Musterbeispiel: In den Neubiberger Schulen stehen mobile Luftfilter.
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Musterbeispiel: In den Neubiberger Schulen stehen mobile Luftfilter.

„Uns steht erneut ein harter Winter bevor“

Doch Luftfilter für Schleißheims Kinder? SPD startet Unterschriftenaktion

  • VonAndreas Sachse
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Eigentlich wollte der Schleißheimer Gemeinderat keine Luftfilter für Schulen und Kitas anschaffen. Gegen diese Entscheidung stemmt sich nun die SPD mit einer Unterschriftenaktion.

Oberschleißheim – Gegen die Entscheidung der Gemeinde Oberschleißheim, Schulen und Kitas nicht mit Luftreinigern auszustatten, zieht die SPD mit einer Unterschriftenaktion zu Felde. Sie Sozialdemokraten wollen Eltern und Großeltern mobilisieren.

Mit Lüften und Masken allein meint SPD-Orts-Vize Ralf Bönnemann der anbrechenden vierten Welle nicht beizukommen: „Wer auch nur ein wenig von exponentiellem Wachstum versteht, dem ist angesichts des gegenwärtigen Infektionsgeschehens bewusst, dass uns erneut ein harter Winter bevorsteht.“ Bönnemann infizierte sich im vergangenen November selbst mit dem Virus. Seither laboriert er an „Long Covid“. Den Schutz von Schulen und Kitas erhebt der stellvertretende Ortsvorsitzende daher zu seinem Leib- und Magenthema.

„Wir es funktioniert, exerziert uns Neubiberg vor.“

Einer Mehrheit aus CSU, Grünen, FDP und Teilen der FW halten die Sozialdemokraten vor, in erster Linie aus Kostengründen gegen mobile Luftfilter gestimmt zu haben. Der Schutz der Kinder müsse „höchste Priorität haben“, findet SPD-Vorsitzender Maximilian Weiß und verweist auf das Förderprogramm der Staatsregierung, wonach mobile Luftreiniger zur Hälfte bezuschusst werden. Dass Casimir Katz (FDP) in seiner Studie zu der Erkenntnis gelangte, Corona sei am wirkungsmächtigsten durch Stoßlüften und AHA-Regeln zu beherrschen, habe der Gemeinde geradezu ins Blatt gespielt. Die SPD teilt diese Ansicht nicht. Bei der Überflutung des Markts mit Corona-Studien sei es einfach, sein Wunschergebnis mit einem Gutachten zu zementieren, sagt Bönnemann, der sogar von Studien weiß, die Schutzmasken als Gefahr identifizieren.

Schulen und Kitas in Oberschleißheim glaubt die SPD am ehesten durch ein Bündel von Maßnahmen geschützt. „Wir es funktioniert, exerziert uns Neubiberg vor.“ Laut Bönnemann sichert eine Kombination aus mobilen Luftreinigern, Plexiglas-Trennscheiben, Mundschutz, Abstandhalten und Lüften den Präsenzunterricht an den Schulen der Gemeinde.

„Wir bedauern die Entscheidung des Gemeinderats“

In der letzten Sitzung vor der Sommerpause verbat sich Bürgermeister Markus Böck (CSU), das Votum gegen Luftfilter mit Kindswohlgefährdung gleichzusetzen. Solange der Nutzen mobiler Geräte nicht erwiesen sei, wendet sich Böck gegen „Alibimaßnahmen, die nichts bringen“. Sämtliche Klassenräume bis Schuljahresbeginn mit Luftfiltern auszustatten wäre aufgrund der hohen Nachfrage ohnehin illusorisch.

Die SPD kündigte an, bei öffentlichen Veranstaltungen wie Markttagen über ihr Anliegen zu informieren. „Wir bedauern die Entscheidung des Gemeinderats“, so Bönnemann. Dass man in Oberschleißheim ohne den Schutz durch mobile Luftreiniger auskommen will, hält er für unerträglich. So würden Schüler gezwungen, einen weiteren Winter mit Schal und Mantel im Klassenzimmer ausharren – wenn Unterricht ohne Luftfilter überhaupt möglich sei.

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