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Ein grünes Zuhause ist Markus Büchler wichtig – vor der Haustür und im Wintergarten.

Landtagskandidaten im Porträt

Markus Büchler (Grüne): Planetenretter auf zwei Rädern

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Markus Büchler ist ein Kämpfer und Visionär. Den Naturschutz will er vor allem durch den Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs stärken. Bei den Landtagswahlen tritt der 45-Jährige für die Grünen im Stimmkreis München Land Süd an. 

Oberschleißheim – Die Brotzeit ist angerichtet. Auf dem Tisch im Wintergarten steht selbst gemachter Zwetschgen-Datschi. Mit Früchten aus dem eigenen Garten. Der eigene Garten ist Markus Büchler wichtig. Er bedeutet für den Grünen aus Oberschleißheim, der als Direktkandidat im Stimmkreis München-Land Süd bei der Landtagswahl antritt, ein Stück Heimat. Mit Listenplatz vier in Oberbayern hat der 45-Jährige gute Chancen, am 14. Oktober erstmals in den bayerischen Landtag einzuziehen.

Markus Büchler lebt gerne in Oberschleißheim, im Haus mit Schlossblick. Hier haben er, seine Frau Dorothee und die beiden Kinder (13 und 18 Jahre) die Natur direkt vor der Tür. „Wir wohnen im Erholungsgebiet, müssen nicht jedes Wochenende wegfahren. Das ist Lebensqualität.“ Diese möchte er trotz starken Wachstums der Region verbessern. Zur Lebensqualität zählt für Büchler auch, so wenig Zeit wie möglich im Verkehr auf der Straße verbringen. Er fährt, so oft es geht, mit dem Rad.

Markus Büchler glaubt, dass es ihm viele gleichtun würden – wenn es funktionierende Radschnellwege gäbe. „Wir brauchen viele, und wir brauchen sie schnell“, sagt er. Nur dann gelinge es, die überfüllten Straßen zu entlasten. Denn: „Wer Straßen baut, wird Verkehr ernten.“ Mehr Straßen bedeuteten außerdem weitere Versiegelungen. Das gefällt dem Grünen von Haus aus nicht.

Große Hoffnung setzt der 45-Jährige auch in den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV). „Der muss aber schnell, bequem und günstig sein.“ Er sieht nur eine Lösung: einen massiven Ausbau. Dafür müssten aber Millionen, vielleicht sogar Milliarden Euro in Schienen und Busse investiert werden. Und in Seilbahnen – und zwar nicht nur in München. „Seilbahnen sind hochleistungsfähige, urbane Verkehrsmittel“, findet Büchler. Ihm schwebt vor, Knotenpunkte und Außenäste der S-Bahnen zu verbinden. Beispielsweise von Unterhaching nach Pullach oder von Oberschleißheim nach Dachau. Angst vor Schneisen durch die Wälder hat der Grüne nicht. „Die Seilbahn schwebt weit oben. Nur für die Stützen muss punktuell gerodet werden.“ Außerdem sei das Projekt in zwei Jahren realisierbar. Planungen für eine U-Bahn-Erweiterung können sich dagegen 30 Jahre ziehen.

Büchler hat das Seilbahn-Szenario für sich bereits weit gesponnen. Dabei helfen ihm auch seine Kenntnisse als Landschaftsarchitekt, seinem „Brotstudium“, wie er es nennt. Er entwickelte für das Landschaftsbüro Stahr & Haberland Konzepte für ländliche Gemeinden – auch im Hinblick auf den Naturschutz. Ausgehalten hat er diese Arbeit nur zwei Jahre. „Man sitzt immer zwischen den Stühlen, hat alle gegen sich“, sagt er. 1998, als er seine Frau Dorothee kennenlernte, gründete er das Webdesign-Unternehmen Slius. Bis heute ist er Geschäftsführer. Gleichzeitig studierte er Philosophie und Geschichte, später promovierte er über die Verfassungsgeschichte der DDR.

Richtig mit Politik in Kontakt kam der gebürtige Oberschleißheimer als Teenager im Wahlkurs „Politik und Zeitgeschichte“ am Carl-Orff-Gymnasium. „Unser Lehrer vermochte es, 14- und 15-Jährige für Politik zu begeistern.“ Markus Büchler zog es zu den Grünen. Geprägt vom ersten Golfkrieg und Tschernobyl stellte er sich die Frage, wie man den Planeten retten und Frieden schaffen kann. „Bei den Grünen habe ich gesagt: Das passt, sie haben Lösungen.“ 1991, ein Jahr nach dem Zusammenschluss mit dem Bündnis 90, trat er als Grüner der zweiten Stunde in die Partei ein.

Büchler arbeitete sich in 27 Jahren vom Praktikanten im Landtagsbüro von Josef Daxenberger, dem ersten grünen Bürgermeister Bayerns in Waging am See (Kreis Traunstein), bis zum Vorsitzenden der Grünen in Oberbayern hoch, zu dem der Oberschleißheimer im August 2015 gewählt wurde. Außerdem arbeitet er seit 2005 nebenberuflich für Toni Hofreiter, mittlerweile Fraktionsvorsitzender im Bundestag. Fehlt nur noch der Landtag.

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Bis zur Landtagswahl am 14. Oktober stellen wir alle Kandidaten aus den Stimmkreisen München- Land Süd und Nord vor.

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