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Baustelle: Der Bürgerplatz in Oberschleißheim wird umgebaut. Der Platz ist knapp, sagt der Veranstalter, der Oberschleißheimer Feuerwehr-Verein.

Streit in Oberschleißheim

Maifeier: Blaskapelle darf nicht auftreten

Oberschleißheim - Die Oberschleißheimer Blaskapelle und der Trachtenverein „Birkenstoana“ hätten bei der Maifeier eigentlich die Gäste erfreuen sollen. Stattdessen tanzt nur der Trachtenverein. Die Blaskapelle ist ausgeladen.

Harald Kirch, Dirigent der Blaskapelle Oberschleißheim, ist stinksauer. Hinter vorgehaltener Hand werde die Absage für seine Musiker damit begründet, dass „der Bürgerplatz umgestaltet wird, dass zu wenig Platz zur Verfügung stehen soll“. Kirch versteht das nicht und widerspricht: „Soll die Musik zur Maifeier vom Band, aus der Konserve, kommen?“ Geht es in Wahrheit ums Geld? Kirch, der nicht nur Dirigent der Blaskapelle ist, sondern auch für die SPD im Oberschleißheimer Gemeinderat sitzt, argwöhnt, dass die Blaskapelle „aus Gewinnsucht, zum Nachteil der Besucher“ aus dem Programm gestrichen sein könnte. „Aus berufenem Mund“ sei ihm zugetragen worden, dass die seit 20 Jahren bei 1000 Euro stagnierende Gage für die Blaskapelle mittlerweile als überzogen gilt. Als Quelle verweist Kirch auf zwei „namentlich nicht zu nennende Personen in vorderster Reihe“ der Feuerwehr. Der vom Oberschleißheimer Polizei-Chef Heinz Eckmüller geführte Feuerwehr-Verein ist Veranstalter der alljährlichen Maifeier. „Es geht nicht ums Geld“, versichert Eckmüller. Der Vorsitzende des Feuerwehr-Vereins verweist auf die gegenwärtige Situation in der Ortsmitte. „Viel zu wenig Platz“, sagt er, sei da für eine Musikkapelle. Und ist froh, dass die Veranstaltung überhaupt stattfinden kann. Nach seiner Aussage stand sie sogar schon zur Disposition. Oberschleißheims Bürgermeister Christian Kuchlbauer (FW), der persönlich bedauert, „dass die Blaskapelle nicht spielt“, spricht von Kompromissen, weil niemand den Oberschleißheimern die Feier hat nehmen wollen. So habe man extra den Maibaum stehen lassen. „Wir wollten, dass das Fest stattfindet.“ Wenn es wirklich ums Geld gehen sollte, hätte man sich doch verständigen können, findet Kirchs Stellvertreter bei den Bläsern, Harald Stiller: „Wir müssen doch keine fünf Stunden spielen“, sagt der stellvertretende Abteilungsleiter. „Eine kleine Lösung hätte es auch getan.“ Auf die Gage für die Blaskapelle angesprochen, muss Harald Kirch sich beherrschen. „Wir bauen acht Stunden auf und ab, spielen fünf Stunden durch“, zählt er auf. „Bei 30 Musikern kommen wir auf einen Stundensatz von gerade einmal 4,50 Euro.“ Keiner der Musiker habe sich darüber in den vergangenen 20 Jahren beklagt. Was die Absage für die Blaskapelle betrifft, lässt er deshalb keinen Konjunktiv gelten. Seine Quellen hätten ihm klar gesteckt, dass dem Veranstalter 1000 Euro zu viel Geld sind. Immerhin aber kann Kirch die Bedenken hinsichtlich des Platzes nachvollziehen. Zumal es schwierig ist, eine Alternative zum Bürgerplatz zu finden; auf dem benachbarten Volksfestplatz beginnt drei Tage später das Volksfest. Nicht verstehen aber mag Kirch, warum der Bürgerplatz am 1. Mai groß genug ist, um die „Birkenstoana“ auftreten zu lassen, nicht aber die Blaskapelle Oberschleißheim. Seine Sicht der Dinge wird der Oberschleißheimer Feuerwehr-Verein heute in einer Presseerklärung darlegen. „Schauen Sie sich um“, sagt Eckmüller schon am Tag davor: „Der Bürgerplatz ist aufgerissen. Da ist einfach kein Platz für eine Feier im gewohnten Umfang.“

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