaten. Vieles spricht für den Amtsinhaber Christian Kuchlbauer (FW) – aber auch für Ingrid Lindbüchl. „Ich würde nicht kandidieren, wenn ich an den Erfolg nicht glauben würde“, sagt sie. Schafft sie es in die Stichwahl, ist alles möglich. Dann kommt es auf die Empfehlung der unterlegenen Parteien an. Zumindest bei SPD und FDP sieht Lindbüchl mehr Verbindendes als Trennendes.

Keine Überraschung ist, dass Lindbüchl ganz oben auf der Gemeinderatsliste rangiert. Mit dem nachfolgenden Christoph Münster (32) ist die langjährige Fraktionssprecherin jeweils dreifach gesetzt. Anders als der CSU fehlt es den Grünen aber nicht an Kandidaten. Es geht vor allem darum, Münster als frisches politisches Talent zu bewerben. Gerade mal zwei Jahre bei den Grünen, ist der gebürtige Oberschleißheimer zwar schon Ortsvorstand, dem Wähler aber kaum bekannt. Auf den Rängen 4, 5 und 6 ist Münster für je drei Kreuze gut.

Auf aussichtsreichen Plätzen folgen erfahrene Gemeinderäte und Vorstandsmitglieder. Vorausgesetzt die Gemeinderäte Gaby Hohenberger auf 7, Fritz-Gerrit Kropp (8) und Helga Keller-Zenth (9) setzen sich durch, wäre mit Walter Veicht das Minimalziel erreicht. Mit Andrea Wörle, die wie Veicht im Ortsvorstand sitzt, hätten die Grünen sieben Sitze erobert. Gemeinsam mit Hohenberger ist Veicht in der Gemeinde für Kultur verantwortlich. Wörle soll für die Senioren sprechen.

Auf den Plätzen folgen junge Leute, darunter die Söhne von Keller-Zenth und Lindbüchl. Steffen Zenth ist Student, Linus Lindbüchl noch Schüler.

Im Überblick: Kommunalwahl 2020 – Das sind die Parteien und Kandidaten im Landkreis München 

Die Liste

1-3 Ingrid Lindbüchl, 53, Vorschulpädagogin; 4-6 Christoph Münster, 32, Verkaufsbezirksleiter; 7 Gaby Hohenberger, 60, Sachbearbeiterin am Landesamt für Lebensmittelsicherheit; 8 Fritz-Gerrit Kropp, 68, Allgemeinarzt; 9 Helga Keller-Zenth, 61, Diplominformatikerin (FH); 10 Walter Veicht, 63, IT-Systemspezialist; 11 Andrea Wörle, 66, Cheflektorin; 12 Stefan Stoll, 58, Kunstpädagoge; 13 Birgit Dihm, 63, Hausfrau; 14 Daniel Dihm, 61, Richter; 15 Gloria Streib, 34, Wissenschaftliche Angestellte; 16. Jörg Durner, 62, Professor für Pflanzenbiologie; 17 Dagmar Kalinke-Kropp, 67, Jugendbuchlektorin; 18 Steffen Zenth, 23, Student; 19 Ingrid Huber, Biologin; 20 Rudolf Frankl, 70, Verlagsleiter; 21 Dr. Michaele Knoll-Sauer, Tierärztin; 22 Linus Lindbüchl, 19, Schüler; 23 Ute Dreves, Lehrerin für Sonderpädagogik; 24 Martin Klinkmüller, 40, Kaufmann für Dialogmarketing (IHK)

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