+
Hürdenläufer auf dem Weg zur Trog-Lösung: (v.l.) Casimir Katz, Benno Reuter, Peter Benthues, Holger Knippschild und Martin Lutz brauchen einen langen Atem für ihr Projekt, die Bahn im Trog verschwinden zu lassen.

Landrat sagt Unterstützung zu

Landrat Christoph Göbel (CSU) gefällt die Idee, die Bahn in Oberschleißheim in einem Trog verschwinden zu lassen. Deshalb sagt er der Initiative „Bahn im Tunnel“ Unterstützung zu. 

Von Andreas Sachse

Oberschleißheim – Der Landkreis stärkt der Oberschleißheimer BIT den Rücken. Landrat Christoph Göbel (CSU) stellt sich eindeutig hinter die Forderung der Initiative „Bahn im Tunnel“, meint die betroffenen Gemeinden aber „erst am Anfang eines sicherlich langwierigen Lösungsprozesses“ stehen zu sehen.

Als erste Hürde auf dem Weg zu einer gleich wie gearteten Lösung musste Göbel die Finanzierung des Trogs nicht erst ins Gespräch bringen. Auf 100 Millionen Euro beziffert der Landrat die in Oberschleißheim bevorzugte Variante einer in die Tiefe verlegten Schiene. Woher das Geld kommen soll, weiß derzeit niemand. In einem Schreiben, das BIT-Sprecher und Gemeinderat Peter Benthues (CSU) während der Jahreshauptversammlung der Initiative verlas, bringt Göbel mögliche Adressaten einer Rechnung ins Spiel: Der für Bahn und B 471 zuständige Bund, das Wissenschaftsministerium für die Universität und damit für die nach Oberschleißheim wechselnde Tierärztliche Fakultät. Für Staatsstraßen käme das Innenministerium in Frage. Das Finanzministerium ist von Hause aus mit von der Partie und nicht zuletzt die Gemeinde Oberschleißheim selbst.

Dieses Problem wird Göbel zufolge zwischen politischen Entscheidungsträgern der verschiedenen Ebenen diskutiert und entschieden werden. Den Schleißheimern sagte er in ungewohnt klaren Worten seine unbedingte Unterstützung zu: „Ich sichere ihnen bereits jetzt zu, dass ich mich in diesen Gesprächen sehr stark für das Projekt einsetzen werde.“ Göbel in Sachen Trog auf ihrer Seite zu haben, dürfte die BIT-Gemeinden Eching, Neufahrn, Unter- und Oberschleißheim auf ihrem Weg bestärken. Außer sich vor Freude sagte Benthues, in 26 Jahren BIT-Geschichte „noch nie solche Sätze von einem Landrat gehört zu haben“.

Von der einstigen Forderung einer Untertunnelung der S1-Schiene ist BIT spätestens seit der Fortschreibung der Machbarkeitsstudie und der endgültigen Hinwendung zum Trog zwar mehr oder weniger stillschweigend abgerückt. Um so mehr gilt der verbleibender Esprit der Mitglieder einer Tieferlegung der Schiene in den Trog. Dies um so mehr in Oberschleißheim, da das dem Gemeinderat und nun erneut der BIT vorgestellte Konzept für die Gemeinde auf den ersten Blick recht ordentlich zu klingen schien.

Mittlerweile liegen dem Rathaus Anträge für Verbesserungen vor. Und so sind, wegen der Verlegung des Bahnhofs etwa oder wegen der meterhohen Lärmschutzwände entlang des Trogs, wodurch die Gemeinde endgültig in zwei Teile zerlegt würde, die Grünen bereits ausgeschert. Der Gewerbeverband beklagt ortsplanerischen Unsinn. Von einem weiteren Bürgerbegehren ist die Rede.

Im ersten Bürgerbegehren, das 2009 in einen Bürger- und einen Ratsentscheid gemündet war, ist womöglich das Ende der derzeitigen Hoffnungen bereits angelegt: Das Eisenbahnkreuzungsgesetz verpflichtet Bund und Bahn lediglich zu einer Beteiligung an der preisgünstigsten Lösung. Die hatten damals ausgerechnet Christian Kuchlbauers Freie Wähler gefordert: Die Straßenunterführung, die Untertunnelung der Schiene durch die B 471, hätte an die 40 Millionen Euro kosten sollen. Die Oberschleißheimer wählten die mit gegenwärtig auf 148 Millionen Euro geschätzte, deutlich teurere Variante.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Wir sind 70 Jahre alt und wir heiraten!
Nach 23 Jahren haben sie sich getraut: Georg Becker und Ursula Kober-Becker haben in Schäftlarn geheiratet – mit über 70 Jahren. Sie wollen anderen Älteren Mut machen. 
Wir sind 70 Jahre alt und wir heiraten!
18.000 Euro Blechschaden 
Einen kurzen Moment lang nicht aufgepasst - schon waren 18.000 Euro Schaden angerichtet.
18.000 Euro Blechschaden 
Polizei klingelt betrunkenen Unfallfahrer raus
Ein Zeuge hat der Polizei geholfen, eine Unfallflucht schnell zu klären. Der Fahrer war auch noch betrunken.
Polizei klingelt betrunkenen Unfallfahrer raus
Motorradfahrer bricht sich beide Beine
Beide Unterschenkel hat sich ein Motorradfahrer bei einem Unfall bei Straßlach gebrochen.
Motorradfahrer bricht sich beide Beine

Kommentare