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Nie vergessen: Dijamant aus Lustheim. Der 21-Jährige starb beim Amoklauf am OEZ. Danach gab es eine Gedenkstelle für ihn an der Hochmuttinger Straße.

Ein Jahr nach dem Amoklauf am OEZ am 22. Juli 2016

„Nichts mehr aufbrechen“

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Dijamant Z. aus Oberschleißheim kam vor einem Jahr beim Amoklauf im OEZ ums Leben.  Eine Gedenkfeier wird es zum Jahrestag nicht geben– aus Rücksicht auf seine Familie. 

Oberschleißheim – Kurz vor seinem 21. Geburtstag wurde Dijamant Z. aus dem Leben gerissen: Der Oberschleißheimer war eines der neun Opfer des Amoklaufs am Olympia Einkaufszentrum (OEZ) am 22. Juli vor einem Jahr. Mit einem Freund war er im McDonald’s-Restaurant, als der Amokschütze um sich schoss. Der Freund konnte sich retten, Dijamant starb.

In Lustheim, Gemeinde Oberschleißheim, wo der junge Mann mit seiner Familie lebte, war die Trauer riesengroß. Viele, die Dijamant kannten, wie Deniz Dadli, der Leiter des Jugendzentrums Planet O, aber auch hunderte Mitbürger nahmen Anteil am Schicksal der Familie, die ursprünglich aus dem Kosovo stammt.

Innerhalb weniger Tage sammelte der Verein „Familien in Not“ Spenden, um die Überführung von Dimo, wie ihn alle nannten, in den Kosovo zu finanzieren. Vor dem Haus wurden Kerzen und Blumen abgelegt. „Wir stehen hinter der Familie und lassen sie nicht allein“, sagte damals Oberschleißheims Bürgermeister Christian Kuchlbauer. Zwei Tage nach dem Amoklauf war er gemeinsam mit Deniz Dadli und den Geistlichen der Kirchengemeinden, Martina Buck und Ulrich Kampe, ans OEZ gekommen und legte Blumen für Dimo ab.

Und heute? Ein Jahr danach ist es ruhiger geworden im Ort. Eine öffentliche Gedenkfeier wird es nicht geben, sagt Kuchlbauer auf Nachfrage. Vielleicht werde er den Vater von Dimo anrufen, fügt er hinzu. Aber man wolle „nichts mehr aufbrechen: Die Familie weiß, dass sie ein Teil von Lustheim, ein Teil von Oberschleißheim ist. Und das hat vielen geholfen“.

Drei Monate nach der Tat hatte die Familie noch offen getrauert. Zur Gedenkfeier in der Kirche Maria Patrona Bavariae in Oberschleißheim waren 70 Menschen gekommen, um Kerzen für Dimo zu entzünden. Danach haben sich die Angehörigen weitgehend zurückgezogen – auch, um den vielen Medienanfragen zu entfliehen.

Zugang zu Dimos Familie erhielt zuletzt das junge Filmteam um Alex Spöri. Gemeinsam mit fünf Klassenkameraden vom Lise-Meitner-Gymnasium in Unterhaching hat der 16-Jährige einen Film gedreht, in dem er die Geschichten der Angehörigen erzählt. Margareta kommt darin zu Wort, Dimos große Schwester: „Ich will, dass das nie, nie, nie vergessen wird“, sagt sie in die Kamera und senkt ihre haselnussbraunen Augen. Dann schweigt sie für einen Moment. Ihre Trauer kann man dennoch hören.

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