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Baumfällungen in der Veterinärstraße: Der letzte Widerstand?

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Von: Andreas Sachse

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Bedroht: Die Bäume in der Veterinärstraße müssen wohl weichen, damit Busse und Autos mehr Platz haben.
Bedroht: Die Bäume in der Veterinärstraße müssen wohl weichen, damit Busse und Autos mehr Platz haben. (Archivbild) © Gerald Förtsch

Der Ausbau der Veterinärstraße in Oberschleißheim gefährdet bis zu 27 Bäume, die Pläne liegen nun aus, Anwohner können Einwände einbringen. Die Umweltschützer hoffen auf diesen letzten Widerstand.

Oberschleißheim – Bis zu 27 Bäume sollen fallen in der Veterinärstraße in Oberschleißheim im Zuge des Ausbaus des LMU-Campus. Die Bürgerinitiative „Klima und Naturschutz in Schleißheim“ mobilisiert den Widerstand im Kampf um die Allee – und wittert nun eine neue Chance, vielleicht sogar die letzte. Die Baupläne liegen derzeit im Rathaus aus, die Aktivisten hoffen auf Einwände von Anwohnern und Umweltschützern. Der Bund Naturschutz (BN) behält sich zudem eine Klage vor.

Seit dem Beschluss des Gemeinderats von Juni vergangenen Jahres sind die Bäume politisch tot. Das bis 20. September laufende Verfahren der öffentlichen Auslegung des Bebauungsplans 31b „Tiermedizinische Fakultät südlich der Veterinärstraße“ bietet der Bürgerinitiative eine letzte Gelegenheit, auf die Gestaltung der Veterinärstraße und somit das Schicksal der Bäume Einfluss zu nehmen. Die Straße dient der Erschließung des Campus. Die Bäume sollen verstärktem Bus- und Lkw-Verkehr und einem Geh- und Radweg auf der Südseite weichen.

„Der Bürgerwille ist zu keinem Zeitpunkt ausreichend gewichtet worden“

Die Pläne zum Ausbau der Straße liegen im Bauamt und auf der Homepage aus. Anlieger der Straße und Betroffene dürfen Stellung beziehen. Die Initiative „Klima und Naturschutz in Schleißheim“ hofft auf einen Umschwung von unten. „Der Bürgerwille ist zu keinem Zeitpunkt ausreichend gewichtet worden“, sagt Gaby Hohenberger und verweist auf die im Vorjahr eingereichte Liste mit über 650 Unterschriften zum Erhalt der Bäume.

Die Bürgerinitiative empfahl damals, den Verkehr über Ausweichbuchten und einen modifizierten Fahrplan zu regulieren. „Dass nicht mal der MVV verlangt, Bäume zu fällen, sagt alles“, betont Hohenberger. Die Veterinärstraße würde vor allem von Autofahrern missbraucht, um die Kreuzung Sonnenstraße zu umfahren. Würde man sie in einen Anlieger umwidmen, wäre Gegenverkehr automatisch unterbunden.

Zweifel an Baum-Umpflanzungen

Beim BN Schleißheim sieht man das ganz ähnlich. Die Gemeinde habe es versäumt, Alternativen zu prüfen, sagte Birgit Annecke-Patsch. Die BN-Sprecherin erinnert an die erste Auslegung der Pläne 2019, als maximal fünf Bäume nahe der Sonnenstraße entfernt werden sollten. Der Vorwurf, den entscheidenden Moment verschlafen zu haben, als die Pläne zur Erschließung der Tierärztlichen Fakultät im März 2021 ohne Protest der Fraktion durchgewunken wurden, nagt an den Oberschleißheimer Grünen. Um so mehr stürzt sich Hohenberger, die den Grünen und der BI angehört, in den mutmaßlich letzten Teil des Widerstands.

Tatsächlich sollen wohl 16 von 27 Bäumen gerettet werden. Sieben, vorwiegend jüngere, Ahorne will der Bauhof verpflanzen. Weitere neun soll laut Rathaus eine Firma umsetzen. Wegen Vorschäden oder weil sie schlicht zu groß sind, müssen elf Bäume aber gefällt werden. Dass die Gemeinde Bäume umzupflanzen versucht, tröstet Hohenberger nicht. „Keiner weiß, ob das auch klappt.“ Der Stress würde selbst jüngeren Bäumen zu schaffen machen, ältere Bäume wären in jedem Fall verloren. „Bäume, die Schatten spenden und unser Klima kühlen.“ Andernorts im Land würden Patenschaften begründet, um Bäume zu retten, Alleen neu gepflanzt. In Oberschleißheim habe man die Zeichen der Zeit nicht erkannt.

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