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Tausende Festivalfans zieht’s zum „Isle of Summer“ immer wieder ins Munich Beach Resort an der Ruderregatta in Oberschleißheim.  

Bauausschuss Oberschleißheim fehlen Informationen

Beach Resort: Ausbau liegt auf Eis

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Überraschend hat der Bauausschuss die Erweiterung fürs Munich Beach Resort an der Ruderregatta gestoppt. Die Räte fordern Details, was dort geplant ist. Sie fürchten Lärm und Verkehr.

Oberschleißheim – Überraschend hat der Bauausschuss das Bauleitverfahren für das „Munich Beach Resort“ an der Ruderregatta in Oberschleißheim gestoppt. Die Gemeinderäte wollen Anwohner und Umwelt vor Beeinträchtigungen schützen. Zudem fehlt den Fraktionen bislang eine von der Verwaltung geforderte, detaillierte Auflistung, welche Veranstaltungen in dem Strandparadies künftig stattfinden sollen. „Das war uns dann natürlich zu dünn“, sagt SPD-Sprecher Florian Spirkl. Das Bauamt der Gemeinde muss nacharbeiten.

Es gebe weniger Bedenken wegen Sport- und Spaß-Veranstaltungen auf dem 5000 Quadratmeter großen Areal, das im Frühjahr 2013 eröffnete. Es gehe vielmehr darum, Störungen außerhalb der üblichen Geschäftszeiten auszuschließen. Formulierungen wie „Events können stattfinden“ sind Johann Negele (FW) zu schwammig. Attraktive Veranstaltungen ja, „aber nicht um jeden Preis“. Damit spricht er CSU-Gemeinderat Peter Benthues aus der Seele. Er hatte im Oktober 2016, als derselbe Ausschuss den Weg grundsätzlich frei machte für eine geplante Erweiterung des Sport-und Freizeit-Areals, dagegen gestimmt. Benthues, der im angrenzenden Westen Oberschleißheims wohnt, fürchtete Lärm, Verkehr und somit zu große Belästigungen für die Anwohner im Westen und die Badersfelder.

Damals war Benthues noch allein mit seiner Ablehnung, doch die Skepsis wächst.Nun wollen alle Fraktionen ausschließen, dass ein späterer Nutzer zu schwammig formulierte Genehmigungen ausnutzen könnte. „Jeden Abend Halligalli – das geht nicht“, sagte Negele (FW). Der Gemeinderat betonte, zum aktuellen Betreiber, der „Munich Beach Resort GmbH“ (MBR), durchaus Vertrauen zu haben. Aber niemand könne ausschließen, dass der Eigentümer irgendwann einmal wechselt.

Drei Freunde aus Dachau hatten 2013 dort rund 2000 Tonnen Sand aufgeschüttet und das Sport- und Freizeit-Paradies geschaffen, das nach einem durchwachsenen Start mittlerweile einen guten Ruf genießt, über die Region hinaus bekannt ist und im vergangenen Jahr sogar die Beachsoccer-Bundesliga zu Gast hatte. Nach zwei Ein-Jahres-Verträgen erhielt die MBR 2016 erstmals einen Fünf-Jahres-Vertrag für das Resort mit sechs multifunktionalen Beachcourts für Volleyball, Soccer, Tennis oder Handball auf Sand. Diese haben die Dachauer von MBR schon erweitert und die Bar renoviert, an der es Erfrischendes für den Tagesausklang in Liegestühlen mit Seeblick gibt.

Doch das Resort soll weiter wachsen: Bereits im Februar 2016 hatte der Bauausschuss zugestimmt, dass die MBR die ehemalige Tennisakademie mitnutzt, um Besuchern witterungsunabhängig Sport zu bieten. Geplant ist ein Kinderspielparadies, eine größere Gastronomie mit Cateringbetrieb, auch für Firmen- und Privatveranstaltungen. Gäste können auf dem Gelände Zimmer mieten. Im Außenbereich sollen sechs Beachvolleyballfelder, ein Beachsoccerplatz, eine 18-Loch-Golfanlage, Eissportbahnen und eine Kletterecke entstehen.

Eine detaillierte Beschreibung der künftigen Nutzung forderten das Landratsamt sowie der Besitzer der Olympia-Anlage, das Sportamt München.

Genau diese Details wollte die Gemeinde Oberschleißheim durch einen Bebauungsplan festgeschreiben – und damit eine unbefristete Genehmigung erteilen. Eigentlich eine Formsache nach dem Votum vom vergangenen Oktober. Nun muss das Rathaus nachlegen, die Pläne liegen bis dahin aus Eis.

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