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Häuser wie diese, die die Starnberger Firma unter dem Namen „Feel Home“ vielerorts gebaut hat, sollen auch in Oberschleißheim aufgebaut werden.

Feel-Home-Siedlung soll im Herbst fertig sein

Langes Warten aufs Asyldorf

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Die Flüchtlingsunterkunft an der Bahnhofstraße in Oberschleißheim soll bis zum Herbst bezugsfertig sein. Mit dieser Aussage ist Asyl-Helfer Peter Lemmen aus dem Landratsamt zurückgekehrt.

Oberschleißheim – Nach zwei Wintern gehören die ursprünglich ohnehin nur als Provisorium gedachten Container am Heuweg damit der Geschichte an. Die Container dürften auf keinen Fall einen weiteren Winter als Notbehelf dienen, warnte Lemmen: „Die sind nämlich hinüber!“ Das habe er dem Stabsstellenleiter Asyl im Landratsamt, Leonhard Schmid, in aller Deutlichkeit klar gemacht. Peter Lemmen ist einer von zwei Koordinatoren des Helferkreises Asyl aus Oberschleißheim. Vergangenen Freitag vertrat er die Gemeinde auf einer Veranstaltung zum Thema Asyl im Münchner Landratsamt.

Wenige Tage zuvor hatte Lemmen das Amt in einem Schreiben um Informationen gebeten. „Weil nichts passiert, herrscht extreme Verunsicherung in der Bevölkerung und bei Flüchtlingen“, begründete er seinen Vorstoß.

Zwar ist Oberschleißheim in der neuesten Liste des Landkreises als Standort für eine Flüchtlingsunterkunft vermerkt, das Unternehmen „Feel Home“ hat den Zuschlag erhalten, tatsächlich getan habe sich aber nicht viel, beklagte Lemmen.

Nachdem die Regierung von Oberbayern im Juli 2016 grünes Licht gab für die Anlage in der Bahnhofstraße und nach der Baugenehmigung des Gemeinderats zwei Monate darauf, verschob das Landratsamt den Termin der Fertigstellung auf den Frühsommer 2017. „Jetzt haben wir Mai und zu sehen ist immer noch nichts.“ Daraufhin habe er sich zu dem Brief ans Landratsamt entschlossen.

Acht Häuser am Alten Schloss

Wie andernorts im Landkreis will das Starnberger Unternehmen „Feel Home“ auf dem rund 12 000 Quadratmeter großen „Holzgarten“-Areal der Schlösserverwaltung das bewährte „Asyldorf“-Konzept umsetzen: Acht zweistöckige Holzhäuser in Ständerbauweise zum Ensemble vereint. In Wohngruppen mit maximal acht Personen sollen dort in den nächsten zehn Jahren 200 Flüchtlinge leben können.

Wie die im Schleißheimer Rathaus für Asylfragen zuständige Brita Janßens unlängst mitteilte, wird das Asyldorf vor allem Bewohner aus Notunterkünften im Landkreis aufnehmen. Darunter die rund 80 Flüchtlinge aus den Containern am Heuweg. Auch Janßens kommt es darauf an, den Bewohnern einen weiteren Winter im Container zu ersparen. Nach Schwierigkeiten mit der Schlösserverwaltung, dem Denkmalschutz, nach einer europaweiten Ausschreibung und dem Baustopp der Regierung im April 2016 mussten die Container einen zweiten Winter als Notbehelf dienen. „Drei Wochen ist heuer das Wasser in einem der Container eingefroren“, denkt Lemmen mit Grausen an die kalte Jahreszeit zurück.

Fast noch schlimmer als eingefrorene Leitungen empfindet er den Vertrauensverlust in staatliche Behörden. Den Brief habe er auch geschrieben, um den Landrat persönlich zu erreichen. „Christoph Göbel erscheint mir deutlich progressiver als die Staatsregierung.“ Entschiedenes Anpacken der Probleme, die sich stellen, wünscht sich Lemmen von den Behörden: „Es gibt ‘ne Menge Leute, die der Sache nicht mehr Glauben wollen.“

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