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Seine dritte Amtszeit hat Wolfgang Schnell (l.) als Kommandant der Oberschleißheimer Feuerwehr angetreten. Ihm zur Seite steht Stellvertreter Michael  Bayer.

Die Mängelliste ist abgearbeitet

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Die Feuerwehr Oberschleißheim geht zuversichtlich ins neue Jahr.

Oberschleißheim – Mit Wolfgang Schnell hat die Freiwillige Feuerwehr (FFW) Oberschleißheim ihren erfahrenen Kommandanten auf der Jahreshauptversammlung für weitere sechs Jahre bestätigt. Für Schnell beginnt mit diesem Tag bereits die dritte Amtszeit.

Der Feuerwehr-Verein hat mit Angelika Kühlewein eine neue Frontfrau an der Spitze. Nach dem überraschenden Tod von Heinz Eckmüller im März 2017 war der Posten des Vorsitzenden vakant. Dieser Verlust traf die Feuerwehr besonders schwer. Als Leiter der Polizeiinspektion 48 Oberschleißheim koordinierte Eckmüller gemeinsame Einsätze von Polizei und Feuerwehr. Überhaupt hat es den Feuerwehr-Verein im abgelaufenen Jahr hart getroffen. In dem im Mai verstorbenen Ehrenkommandant, Johann „Hans“ Günzkofer, verlor die Gruppe eine weitere Leitfigur.

Dafür scheinen die vor zwei Jahren aufgebrochenen Differenzen zwischen Feuerwehr und Gemeinde endgültig bereinigt. Noch auf der Jahreshauptversammlung im Januar 2016 hatte Kommandant Schnell dem Bürgermeister eine beunruhigend lange Mängelliste entgegengehalten. Diese Liste arbeitete das Rathaus mithilfe des Feuerwehrbedarfsplans in der Folge ab. Sodass Bürgermeister Christian Kuchlbauer (FW) die FFW Oberschleißheim jetzt als angemessen ausgerüstet bezeichnete, ohne Widerspruch vom Kommandanten zu provozieren.

Seither gilt der Bedarfsplan sowohl der Gemeinde als auch der Feuerwehr als Messlatte für eine ausreichend gut ausgestattete Feuerwehr, „auf deren lebensrettende Arbeit wir uns auch im neuen Jahr verlassen können“, wie Kuchlbauer sagte. Vor wenigen Wochen erst, im Dezember, nahm die Feuerwehr ein neues Mannschaftstransportfahrzeug in Betrieb. Ein Tanklöschfahrzeug soll folgen. Kuchlbauer versicherte, dass Rathaus und Gemeinderat ihr Möglichstes tun würden, „die Ausrüstung auf einem guten Stand zu halten“.

Oberschleißheims Bürgermeister lobte zudem das soziale Engagement der Jugendfeuerwehr. In der Adventszeit hatten junge Feuerwehrleute am Münchner Hauptbahnhof selbst gebackene Plätzchen an Obdachlose verteilt. Gerade für junge Leute sei das nicht selbstverständlich, sagte Kuchlbauer. Die Feuerwehr selbst fordert ihrem Nachwuchs sozialen Einsatz ab. Junge Feuerwehrleute, die das Jugendabzeichen „Jugendflamme, Stufe III“ tragen wollen, müssen ein erfolgreiches Projekt aus den Bereichen Sport oder Soziales vorweisen. „Der Anblick von so viel Not in einer großen Stadt wie München hat die jungen Feuerwehrleute sehr berührt“, sagte Kommandant Schnell.

Nach wie vor unbefriedigend dagegen ist für die Feuerwehr die Situation auf dem Wohnungsmarkt. Schon in den vergangenen zwei Jahren beklagte Schnell das Fehlen bezahlbarer Wohnungen im Ort. Ein Problem, das sich auf die so hoch gelobte Nachwuchsarbeit auszuwirken droht. Ein Problem allerdings auch, unter dem in Oberschleißheim nicht nur die Feuerwehr leidet.

Insgesamt blickt Schnell auf ein „arbeitsreiches Jahr 2017“ zurück: 529 Einsätze, 57 mehr als im Vorjahr. Die immer wichtiger werdenden „First Responder“ mussten 214 mal raus. Acht Menschen bewahrten sie durch rechtzeitige Reanimation vor dem Tod.

Beförderungen

Feuerwehrmann/-frau: Stefan Eckmüller, Phillip Gasser, Leonhard Wagner.

Oberfeuerwehrmann/-frau: Marcus Czarnecki, Benjamin Hofmann, Michaela Obermaier, Dominik Pingitzer, Marco Thalmeier, Tobias Wiesener.

Ehrungen

Zehn Jahre Feuerwehrdienst: Christoph Imseder, Florian Schnell 20 Jahre Feuerwehrdienst: Thomas Fischer, Sebastian Kirmess.

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