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Der Ort wächst: Um die Felder von Landwirt Johann Negele plant Oberschleißheim dichte Wohnbebauung. Negele hat sich geschworen, dass sein Hof (rechts hinter den Bäumen) eine ländliche Insel bleiben soll.

Neubaugebiet rund um Bauernhof

Kritik am Wachstum Oberschleißheims: Landwirt fürchtet um seine Scholle

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Um die Zukunft seines Lebenswerks bangt Johann Negele aus Oberschleißheim. Denn die Gemeinde würde seinen Bauernhof am liebsten überbauen.

Oberschleißheim – Johann Negele (74) will sein Grundstück am Kreuzacker in Oberschleißheim nicht hergeben: „Das hab ich alles aufgebaut, da hängt meine ganze Jugend dran, die ganze Arbeit“, sagt der FW-Gemeinderat und Landwirt. Die Gemeinde ärgert’s: Sie will aus dem Kreuzacker mit 4,7 Hektar ein Wohngebiet machen, zwei Grundstücke gehören bereits Münchner Baufirmen – auf dem mittleren Flächenstück wohnt Johann Negele auf einem Hof mit 9000 Quadratmetern und Grund von 24 800 Quadratmetern. Und das soll so bleiben: „So lange ich lebe, werde ich nichts verkaufen – und meine Kinder sehen das ähnlich“, verspricht er für die Zukunft.

Johann Negele, Landwirt und Gemeinderat aus Oberschleißheim.

Negele besitzt den größten Teil und das Mittelstück des Kreuzackers, er ist umschlossen von Schäferanger, St.-Margarethen-Straße und Moosweg. Mit ihm und seiner Familie leben dort 80 Hühner und 15 Gänse, um ihn herum Freifläche. In einigen Jahren wird das nicht mehr so idyllisch sein. Denn neben Negeles Grundstück will das Planungsbüro „Concept Bau“ auf 10 400 Quadratmetern Wohnungen bauen, auf der anderen Seite die „Baywobau“ auf 10 200 Quadratmetern. Am vergangenen Montag stellte Architekt Juri Goebel vom bgsm-Architekturbüro seinen Plan im Bauausschuss vor und sagte: „Für das mittlere Grundstück gibt es keine Planungsüberlegungen.“

Bei allem Widerstand: Die Gemeinde plant trotzdem mit dem Grundstück

Allerdings will die Gemeinde Negeles Grundstück nicht ganz außen vor lassen, erklärt Bauamtsleiterin Christiane Kmoch: „Das mittlere Grundstück soll auch noch erschlossen werden können, wenn die Teile daneben schon voll bebaut sind“ – für den Fall, dass es sich Negele oder seine Nachfahren doch noch anders überlegen.

Daher einigte sich der Gemeinderat einstimmig auf folgende Planung: Die Zufahrten zum neuen Wohngebiet sollen entweder vom Moosweg aus erfolgen oder, Variante zwei: von Osten und Westen über St. Margarethen-Straße und Schäferanger. Kmoch: „Die Erschließung soll eine spätere Entwicklung des mittleren Grundstücks noch zulassen.“

Zudem diskutierte der Gemeinderat über eine dichtere Bebauung am Kreuzacker, bisher wurde mit einer Geschossflächenzahl (GFZ) von 1,0 geplant – damit wird angegeben, wie viel Quadratmeter Geschossfläche pro Quadratmeter Grundstück gebaut werden dürfen. Dazu sagte Helga Keller Zenth (Grüne): „Ich würde lieber dichter bauen, als später wieder am Ortsrand Flächen zu versiegeln.“ CSU-Gemeinderätin Gisela Kranz befand: „Bei einer GFZ von 1,09 schaffen wir 1000 Quadratmeter mehr Wohnraum, wir müssen überlegen, ob wir das wollen.“

Wie viele Wohnungen künftig am Kreuzacker entstehen, wird erst klar, wenn sich der Gemeinderat auf einen Bebauungsplan einigt. Bisher steht nur fest: Die geplanten Häuser hätten bis zu vier Vollgeschosse – das sagte Architekt Goebel.

Werden die Häuser höher als gedacht?

Städtische Wohnbebauung trifft also auf ländliches Bauernhof-Idyll – und Johann Negele ärgert das: „Anfangs war von Reihenhäusern die Rede, jetzt werden sie immer höher.“ Außerdem habe er von jeweils 130 Wohnungen gehört, die rechts und links von ihm entstehen sollen: „Da sind mindestens 750 Neubürger“, schätzt er. Bauamtsleiterin Kmoch will keine Zahlen nennen: „Sonst rufen bei mir scharenweise Leute an, die eine Wohnung wollen.“

Fakt ist allerdings: Wenn Neubürger dazukommen, stellt das die Infrastruktur der Gemeinde vor Probleme: Kindergärten, Schulen, Verkehr. Negele fordert ein unabhängiges Gutachten, ob Oberschleißheim so viele Neubürger aushält. CSU-Gemeinderat Peter Benthues hingegen würde sich offenbar noch mehr Platz für Neu-Oberschleißheimer wünschen und sagte: „Ich bedauere es sehr, dass man die mittlere Fläche nicht überplanen kann.“

Negele sorgt sich schon jetzt wegen seiner neuen Nachbarn: „Mit meinen Tieren wird das bestimmt nicht einfach, da wird es sicher Beschwerden geben.“

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