1 von 11
Im Regenguss und hoch zu Ross.
2 von 11
Feine Kostüme und höfische Tänze: Hunderte kommen ins Schloss, um dieses Spektakel zu s ehen.
3 von 11
Flanieren im Schlosspark mit Zylinder und Reifrock: Hellmut Schmücker mit Marianne Wallach und Ilja Berkovich (v.l.).
4 von 11
Karin und Erwin Muggesser in majestätischem Aufzug.
5 von 11
Ausfahrt im historische Kutschmodell.
6 von 11
Corso der Kutschen.
7 von 11
Im Damensattel, diese Disziplin gehört dazu.
8 von 11
Historische Fahrkultur im Schlosspark.

Kutschengala und Churbayerisches Freudenfest

Barock und Galopp im Schlosspark

  • schließen

Die Welt des Barock ist für einen Tag wieder erwacht. Zum zehnten Mal ließ die „Historische Jagd- und Kutschengala“ Besucher zwischen den Jahrhunderten wandeln. Im Zentrum der spektakulären Show im Schleißheimer Schlosspark stand Max Emanuel II., Kurfürst von Bayern.

OberschleißheimMaximilian II., den sie der Farbe seiner Uniform aus dem Türkenkrieg wegen auch den „blauen Kurfürst“ nannten, war sogar zweifach vertreten. Und erstmals probte der Experimentalhistoriker Marcus Junkelmann das 2018 als ganztägiges Event geplante „churbayerische Freudenfest“.

Im Schlosspark in Oberschleißheim gaben sich Kürassiere und edle Damen mit turmhoch aufgesteckten Perücken die Ehre. Wilhelminische Kutschenfahrer und schneidige Ulanen, lanzenbewaffnete Kavalleristen, erfreuten die Besucher und standen für eine Plauderei oder ein Foto parat.

Anton Bauer überrascht mit profundem Reiterwissen

Der „Bayerische Reit- und Fahrverband“ und der „Verein Fahrkultur und -sport im Pfaffenwinkel“ organisieren den alljährlichen Aufmarsch, moderiert von Anton Bauer.

Alle Jahre wieder überrascht der „Toni“ mit profundem Wissen. Wohl kaum einer weiß mehr über die Coach-Men, die an Pferdestationen in Windeseile die Gespanne wechselten, während die Fahrgäste in der Kutsche verweilten, die gegen 1830 den „asymmetrischen Krawattenknoten“ mit nur einer Schleife erfanden und vor denen Erzieher ihre adligen Zöglinge warnten: „Lernt reiten wie die Coach-Men, aber bloß nicht so zu spucken.“

Mit majestätischer Würde dem Regen getrotzt

Wenn es nur nicht so geregnet hätte. Immer wieder gießt es in Strömen, während das Publikum Schutz unter Bäumen oder an einer Bratwurstbude sucht. Doch dem Regen zum Trotz wahrten die Akteure majestätische Würde. Da schiebt sich im ruhigen Schritt ein Ulan durchs Wetter, so schnittig wie man ihn sich nur vorstellen mag. Der Kavallerist schnippst kurz mit den Fingern, – schon reicht ihm jemand ein Helles hinauf. Der grüne Rock zeichnet den Reiter als Mitglied im Königlich Bayerischen 1. Ulanen-Regiment von 1904 aus. Hartwig Lieb (56) lächelt breit unter seinem prächtigen Schnauzbart und trabt gemächlich in den Regen.

Zwei Kurfürsten flanieren diesmal im Park

So etwas kann einem nur auf der Jagd- und Kutschengala widerfahren. Wann trifft man schon zwei Kurfürstenpaare binnen weniger Minuten? Alexander Bauer (48) und Mutter Renate (70) haben sich unter einen Baum gerettet. Als die Sonne wieder durch Blätter scheint, sieht man erst, welch prachtvolles Kostüm der Hofgartenbetriebsleiter angelegt hat. Einen schwarzen Dreispitz und weiße Perücke trägt der Kurfürst, dazu den lilafarbenen Rock eines Gardeoffiziers. In der Hand hält er einen silberbeschlagenen Gehstock.

Bloß um die Ecke steht der Kurfürst noch einmal: Erwin Muggesser (82) begleitet von seiner Frau Karin (71) von den „Freunden für Schleißheim“, alias Max Emanuel und Kunigunde. Der Regen hat den beiden sichtlich zugesetzt. Das in Weiß und Gold gehaltene Kostüm des Kurfürsten ist arg durchnässt. Die roten Federn auf dem Hut von Kunigunde baumeln über den Rand ihres Dreispitz. Die Muggessers schert das kein bisschen. „Ein tolles Fest“, findet der Kurfürst. Keine Angst vor einer Erkältung? „I wo“, meint die Gattin: „Schnupfen hatte ich schon letzte Woche.“ – „Und ich hab’ ihn heute“, schiebt ihr Gatte nach: „Das kommt vom vielen Küssen.“

Auch interessant

Meistgesehene Fotostrecken

Verkehrschaos auf A99: Obstlaster rast in Baustelle
Ein Sattelschlepper, beladen mit Obst, ist am frühen Morgen auf der A 99 bei Grasbrunn in eine Baustelle gerast. Die Folge: stundenlanges Verkehrschaos. 
Verkehrschaos auf A99: Obstlaster rast in Baustelle
München
Wiesn-Freude statt Heim-Apathie
Wie behindertengerecht und barrierefrei ist die Wiesn? Das testen Rollstuhlfahrer aus Neubiberg beim Ausflug aufs Oktoberfest.
Wiesn-Freude statt Heim-Apathie
Garching
Schutzpatronin für Garching
Dass bei dieser katholischen Feierstunde ausgerechnet dann der Regen einsetzt, als die evangelische Pfarrerin zu ihrer Rede ansetzt, darf man sicher nicht auf höhere …
Schutzpatronin für Garching

Kommentare