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Sind die Handwerker im Haus, gilt es, einiges zu beachten. Über die Schulter lassen sie sich nicht gerne schauen, für Rückfragen oder bei Problemen sollte der Kunde aber in Reichweite oder zumindest erreichbar sein.

Der richtige Umgang mit Maler und Co.

Vom Imbiss bis zum Trinkgeld: So klappt’s mit dem Handwerker

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Einen Handwerker zu bekommen, ist derzeit schwer genug. Doch wie verhält man sich, wenn er dann im Haus ist? Experten aus dem Landkreis geben Tipps.

Wenn der Wasserhahn tropft oder der Backofen streikt und man keinen versierten Heimwerker im Haushalt hat, hilft eigentlich nur der Griff zum Telefon. Dann muss ein Fachmann her. Doch was gilt es zu beachten, wenn man die Handwerker zu sich nach Hause holt? Bietet man Getränke oder gar eine Brotzeit an? Soll man ihnen über die Schulter schauen oder doch besser gar nicht Zuhause sein, während sie arbeiten? Antworten auf diese Fragen haben wir bei Handwerksbetrieben im Landkreis gesucht.

Langfristig planen

Eines vorneweg: Die Auftragsbücher der meisten Handwerksbetriebe im Landkreis München sind mehr als voll. Wer also auf eine helfende Hand vom Fach setzt, sollte sich auf längere Wartezeiten einstellen und langfristig planen, rät Robert Zillner. Sein Malerbetrieb in Oberschleißheim ist zum Beispiel so ausgelastet, dass die Kunden mit Wartezeiten von mindestens vier Wochen rechnen müssen.

Und wie detailliert sollte man sein Anliegen am Telefon schildern? „Uns reicht es, erst einmal zu wissen, ob ein elektronisches Gerät defekt ist oder es sich möglicherweise um ein Installationsproblem handelt“, sagt Kornelia Jebahi-Hiering von der Firma Elektro-Hiering in Unterhaching. Denn „eine Ferndiagnose per Telefon“ gebe man in der Regel sowie nicht ab, betont sie: „Wir schauen uns das Problem immer vor Ort an.“ Auch wenn es um die neue Heizung im Haus geht, werden die Details vor Ort geklärt, sagt Bärbel Schreil von der Firma Ernst Schreil Heizung-Sanitär in Kirchheim: „Am Telefon reicht es, wenn der Kunde kurz sagt, um was es geht. Dann machen wir einen Termin aus.“

Alkohol ist ein No-Go

Den Handwerkern vor Ort Getränke oder gar einen Imbiss anzubieten, ist für Jebahi-Hiering kein Muss, aber „eine nette Geste“. Normalerweise hätten die Monteure immer etwas zum Trinken dabei, erklärt sie. „Und sie machen ja Mittagspause.“ Aber wenn ein Handwerker einen ganzen oder gar mehrere Tage in einem Haus arbeitet, würde es ihn auf jeden Fall freuen, wenn ihm Wasser, Kaffee oder gar eine Brotzeit angeboten würde. „Wir hatten auch schon Kunden, die haben für unsere Mitarbeiter Kuchen gebacken“, erzählt Jebahi-Hiering.

Unpassend sei es dagegen, den Handwerkern Bier oder andere alkoholische Getränke zu reichen. „Das ist ein absolutes No-Go“, betont sie, „gerade für Elektriker, die mit Strom arbeiten.“ Außerdem müssten die Handwerker in der Regel nach dem Termin mit dem Auto zum nächsten Kunden fahren. Dass Kunden Bier oder ähnliches anbieten, komme aber selten vor, sagt Zillner.

Dankbar sind die Handwerker dagegen über Lob, wenn der Kunde mit ihrer Arbeit zufrieden ist, oder gar Trinkgeld. „Das nehmen wir natürlich gerne an“, sagt Zillner. Wie viel die Leute Trinkgeld geben, sei unterschiedlich. „Von fünf Euro aufwärts ist alles dabei“, sagt er. Oft hänge das Trinkgeld vom Umfang des Auftrags ab und wie lange die Handwerker im Haus waren, meint Jebahi-Hiering. Eine kleine finanzielle Anerkennung braucht man aber nur geben, wenn die Handwerker ordentliche Arbeit geleistet haben, betont Schreil. Denn leider gebe es unter ihnen auch schwarze Schafe, die nicht sauber arbeiteten, sagt sie.

Beobachter stören

Was wohl jeden Handwerker stört: Wenn ihm der Kunde ständig über die Schulter schaut oder ihn während seiner Arbeit mit Fragen bombardiert. „Das stört einfach die Konzentration“, erklärt Jebahi-Hiering. In der Regel sollte der Kunde alle Details geklärt haben, bevor der Fachmann loslegt, und ihm danach vertrauen. Weitere Fragen könnte man klären, wenn die Arbeiten beendet sind. „Allerdings sollte der Kunde schon im Haus sein, damit man im Ernstfall einen Ansprechpartner hat“, sagt Jebahi-Hiering. Dann gebe es in der Regel auch keine Probleme bei der Abrechnung, zum Beispiel, was die korrekte Anzahl an Arbeitsstunden betrifft. Wenn Zillner und sein Team den Tag über malern, sind die Kunden dagegen oft außer Haus. „Dann können wir in Ruhe arbeiten“, sagt er. Auch ihr Mann habe es lieber, wenn er nicht ständig unter Beobachtung ist, erzählt Schreil. Dann gehe vieles einfach schneller von der Hand.

Bitte Schuhe ausziehen

Dass es schmutzig werden kann, wenn Handwerker im Haus sind, damit muss jeder Kunde rechnen. Man braucht sich aber nicht genieren, die Handwerker zu bitten, mit dreckigen Schuhen den neuen Teppich oder das empfindliche Parkett nicht zu betreten. „Das will ich zuhause ja auch nicht“, sagt Jebahi-Hiering. Wenn die Handwerker die Schuhe aus Sicherheitsgründen nicht ausziehen können, hat sie einen Tipp: Einweg-Überzieher bereit stellen, die die Handwerker dann über die eigenen Schuhe stülpen können. Auch Kartonagen oder andere Hüllen müssen die Kunden eigentlich nicht selbst entsorgen. „Es ist eigentlich üblich, dass Handwerker das Verpackungsmaterial wieder selbst mitnehmen“, sagt Schreil. Bei Schäden, die durch die Handwerker verursacht worden sein können, sollte man diese sofort dokumentieren und die Betroffenen am besten gleich darauf ansprechen.

Arbeitsflächen räumen

Wirklich hilfreich ist es, wenn die Flächen, wo gearbeitet werden muss, bereits vor Eintreffen der Handwerker leer geräumt worden sind. „Wenn man in der Küche erst einmal den Toaster, die Kaffeemaschine und Sonstiges aufräumen muss, hält das einfach auf“, so Jebahi-Hiering. Auch Zillner ist dankbar, wenn in den Bereichen, in denen er und sein Team arbeiten, zumindest die Stehlampen weggeräumt und Bilder abgehängt sind. „Große schwere Möbel zu verschieben, das übernehmen selbstverständlich wir“, sagt er. Zudem bittet der Maler, auch das Abdecken der Flächen nicht selbst zu machen, sondern den Profis zu überlassen: „Wir haben da jede Menge Erfahrung, auf die man sich verlassen sollte.“

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