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Der ganze Landkreis München soll in die M-Zone, fordern die Nord-Kommunen.

In die M-Zone

Oberschleißheim fordert Verbesserungen bei MVV-Tarifreform

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Oberschleißheim komplettiert den Protest der Nord-Kommunen gegen die MVV-Tarifreform. Die Gemeinde verlangt, alle 29 Städte und Gemeinden des Landkreises München in die preisgünstigere M-Zone aufzunehmen. Platzt die Reform am Ende doch noch?

Oberschleißheim – Im Ferienausschuss Oberschleißheim schien es, als hätten alle Fraktionen auf den Antrag der SPD gewartet. Deren Fraktionschef, Florian Spirkl, sieht nicht ein, dass vornehmlich Süd-Gemeinden die Vorzüge der bislang noch „Innenraum“ genannten M-Zone genießen sollen. Mit Unterschleißheim, Garching, Ismaning und Oberschleißheim bleiben die vier Nord-Gemeinden außen vor.

Bürgermeister in Urlaub - Ferienausschuss prescht vor

Während die übrigen drei Nord-Bürgermeister von Anbeginn kaum ein gutes Haar an der Reform ließen, hielt Oberschleißheims Christian Kuchlbauer (FW) sich mit Kritik zurück. Auch er hätte seine Gemeinde lieber im Innenraum gesehen, betonte aber stets, in der Reform einen Anfang zu sehen. Da traf es sich gut, dass der Bürgermeister zur Zeit im Urlaub weilt, seiner Fraktion die Entscheidung für den SPD-Antrag nicht zu erschweren vermochte.

Keinen Keil zwischen Nord- und Süd-Gemeiden treiben

Der SPD ist nicht daran gelegen, einen Keil zwischen die Landkreis-Gemeinden zu treiben. Die Forderung, alle 29 in die M-Zone einzubeziehen, war fett gedruckt. In erster Linie aber ging es der Fraktion um die Nord-Gemeinden. „Wir tragen die Hauptlast des Verkehrs“, sagte Spirkl. Die Menschen hätten es verdient, von preisgünstigeren Tarifen der M-Zone zu profitieren. Den Kampf um eine nachgebesserte Tarifreform will Spirkl mit der Nord-Allianz führen, die sich 1982 aus acht Kommunen aus den Landkreisen Freising und München formierte, um weitere Negativeinrichtungen zu verhindern. Der Norden ist Jobmotor. Die Bevölkerung aber muss sich mit einem Kohlekraftwerk, mit Mülldeponie, Lärm, Stickoxiden und Feinstaub arrangieren. Mit drei Autobahnen, je zwei Staats- und Bundesstraßen, Schiene und dem Sonderflugplatz für Polizeihubschrauber trifft es Oberschleißheim besonders hart. Kein Vergleich mit Gemeinden, die in die M-Zone rutschen. „Deisenhofen?“ platzte es aus Gaby Hohenberger (Grüne) heraus. „Wir im Norden schaffen Jobs, sorgen für Wirtschaftswachstum“, resümierte die Gemeinderätin: „Was hingegen leisten Orte wie Deisenhofen?“ Die Entscheidung pro Deisenhofen, contra Oberschleißheim sei nicht vermittelbar.

Sperrt sich der Landkreis München?

Nicht jeder im Schleißheimer Gemeinderat mag den Nord/Süd-Vergleich auf die Spitze treiben. Nach der Stadt München fehlt nur noch die Zustimmung der acht MVV-Verbundlandkreise, um die Reform am 9. Juni kommenden Jahres umzusetzen. Die Entscheidung der jeweiligen Kreistage muss nicht einstimmig sein. Am Ende müssen aber alle Landkreise zustimmen. Einem Streit mit Süd-Gemeinden ist die SPD mit der Forderung bewusst aus dem Weg gegangen, alle 29 Gemeinden in die M-Zone zu rücken. Bei der Abstimmung im Kreistag könnte es im Herbst auf jede Stimme ankommen. Legt der Kreis sein Veto ein, platzt zumindest der 9. Juni 2019 als Stichtag der Tarifreform. Nachbesserungen würden möglich. 

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