Endlich surfen in Höchstgeschwindigkeit: Badersfeld bekommt schnelles Internet

  • vonAndreas Sachse
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Im Ortsteil Badersfeld haben sie sich lang gedulden müssen, jetzt bekommen sie Highspeed-Internet. Die Gemeinde nutzt ein attraktives Förderprogramm des Freistaats.

Oberschleißheim – Der Schleißheimer Ortsteil Badersfeld soll endlich mit schnellem Internet versorgt werden. Die Gemeinde drängt in ein neu aufgelegtes Förderprogramm des Freistaats, das Zuschüsse von bis zu 90 Prozent in Aussicht stellt. Mit maximal acht Millionen Euro pro Kommune will Bayern die letzten Highspeed-Internet-freien Regionen entwickeln.

Die unlängst angelaufene, „Bayerische Gigabitrichtlinie (BayGibitR)“ kommt Oberschleißheim gerade recht. Mit ungewöhnlich hohen Fördersätzen unterstreicht der Freistaat seinen Willen zur lückenlosen Versorgung mit schnellem Internet. Und genau hier gilt Badersfeld trotz wiederholter Bemühungen noch immer als weißer beziehungsweise grauer Fleck mit allenfalls unzureichender Versorgung.

Internet in Badersfeld musste Kunstrasenplatz den Vortritt lassen

Vor allem am Geld sind bisherige Anläufe, den Ortsteil zu erschließen, in den zurückliegenden sechs Jahren gescheitert. Aus Sicht der Grünen weist die Gigabitrichtlinie der Gemeinde endlich einen gangbaren Weg. Nach einem entsprechenden Beschluss des Gemeinderats steht ein Fachberater aus dem Bayerischen Breitbandzentrum den Fraktionen Rede und Antwort.

Schnelles Internet für Badersfeld war zuletzt im Frühjahr 2017 an einer simplen Kosten-Nutzen-Kalkulation gescheitert. In der obligatorisch an Einnahmen klammen Gemeinde standen sich der Wunsch des FC Phönix nach einem Kunstrasenplatz und der Badersfelder Breitbandausbau diametral gegenüber. Letzterer hätte die Gemeinde 100 000 Euro gekostet. Dennoch entschied man sich, 630 000 Euro in einen Allwetterplatz zu investieren. Phönix-Mitglieder hatten Debatten im Fachausschuss leidenschaftlich begleitet.

„Internet in Badersfeld ist miserabel“

Schon vor zweieinhalb Jahren kritisierten Befürworter des Breitbandausbaus in Badersfeld den rückwärtsgewandten Charakter der Entscheidung. „Ohne schnelles Internet geht heute gar nichts“, sagte FW-Sprecher Hans Hirschfeld „Das eine sage ich Ihnen: Internet in Badersfeld ist miserabel.“ Infolge der Coronakrise spitzte sich die Lage zu. Immer mehr Firmen, die Mitarbeiter daheim auslagerten, wollen Homeoffice als Alternative beibehalten. Schüler lernen im Home-Schooling.

In Badersfeld hingegen ist weder das eine noch das andere denkbar. Vermehrt erreichten Grünen-Sprecherin Ingrid Lindbüchl Klagen von Einwohnern, die an „nicht zumutbaren Download-Geschwindigkeiten“ verzweifelten.

„Wir haben schon über kleinere Summen gestritten“

50 Gigabit-fähige Anschlüsse in Badersfeld sollen die Gemeinde rund eine Million Euro netto kosten. „Wir haben schon über kleinere Summen gestritten“, bemerkte SPD-Sprecher Florian Spirkl. Derart hohe Ausgaben schmerzen nicht nur in Corona-Zeiten. Was Spirkl auf die Palme bringt, ist, dass es dem Bund ein weiteres Mal gelingt, Verpflichtungen, wie die Breitbandversorgung, an die Gemeinde weiterzureichen. Dem Beschluss, sich für BayGibitR zu bewerben, stellen sich weder die SPD noch eine andere Fraktion entgegen. „Wir sind nicht gegen den Breitbandausbau in Badersfeld“, sagte Spirkl, „uns sorgen die Modalitäten.“

Auf Schleißheimer Flur und angrenzenden Landstrichen steht schnelles Internet nahezu flächendeckend zur Verfügung. Im Westen etwa von Hackermoos bis Dachau. Weiter nördlich ist Riedmoos von Unterschleißheim aus erschlossen. Selbst im nahen Hebertshausen seien sämtliche Ortsteile versorgt, erläuterte Bürgermeister Markus Böck (CSU). Demnächst steht das Areal rund um die Ruderregatta auf dem Plan: „Wäre doch gelacht“, sagte Böck, „wenn sich da kein Weg findet, Badersfeld mitzunehmen.“

Rubriklistenbild: © dpa / Jan Woitas

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