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Hart umkämpfte Immobilie: der alte Bahnhof Oberschleißheim .  

Bahn verkauft Gebäude

Neue Hoffnung für Kultur im alten Bahnhof Oberschleißheim - das ist der Grund

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Ein neuer Bieter könnte die Rettung sein für die Pläne des Vereins Vabosh im alten Bahnhof Oberschleißheim. Der soll ziemlich viel Geld für den Bahnhof in den Ring werfen.

Oberschleißheim – Der alte Bahnhof Oberschleißheim ist noch nicht verloren: Die Chancen steigen, dass er doch noch zum Kultur- und Begegnungszentrum wird – und der Verein zum Erhalt des „verrückten alten Bahnhofs Oberschleißheim“ (Vabosh) nicht seit vier Jahren umsonst gekämpft hat. Denn eine vierte Bieter-Partei steigt nun in das Rennen um den Kauf des alten Bahnhofs ein. Es handelt sich um Freunde und Unterstützer des Vabosh-Projekts. Diese Gruppe scheint finanziell stark genug zu sein, um sich Hoffnungen auf den Zuschlag zu machen.

Siebenstellige Summe im Gespräch

Denn es geht um eine siebenstellige Summe, die „finanziell potente Personen“ aus dem Umfeld des Vereins bereit seien, für den Bahnhof aufzubringen, wie Vabosh sagt. Laut Vorsitzender Anke Schuster soll der Betrag in Kauf und Sanierung des Gebäudes fließen. Aus Sicht des Vereins wäre damit die ideale Lösung erreicht. Denn die namentlich unbekannten Unterstützer verfolgen identische Interessen wie die Gemeinde und Vabosh: den alten Bahnhof zu einer Bürgerbegegnungsstätte, einem Kulturtreff mit Café und Veranstaltungsräumen umbauen.

Gemeinde kann nicht konkurrieren

Denn die Gemeinde hätte der Konkurrenz im Rennen um den Bahnhof mit ihrem Gebot kaum das Wasser reichen können. Aus Haushaltsmitteln stehen der Kommune lediglich 10 000 Euro zur Verfügung. Dazu kommen nach Informationen von Vabosh-Chef Andreas Hofmann „zweckgebundene Spenden von Vereinsmitgliedern“ in nicht genannter Höhe. Die exakte Summe, die die Gemeinde bieten konnte, als die Deutsche Bahn das historische Kleinod Ende Juli plötzlich zum Verkauf anpries, ist unbekannt. Bekannt hingegen ist, dass ein privater Bieter den Zuschlag Anfang Oktober erhielt. Erst nach öffentlichen Protesten und einer Intervention von Bürgermeister Christian Kuchlbauer (FW) ruderte die Bahn zurück. Die Entscheidung ist wieder offen.

Das Gebot der Gemeinde dürfte unterhalb des Angebots liegen, das der private Bieter machte. Nach Auskunft der DB Immobilien Region Süd sollte das höchste Gebot den Zuschlag erhalten. Neben Privatmann, Gemeinde und den Vabosh-Unterstützern gibt es einen dritten Kaufinteressenten, über den nichts bekannt ist.

Bahn geht‘s nicht mehr nur ums Geld

Was Vabosh-Chef Schuster neben dem siebenstelligen Betrag der neuen Bietergruppe optimistisch stimmt, ist ein Gesinnungswandel, den er bei der DB beobachtet: „Die Vertreter haben signalisiert, dass es nicht mehr nur um das höchste Gebot geht“, sagt er. „Wichtig ist das Konzept, das dahinter steht. Und das ist lobenswert.“ Als Architektin zeichnet Schuster für den Entwurf „Vision 2020“ verantwortlich. Seine Arbeit gestattet einen Blick in die Zukunft des „verrückten alten Bahnhofs Oberschleißheim“.

Was den Kauf des historischen Kleinods betrifft, ist der Verein selbst aus dem Rennen. Vabosh sah sich nicht in der Lage, zeitnah genug Geld zu akquirieren, als die Bahn das Gebäude im Juli ohne Vorankündigung zum Verkauf ausschrieb. Vabosh-Sprecher Hofmann kündigte an, stattdessen die Gemeinde nach Kräften zu unterstützen. 

Vabosh wird aktiv

Auf der einen Seite sollen Mittel aufgetrieben werden, private und öffentliche aus Töpfen der Heimatpflege sowie der Infrastrukturförderung. Zudem will man das Problem lösen, „dass Zufahrt, Parkplätze und Versorgungsleitungen gegenwärtig über ein anderes Grundstück laufen.“ Ein Konzept soll der Öffentlichkeit vorgestellt werden. Von dieser Hilfe würde auch die neue Bieter-Gruppe aus Freunden und Unterstützern des Vabosh-Projekts profitieren.

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