Eine Schutzmaske liegt auf einem Tisch
+
Die Gemeinde Oberschleißheim will Kinder vor Corona schützen.

Gemeinde investiert rund 100 000 Euro

CO2-Alarmsystem: Schleißheim rüstet auf

  • vonAndreas Sachse
    schließen

Bis zu 100.000 Euro investiert die klamme Gemeinde Oberschleißheim in den Infektionsschutz an Schulen und Kitas. Die Geräte sollen noch diese Woche in Betrieb gehen.

Oberschleißheim – Drei Wochen nach der Entscheidung, Schulen und Kitas in Oberschleißheim mit Luftreinigungsgeräten auszustatten, packt die Gemeinde das Problem an: Sie hat 100 CO2-Messgeräte und zwei Filteranlagen bestellt. Für bis zu 100 000 Euro sollen weitere Kitas und Schulen mit Luftfiltern ausgerüstet werden. Die bereits bestellten Geräte werden laut Rathaus heute geliefert und anschließend an die Einrichtungen verteilt. Sie können auch direkt in Betrieb genommen werden, eine Einweisung sei schon erfolgt.

Die CO2-Messgeräte sollen Lehrern und Erziehern als Hilfsmittel dienen, den richtigen Zeitpunkt für zielgerichtetes Lüften oder den Einsatz von Luftfiltern zu eruieren. Die Messgeräte schlagen an, sobald die Virenlast im Raum einen unbedenklichen Wert erreicht. Die beiden, für die Berglwaldschule gedachten, Luftfilter sollen dort eingesetzt werden, wo klassisches Lüften nicht möglich ist. Die Geräte laufen mit 35 bis 41 Dezibel. „Das hört man zwar“, sagte Gemeinderat Casimir Katz (FDP). Die Filter ließen sich aber recht gut auf die Bedürfnisse im Unterricht einstellen. Als Bauingenieur untersucht Katz seit Wochen den Effekt von Luftreinigern in Kitas und den beiden Grundschulen in Oberschleißheim.

„Filter schaffen eine gleichmäßigere Reduzierung der Virenlast“

Nach wie vor gilt natürliches Lüften als besonders wirkungsvoll. Das Kultusministerium empfiehlt, in Klassenräumen alle 45 Minuten für zumindest fünf Minuten die Fenster zu öffnen. Katz würde dennoch gern zweigleisig fahren: „Lüften erzielt eine bessere Reinigungswirkung, doch Filter schaffen eine gleichmäßigere Reduzierung der Virenlast.“ Sich großflächig auf beide Varianten zu stützen, ist der Gemeinde nicht möglich. Zuschüsse für Luftfilter gibt es ausschließlich für Räume ohne Fenster. Kein einziger Klassenraum, kein Gruppenraum in Kitas, ist demnach in Oberschleißheim förderfähig.

Um Lücken in der Versorgung zeitnah zu schließen, gab der Gemeinderat 100 000 Euro für zusätzliche Luftfilter frei. In erster Linie denkt Katz an schlecht durchlüftete Gänge in Schulen und Kitas, wie dem „Mäusenest“ oder der Schule in der Parksiedlung. An der Grundschule läuft seit gut einer Woche ein von der Hochschule München getragener Praxistest mit Luftfiltern (wir berichteten). Erste Ergebnisse sollen in zwei, drei Wochen vorliegen.

„Am knappen Haushalt darf das nicht scheitern“

Mithilfe der bestellten CO2-Messgeräte sollte sich der Bedarf an Filteranlagen in Schulen und Kitas ermitteln lassen. Katz geht in etwa davon aus, mit einer Handvoll zusätzlicher Geräte auszukommen. Für Luftfilter in fensterlosen Räumlichkeiten dürfte die Gemeinde Fördermittel in Anspruch nehmen.

Anders als vor drei Wochen, als der Gemeinderat Ende Oktober beschloss, auf Luftfilter in Schulen und Kitas mit Verweis auf die angespannte Haushaltslage zu verzichten, um zunächst den Nutzen der Geräte zu ermitteln, sprachen sich die Fraktionen nun dafür aus, Schulen und Kitas in jedem Fall zu schützen. „Am knappen Haushalt darf das nicht scheitern“, forderte Peter Benthues (CSU).

Mehrheitlich entschieden die Fraktionen, den vom Rathaus zu dem Zweck vorgeschlagenen Betrag über 50 000 Euro zu verdoppeln. Der Krise zum Trotz, meinte Kämmerer Thomas Oßwald, das Geld auch ohne Nachtragshaushalt locker machen zu können.

Über alle Entwicklungen rund um das Coronavirus im Landkreis München informieren wir in unserem News-Ticker.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare