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Als Hauptverkehrsproblem bezeichnen die Freien Wähler die Bahnschranke in Oberschleißheim.

Freie Wähler streben Bürgerbegehren an

Neuer Anlauf für eine Unterführung

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Die Freien Wähler bringen eine alte Idee wieder auf den Tisch, um gegen das tägliche Stau-Chaos am Bahnübergang in Oberschleißheim zu kämpfen. Sie wollen eine Bahnunterführung auf den Weg bringen und streben ein Bürgerbegehren an. 

Oberschleißheim – Bis zu neun Stunden pro Tag ist die Bahnschranke in Oberschleißheim geschlossen. Diese Tatsache kostet vielen Autofahrern und Anwohnern den letzten Nerv – seit Jahrzehnten. Dagegen wollen drei Bürger aus der Gemeinde mit den Freien Wählern Oberschleißheim ankämpfen. Denn die Kosten für einen Bahntunnel für rund 150 Millionen könne die Gemeinde nicht stemmen, sagte Dritter Bürgermeister Hans Hirschfeld (FW) bei einem Pressegespräch. Deshalb besinnt sich seine Partei auf eine Idee von 2009, damals gab es ein Bürgerbegehren für eine Straßenunterführung an der Schranke: „Wir wollen das nochmal angehen“, denn: „Wir sind hier die Leidtragenden.“

Bereits in den nächsten Tagen wollen die Schranken-Rebellen Unterschriften für eine Straßenunterführung sammeln und deshalb von Tür zu Tür gehen. Mit dem Ziel: Die Schranke muss weg und die B 471 soll unter den Bahngleisen verlaufen – auf einem Grundstück des Freistaats neben der heutigen Schranke. FW-Mitglied Kurt Weber erklärt, wie es nach der Unterschriftensammlung zum Bürgerentscheid kommt: „Wir brauchen neun Prozent aller Stimmen. Unser Ziel sind 1400 Stimmen.“ Wenn es dazu kommt, stimmen alle Bürger aus der Gemeinde über die Straßenunterführung – statt Schranke – ab. Wenn es nach den Freien Wählern geht, soll das schon parallel zur Europawahl im Mai passieren. Das anschließende Ergebnis des Bürgerentscheids kommt einem Gemeinderatsbeschluss gleich und ist nur durch einen Ratsbeschluss außer Kraft zu setzen. Hirschfeld und seine Mitstreiter sind optimistisch, denn der Widerstand gegen die Bahnschranke hat eine lange Geschichte.

Die Schranken-Rebellen (v. l.) Claus Müller, Gerlinde Kufer und Kurt Weber wollen, dass die Autofahrer in Zukunft unter den Bahngleisen fahren können.

Die Schranke existiert seit über 160 Jahren: Wenn S-Bahnen und Güterzüge passieren – dann ist sie lange geschlossen, es kommt zu Staus – und das nervt viele. Deshalb regte sich bereits in den 70er Jahren Protest in der Bevölkerung. 1990 gründete sich die Bürgerinitiative „Bahn im Tunnel“ mit CSU-Gemeinderat Peter Benthues, aber das Projekt Bahntunnel scheiterte bislang.

Denn die Bahn übernimmt die Kosten in Millionenhöhe nicht: „Den Tunnel müsste die Gemeinde laut Eisenbahnkreuzungsgesetz selbst bezahlen“, so Hirschfeld. Also vergingen weitere Jahre, in denen Autofahrer an der Schranke Däumchen drehten und sich Anwohner über stinkende Auspuffe ärgerten – wie Rentnerin und FW-Mitglied, Gerlinde Kufer aus Oberschleißheim, sie sagte: „Wir haben hier eine große Belastung durch die Abgase, überall redet man über CO2 und die Umwelt, aber in Oberschleißheim ist das ein Tabuthema.“ Deshalb tat sie sich mit ihren Parteikollegen Claus Müller und Kurt Weber zusammen. Deren Ziel: eine Straßenunterführung wie in Unterschleißheim. Die habe 11,6 Millionen Euro gekostet.

Ihre Idee ist nicht neu, bereits vor zehn Jahren gab es ein Rats- und ein Bürgerbegehren in Oberschleißheim: Das Ratsbegehren sah eine Tieferlegung der Bahn vor, das Bürgerbegehren stand für die Straßenunterführung. Beide Varianten schafften die Mindeststimmenzahl, das Ratsbegehren hatte die Nase vorn. Doch aus den Ideen wurde nichts, weil die Gemeinde es versäumt habe die nötigen Schritte einzuleiten, kritisierte Hirschfeld. Müller ärgert sich als selbstständiger Unternehmer weiter: „Die Schranke bedeutet einen unheimlichen Zeitverlust“, der wirtschaftliche Schaden für die Autofahrer gehe in die Millionenhöhe.

Die Unterschriftenliste

Die Unterschriftenliste für das Bürgerbegehren steht auf www.strassenunterfuehrung-oberschleissheim.de und ist zu schicken an: Hans Hirschfeld, Gartenstraße 9, 85764 Oberschleißheim.

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