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Drei, die sich verstehen: Dass Casimir Katz (FDP, l.) und Harald Müller (SPD, r.) Bürgermeister Markus Böck (CSU) vertreten, darauf hatten sich die Parteien bereits im Vornherein verständigt.

„Gute Planung ist nichts Anrüchiges“: Bürgermeister bekommt Wunsch-Stellvertreter

  • vonAndreas Sachse
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Die drei Parteien machen keinen Hehl daraus: CSU, SPD und FDP hatten sich von vornherein auf die Besetzung der Stellvertreter-Posten geeinigt - und so kam es dann auch.

Oberschleißheim – Mit Harald Müller stellt die SPD in Oberschleißheim den Zweiten Bürgermeister. Casimir Katz (FDP) ist Dritter Bürgermeister. Der 66-jährige FDP-Sprecher gilt als Wunschkandidat von Bürgermeister Markus Böck (CSU). Der für die Freien Wähler (FW) angetretene Hans Hirschfeld und Ingrid Lindbüchl (Grüne) gingen jeweils leer aus. In der vorausgehenden Wahlperiode hatte FW-Chef Hirschfeld noch den Posten des Dritten Bürgermeisters inne. Mit sechs Sitzen stellen die FW neben der CSU die stärkste Fraktion im Schleißheimer Gemeinderat. Die Grünen sind, wie die SPD, zu fünft. 

 In einer nahezu planstabsmäßig vorbereiteten Wahl setzten CSU und SPD ihre vordringlichsten Ziele in der konstituierenden Sitzung des Gemeinderats mit der Besetzung der stellvertretenden Bürgermeister durch. Wie Müller, der bei den Wahlen als Spitzenkandidat der SPD noch Gegenspieler Böcks war, dem Münchner Merkurbestätigte, hatten sich beide Parteien verständigt, den jeweils anderen Kandidaten bei der Wahl zum Zweiten Bürgermeister zu unterstützen: „Wäre ich Bürgermeister geworden, hätte ich mich für Markus Böck als Stellvertreter eingesetzt.“ So konnte sich Müller der Stimmen der CSU am Dienstagabend im Bürgerhaus sicher sein.

FDP-Mann offenbar absoluter Wunschkandidat von Böck

In besonderer Weise von diesem Arrangement profitiert hat die FDP. Mit lediglich zwei Sitzen im Gemeinderat hätten es die Liberalen schwer gehabt, Casimir Katz als Dritten Bürgermeister durchzusetzen. Auch Katz bestätigte das Arrangement: „Gute Planung ist nichts Anrüchiges.“

Er sei im Vorfeld der März-Wahlen von SPD und CSU angesprochen worden, ob er sich vorstellen könne, Dritter Bürgermeister zu werden, erinnerte Katz. Dass der Chef der Schleißheimer Liberalen als Wunschbesetzung Böcks gilt, hat sich herumgesprochen. Mit seiner Expertise als Ingenieur, seiner Erfahrung als Gemeinderat bis 2014 und seinem Engagement für ÖPNV und alternative Antriebe rundet der 66-Jährige das bürgermeisterliche Dreigespann nach Ansicht Müllers in idealer Weise ab. Darüber hinaus steht Katz für die Konsolidierung des Oberschleißheimer Haushalts durch mehr Gewerbesteuern.

In den zurückliegenden sechs Jahren seit seinem Ausscheiden aus dem Gemeinderat fiel Katz in Oberschleißheim durch seinen Einsatz als Fahrradbeauftragter auf. Den Posten will er als Gemeinderat und Dritter Bürgermeister behalten: „Der Fahrradbeauftragte sollte stärker in der Verwaltung eingebunden sein.“

„Er hat meine volle Loyalität“

Die Bürgermeister-Wahlen von März würde Müller als eine Entscheidung gegen Böcks Vorgänger, Christian Kuchlbauer, bezeichnen. „Als Suche nach einem geeigneten Nachfolger.“ Dass er als Zweiter Bürgermeister seinem einstigen Gegenspieler zuarbeiten soll, bereitet ihm anscheinend kein Kopfzerbrechen: „Die Chemie zwischen uns stimmt.“ Er sehe in Böck einen Bürgermeister, der einem guten Rat nicht abgeneigt sei, der Wert auf Zusammenarbeit lege, sagte Müller: „Er hat meine volle Loyalität.“

In seiner Ansprache zu Beginn der Sitzung hatte Böck seiner Hoffnung Ausdruck verliehen, „die anspruchsvollen Aufgaben der Zukunft gemeinsam zu bewältigen“. Es sei nicht wichtig, von wem ein guter Vorschlag stammt, Hauptsache er kommt. „Wir alle sollten das Wohl der Gemeinde im Auge behalten.“

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