Ausbau der A 92: Gemeinderäte erstellen Forderungskatalog

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Die A 92 soll sechsspurig ausgebaut werden. Die Gemeinde Oberschleißheim fordert mehr Lärmschutz - mindestens.

Oberschleißheim – Die Autobahndirektion Süd hat ihre Pläne zum sechsspurigen Ausbau der A 92 zwischen den Autobahndreieck Feldmoching und dem Kreuz Neuherberg nachgebessert. Details haben Vertreter bei einer Informationsveranstaltung vorgestellt: Mit Lärmschutzwänden und -wällen sowie sogenanntem Flüsterasphalt will die Autobahndirektion einen besseren Lärmschutz gewährleisten.

Doch diese Maßnahmen gehen den betroffenen Bürgern in Oberschleißheim und auch den Mitgliedern des Gemeinderats nicht weit genug. „Wenn wir schon mal gefragt werden, sollten wir fordern, was geht“, sagte etwa Gemeinderätin Stefanie Haselbeck von der CSU und bezog dabei ausdrücklich die Punkte mit ein, „von denen wir immer hören, dass es eh nicht geht“.

Doch ehe der Oberschleißheimer Gemeinderat seinen Forderungskatalog erstellte, kam ein Anwohner aus der autobahnnahen Moossiedlung zu Wort: Andreas Grote bat, die Lärmschutzwälle, notfalls auf Kosten der Gemeinde zu erhöhen: „Es ist jetzt schon unerträglich laut, ab drei Uhr morgens stehen wir teilweise senkrecht im Bett.“ Bei eigenen Messungen habe er schon jetzt einen Wert von 60 Dezibel und mehr gemessen, sagte er. Zudem gibt er zu bedenken, „dass das Planfeststellungsverfahren von einem Kilometer Windgeschwindigkeit ausgeht, laut Wetteramt haben wir aber sieben Kilometer und mehr“.

Aus ähnlichen Gründen fordern die Gemeinderäte mehrheitlich, erneut ein Tempolimit in die Stellungnahme zum Gutachten der Autobahndirektion aufzunehmen. Denn die Berechnungen der Planer gingen von einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 130 Stundenkilometer pro Auto aus. Die Lärmbelastung liege aber sicher um einiges höher, „wenn da nachts einer gscheit auf seinem Motorrad durchheizt“, wie Markus Büchler (Grüne) sagte. Zudem ist sich der Gemeinderat einig, dass beim Lärmschutz weitergehende Maßnahmen nötig sind, zumal „wir seit Jahren Rücklagen für den Lärmschutz ansparen“, wie der Oberschleißheimer CSU-Gemeinderat Peter Benthues sagte. Ingrid Lindbüchl (Grüne) wies allerdings darauf hin, dass sie erfahren habe, dass zusätzliche Schutzwände auf den geplanten Wällen bautechnisch gar nicht möglich seien. Das soll die Verwaltung in Gesprächen mit den Planern nun klären und auch weitere mögliche Lärmschutzmaßnahmen prüfen.

Keine Einigkeit erzielten die Gemeinderäte über die zusätzliche Anschlussstelle Riedmoos. Diese hatten Grüne und CSU gefordert, um den zusätzlichen Verkehr, der etwa durch den Unterschleißheimer „Business Campus“, aber auch aufgrund der zukünftigen Wohnbebauung zu erwarten ist, „dort abzuleiten, wo er entsteht“, wie Büchler sagte. Doch diese zusätzliche Anschlussstelle zwischen Ober- und Unterschleißheim berührt stark das Thema Westumgehung, bei dem die Befürworter von SPD, FDP und Freien Wählern im Oberschleißheimer Gemeinderat in der Mehrheit sind. So unterlagen Grüne und CSU auch diesmal mit 9:14 Stimmen, Riedmoos taucht nicht auf der Oberschleißheimer Wunschliste auf. Und auch gegen den Ausbau der Anschlussstelle Oberschleißheim zum sogenannten Vollkleeblatt formuliert die Gemeinde Oberschleißheim keine Einwände.  nö

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